Bei Premiere gleich ein Zeichen setzen

Sprungball in der Basketball-Bundesliga! Nachdem die Fans den Sommer mit der WM in der Türkei und den Vorbereitungsspielen überbrücken mussten, geht es ab Samstag um 17.05 Uhr (live auf Sport 1) in der Osthalle wieder um Punkte. Dabei empfangen die LTi Gießen 46ers die Telekom Baskets Bonn zum Auftakt in ihre 45. Bundesliga-Saison. Die Rollen sind klar verteilt, immerhin gilt Bonn als einer der Favoriten auf den Titel des Deutschen Meisters 2011.

(mv) Sprungball in der Basketball-Bundesliga! Nachdem die Fans den Sommer mit der WM in der Türkei und den Vorbereitungsspielen überbrücken mussten, geht es ab heute um 17.05 Uhr (live auf Sport 1) in der Osthalle wieder um Punkte. Dabei empfangen die LTi Gießen 46ers die Telekom Baskets Bonn zum Auftakt in ihre 45. Bundesliga-Saison. Die Rollen sind klar verteilt, immerhin gilt Bonn als einer der Favoriten auf den Titel des Deutschen Meisters 2011.

Diesen Anspruch haben die Rheinländer bereits vor wenigen Wochen eindrucksvoll unterstrichen, als sie den 46ers beim SWG-Cup in Lich eine 38-Punkte-Klatsche beibrachten. Davon will Gießens Cheftrainer Vladimir Bogojevic aber nichts mehr wissen. »Ich verstehe diese Panik aus der Vorbereitung nicht. Ich habe das Spiel von damals gar nicht mehr auf meinem Radar. Wir haben nun ein anderes Gesicht als in der Vorbereitung und können von Anfang an mit einer ganz anderen Energie spielen als damals«, so der 45-fache Nationalspieler.

Das liegt vor allem an den Verpflichtungen der beiden Pointguards Giorgi Gamqrelidze und Chase Griffin, die in Lich noch nicht auflaufen konnten. »Die Leute interessiert es leider nicht, dass wir in der Zeit sieben Spiele ohne unseren ersten Aufbau absolviert haben und am Morgen noch stundenlang Sprinttraining gemacht haben. Dazu ist die Vorbereitung auch da, um viel auszuprobieren«, relativiert Bogojevic das Ergebnis. Mit seinen beiden neuen »Generälen« soll es nun anders werden als beim SWG-Cup. Dabei ist aber noch nicht alles Gold, was glänzt: Gamqrelidze ist seit knapp zwei Wochen im Mannschaftstraining, Griffin warf gar erst am Dienstag seine ersten Trainingskörbe im 46ers-Dress und muss noch in die Spielsysteme integriert werden. Dennoch ist Bogojevic begeistert von dem US-Amerikaner: »Man sieht, dass Chase Erfahrung in den Beinen und im Kopf hat.«

Auch bei den Telekom Baskets hat sich noch etwas im Vergleich zum Turnier in Lich getan. Für Vincent Yarbrough, der sich eine Sehne im Fuß gerissen hat und vor wenigen Tagen in München operiert wurde, holten die Baskets Mark Tyndale, der mit Gießens Ryan Brooks zusammen an der Temple University spielte und zuletzt in der D-League auf Korbjagd ging. Eine Verpflichtung, deren Qualität Bogojevic gut bekannt ist, ließ Gießens Cheftrainer doch durchblicken, dass er den Flügelspieler seit zweieinhalb Jahren im Blickfeld hatte.

Stattdessen wird Tyndale nun an der Seite des letztjährigen Quakenbrückers Folarin Campbell und Jeremy Hunt (spielte 2007/ 2008 unter Bogojevic für die Kaiserslautern Braves in der zweiten Liga) im Magenta-Trikot auf dem Flügel wirbeln. Dirigiert wird er dabei von Nic Wise. Der 1,78 Meter und damit für Basketball-Verhältnisse kleine Spielmacher wechselte von der University of Arizona zum Team des gebürtigen Lichers Michael Koch. Auch Wise hat eine, wenn auch sehr indirekte Verbindung zu den 46ers: Sein Vater war der Highschool-Trainer des ehemaligen Gießener Guards Michael Umeh. Für Headcoach Bogojevic ist Wise einer der Schlüsselspieler der Bonner: »Wir müssen seine Kreise einengen und den Fastbreak stoppen.«

Die andere Schlüsselfigur ist wohlbekannt in der Liga: Nur Robert Garrett absolvierte seit 1998 mehr BBL-Partien als Chris Ensminger (374), niemand holte mehr als die 3352 Rebounds, die der ehemalige Bamberger und Paderborner abgriff. Mit ihm, dem 2,10 Meter großen Neuzugang Jacob Jaacks und Nationalspieler Tim Ohlbrecht, der in der Rolle als sogenanter »Stretch-Vierer« mit seinen Distanzwurffähigkeiten die Defense des Gegners auseinanderziehen soll, haben die Bonner eine starke lange Garde. Auch für Bogojevic gilt: »Ensminger müssen wir kontrollieren, wenn wir gewinnen wollen.«

Und das wollen die 46ers, schließlich ist Bogojevic sich sicher: »Das Team ist deutlich stärker als letztes Jahr.« Folgerichtig lautet auch das Ziel, in dieser Saison mehr Spiele zu gewinnen als im letzten Jahr und dann zu sehen, wohin dies in der Tabelle führt. Vor allem zu Hause soll mindestens eine ausgeglichene Sieg-Niederlagen-Bilanz her, fordert Bogojevic die Erreichung der bei Basketballern bekannten ».500-Grenze« (benannt nach der Prozentzählweise in der amerikanischen Profiliga NBA, bei der 50 Prozent eben genau so ausgedrückt werden).

Trotz der Qualitäten der Bonner wollen die Gießener um den neuen Kapitän Elvir Ovcina also auch vor den Fernsehkameras von Sport 1 auf Sieg spielen: »Das ist eine tolle Kulisse zum Auftakt, die Rahmenbedingungen stimmen. Unsere Ambition ist ganz klar, das Spiel zu gewinnen.« Das wäre eine gelungene Einweihung für den neuen Boden: Aufgrund von Ligaregularien wird heute erstmals das neue mobile Parkett in der Osthalle zu sehen sein, frei von Linien anderer Sportarten, dafür aber mit der neuen, 6,75 Meter entfernten Dreipunktlinie und der rechteckigen Zone unter dem Korb. Auch in der 45. Spielzeit in Deutschlands Eliteliga gibt es also für Gießens Basketballer immer noch etwas Neues zu erleben.

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