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Julian Vogeltanz vom VfB Ruppertsburg hofft auf einen reibungslosen Verlauf der Bezirksliga-Saison 2021/22.

Post-SV Gießen II gilt als Topfavorit

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(lak). Zwischen dem letzten Spiel der Vorsaison und dem ersten Spiel der Tischtennis-Saison 2021/22, in dem der FSV Lumda den TTC Rödgen hauchdünn mit 9:7 schlug, lagen 316 Tage ohne offizielles Verbandsspiel. Nach dieser sehr langen Pause gehen die 13 Mannschaften der Tischtennis-Bezirksliga mit viel Vorfreude, aber auch mit einiger Skepsis in die neue Saison, denn erneut kann ein Saisonabbruch nicht ausgeschlossen werden.

Das Bild der Liga hat sich, obwohl die abgelaufene Saison vom Hessischen Tischtennisverband für ungültig erklärt wurde und es keine sportlichen Auf- und Absteiger gab, etwas verändert. Der TSV Klein-Linden kommt aus der Bezirksoberliga dazu, während der TSV Utphe und die TSF Heuchelheim III ihrerseits im Verlaufe der Bezirksliga-Saison ihre Teams zurückgezogen hatten. Auch die SG Climbach geht nicht mehr in der Bezirksliga auf Punktejagd.

Im Gegensatz zur abgebrochenen Vorsaison wird in diesem Spieljahr wieder im gewohnten Sechser-Paarkreuz-System mit Doppeln gespielt, was die Mehrheit der Mannschaften begrüßt. Der Tabellenerste steigt in die Bezirksoberliga auf, Platz zwei berechtigt zur Relegation »nach oben«. Absteigen müssen drei Teams, Platz zehn bedeutet die Relegation »nach unten«.

Zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs stand der Post-SV Gießen II verlustpunktfrei an der Tabellenspitze und wird auch in dieser Saison als der Topfavorit auf die Meisterschaft gehandelt. »Ein Platz unter den ersten drei«, ist auch für Postler Sebastian Steinbrecher das Mindestziel. Während Marco Morsch und Jannik Bäumler in die erste Mannschaft aufgerückt sind, bilden nun Nahom Tewelde und Jessica Andraczek das vordere Paarkreuz. Eventuelle Ausfälle kann das Team durch starke Nachrücker aus der dritten Mannschaft kompensieren.

Als Anwärter auf die Meisterschaft wird auch der TSV Klein-Linden mit Elmar Schaub auf Position eins genannt. Matthias Nicolai vom TSV schränkt allerdings ein: »Schaub wird voraussichtlich nicht spielen, wie genau unser Stammpersonal aussehen wird, werden die nächsten Wochen zeigen. Uns geht es nach der langen Pause um den Spaß an unserem Sport.«

Von den Konkurrenten ebenfalls hoch eingeschätzt wird die TTG Mücke, die Leistungsträger Maximilian Preis an den TSV Allendorf/Lda. II abgeben musste. Für ihn rückt Dirk Wendel aus der zweiten Mannschaft auf. Markus Schwebel sieht sein Team nicht so weit vorne. »Wir werden selten komplett antreten können, weswegen wir einen Platz im Mittelfeld anpeilen«, führt er aus.

Sebastian Haupt vom SV RW Odenhausen/Lda. erwartet ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem Post-SV Gießen II und dem TSV Klein-Linden um die Meisterschaft. Sein eigenes Team, das unverändert in die Saison geht, muss zunächst Michael Groß im mittleren Paarkreuz ersetzen und mit Ersatz antreten. »Wir wollen mit viel Kampf den Klassenerhalt erreichen«, gibt sich Haupt entschlossen.

Ohne Druck

Ebenfalls nur um den Klassenerhalt geht es nach Aussage von Frank Hollereder für seinen SSV Lardenbach/Klein-Eichen, der unverändert antritt: »Von den QTTR-Werten her sind wir Abstiegskandidat Nummer eins. Insofern machen wir uns keinen Druck und wollen die Runde nur genießen.«

Ähnlich geht die TTG Kirtorf/Ermenrod in die Saison. »Wir wollen vor allem Spaß haben, wenn wir absteigen, ist es halt so«, sagt Steffen Schindler von der TTG. Neu am Tisch ist Ralf Kräling, während Klaus Gläser nur noch als Ersatz zur Verfügung steht.

