Playoff-Ticket in der Tasche

  • vonSebastian Kilsbach
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(sks). Mit einem beeindruckenden Lauf am Ende des Basketballspiels setzten sich die Gießen Rackelos am Samstag gegen den Rangzweiten aus Würzburg durch. Das 98:88 (47:44) sicherte dem Farmteam der Gießen 46ers die Playoff-Qualifikation in der Südstaffel der ProB.

Rührende Szenen spielten sich nach dem Sieg auf dem Osthallen-Parkett ab. Das Trainergespann Rolf Scholz und Lutz Mandler herzte sich innig. Managerin Anne Leinweber hüpfte ausgelassen im Hintergrund. Team-Doktor Wolfgang Leutheuser schloss sich den Feierlichkeiten an und umarmte Scholz vor der Osthallen-Tribüne, auf der das Publikum kollektiv den Rackelos zujubelte. Die Spieler auf dem Feld schienen selbst nicht fassen zu können, was für eine Leistungssteigerung ihnen gerade gelungen war.

Assistenztrainer Mandler hatte bereits früh eine Ahnung, dass gegen den starken Tabellenzweiten der TG Würzburg etwas gehen könnte: "Als die ganze Bank nach unseren ersten Punkten aufgestanden ist, wusste ich, dass wir heute eine Chance haben." Immer wieder peitschten Coaching-Staff und Bankspieler die Akteure auf dem Parkett nach vorne. So glückte der Sieg gegen favorisierte Franken, gegen die man 34 Minuten auf Augenhöhe absolvierte - und am Ende gnadenlos davonzog.

Damit gelang dem Team nicht nur der erste Sieg nach zuletzt drei Niederlagen in Folge, sondern zugleich ist den Rackelos zwei Spieltage vor dem Ende der Hauptrunde die erneute Playoff-Teilnahme nicht mehr zu nehmen. "Es war eine Teamleistung, offensiv wie defensiv", sagte ein strahlender Scholz.

Taktisch war dem Übungsleiter ein Meisterstück gelungen. In die Startaufstellung rückte Youngster Sebastian Brach. "Er hat uns wichtige Minuten von der Bank gegeben", so sein Coach, der erst am Ende des ersten Viertels den von einer Gehirnerschütterung genesenen Tim Köpple ins Spiel brachte. Mit quarter-übergreifenden zehn Punkten in Folge war es Lischka, der ein 20:25 in ein 30:25 (12.) verwandelte und Würzburg zur Auszeit zwang.

Lohaus-Dreier als Schlüsselmoment

Die Franken kämpften aufopferungsvoll, lagen nach einem weiteren 8:0-Sturmlauf der Hausherren zur Halbzeit aber mit 44:47 im Hintertreffen. Auch nach dem Seitenwechsel verteidigten die Rackelos ihre Führung mit wilder Entschlossenheit und lagen zwischenzeitlich mit 68:60 vorne (27.). Ein letztes Mal ließ Würzburg aber die Muskeln spielen und glich zu Beginn des Schlussabschnitts wieder aus.

Schlüsselmoment war dann ein Dreier von Wyatt Lohaus, der gefühlt eine halbe Minute auf dem Ring tanzte, bevor er fiel. Der mit 31 Punkten stärkste Gießener drehte sich jubelnd einmal um die eigene Achse und packte die "Becker-Faust" aus. Auf der Gegenseite nagelte Filip Krämer einen Korblegerversuch des Würzburgers Tim Eisenberger ans Plexiglas. Die Osthalle stand Kopf und durfte beobachten, wie die 46ers-"Zweite" das Momentum nicht mehr aus der Hand gaben. Über die Stationen 85:76 und 94:80 konnte der Sieg souverän nach Hause geschaukelt werden. Weiter geht es in zwei Wochen mit einem Heimspiel gegen Ligaprimus Elchingen.

Gießen: Köpple (3), Amaize, Krämer (14), Uhlemann (7), Okpara (15), Lischka (25), Pesava (3), Lohaus (31), Brach, Osterwalder.

Würzburg: Stechmann (5), Hadenfeldt (11), Eisenberger (5), Leonhardt (7), Albus (20), Weitzel (24), Francisco, Hunt (16).

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