Den Klassenerhalt als Saisonziel haben auch der TTC Rödgen und der FSV Lumda angegeben, werden aber von der Konkurrenz eher im gesicherten Mittelfeld gesehen. Dem TTC wird sogar zugetraut, unter den ersten fünf zu landen. Dort hat Alexander Möll aus dem ersten Paarkreuz den Verein verlassen, Neuzugang Patrick Gondurak wird im Gegenzug die Mitte verstärken. Christian Langer hofft, »den ein oder anderen Favoriten zu ärgern.«

Die Stärke des FSV Lumda liegt laut Patrick Linker »in der ausgeglichenen Besetzung von Nummer eins bis sechs und darin, dass vier Spieler mit Material an den Tisch gehen.« Für ihn und seine Mitspieler sieht er die Rückkehr zum Spielsystem mit Doppeln eher als Nachteil an, da das starke hintere Paarkreuz so häufiger nur einmal zum Einsatz kommen könnte.

Auch dem TSV Allendorf/Lumda wird von der Konkurrenz eine positive Überraschung zugetraut. Rückkehrer Maximilian Preis, der auf Position eins gelistet ist, sollte eine deutliche Verstärkung sein. Dazu kehren die Routiniers Tim Leipold und Christian Keil zurück. Der TSV trainiert schon seit geraumer Zeit und Leipold wähnt sein Team »in sehr guter Form«. Bei optimalem Saisonverlauf hält er eine Platzierung »im oberen Drittel für möglich.«

Einen personellen Aderlass hinter sich haben die TSF Heuchelheim II. Uwe Nitschke, Uwe Weber und Martin Hajdu haben erst einmal komplett aufgehört, während Tillmann Molzberger und Jonathan Kollmar in der kommenden Saison pausieren. Als Neuzugänge stehen der sehr erfahrene Jürgen Ernst und Christian Bauer neu im Aufgebot. Gespannt darf man auf die Nachwuchs-Asse Tom Aeberhard und Shady Gaber Elzaher sein. Vor allem Aeberhard sorgte schon in der letzten Saison für Furore. Ansprechpartner Jörg Valentin nennt den Klassenerhalt als Saisonziel.

Die TTG Büßfeld will ebenfalls zunächst den Klassenerhalt sichern. TTG-Sprecher Paul Wendland freut sich schon darauf, den ein oder anderen »Großen« zu ärgern. »Zuhause ist immer was möglich«, ist Wendland überzeugt, auch wenn mit Heiko Habermehl »eine Bank in der Mitte« nicht mehr zur Verfügung steht.

Unverändert geht das Team des TTC Vockenrod in die neue Saison. Benedikt Fey freut sich, »dass wieder Doppel gespielt wird« und sieht für sein Team einen Platz im Mittelfeld als realistisch an.

Das Mittelfeld hat auch der VfB Ruppertsburg im Visier. Bei gutem Saisonverlauf ist laut Julian Vogeltanz auch erlaubt, »den Blick etwas weiter nach oben zu richten.« Wie in der letzten Runde geht das Team aus dem 800-Einwohner-Dorf mit fünf Einheimischen an den Start, lediglich Jan Schmidt ist kein »Ur-Ruppertsburger«.

Zuschauer beim VfB

Neben den sportlichen Themen wie Auf- und Abstieg beherrscht natürlich Corona immer noch auch den Tischtennissport. Neu ist in dieser Saison, dass für alle Spieler gilt, dass nur spielen darf, wer entweder geimpft, genesen oder getestet ist. Überwiegend wird dies als richtige Maßnahme erachtet.

Ein »Sonderfall« ist allerdings der VfB Ruppertsburg, wo traditionell bis zu 40 Zuschauer den Spielen beiwohnen und eine besondere Atmosphäre herrscht. »Für uns steht mehr der Spaß und die Geselligkeit im Vordergrund, es ist schwer vorstellbar, dass diese Atmosphäre unter den gegebenen Bedingungen entstehen kann«, gibt Julian Vogeltanz vom VfB zu bedenken, weswegen sich seine Vorfreude auf die neue Saison in Grenzen hält. Die Befürchtungen hinsichtlich eines weiteren Saisonabbruchs sind bei den Mannschaften der Bezirksliga trotz der »3G-Regel« sehr präsent. Tim Leipold vom TSV Allendorf/Lda. II beschreibt es wie folgt: »Wir freuen uns auf jedes Spiel und hoffen, dass die Saison durchgespielt werden kann, auch wenn Zweifel bleiben.«

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