Platz vier für Gießen-Wieseck

(ek) Zufrieden kehrte die Leichtathletik-Frauenmannschaft der TSG Gießen-Wieseck aus dem Stadion der Sporthochschule Köln ins Mittelhessische zurück. Das Team von Trainer Ellmar Knappik belegte beim Bundesliga-Endkampf um den Titel eines Deutschen Mannschaftsmeisters den vierten Platz. Bei guten äußeren Bedingungen gingen nach dem Startverzicht des Vizemeisters aus dem Vorjahr, dem USC Mainz, sieben Mannschaften auf Punktejagd, wobei sich die gastgebenden Rheinländerinnen mit deutlichem Vorsprung vor der LG Hannover den Titel holten.

(ek) Zufrieden kehrte die Leichtathletik-Frauenmannschaft der TSG Gießen-Wieseck aus dem Stadion der Sporthochschule Köln ins Mittelhessische zurück. Das Team von Trainer Ellmar Knappik belegte beim Bundesliga-Endkampf um den Titel eines Deutschen Mannschaftsmeisters den vierten Platz. Bei guten äußeren Bedingungen gingen nach dem Startverzicht des Vizemeisters aus dem Vorjahr, dem USC Mainz, sieben Mannschaften auf Punktejagd, wobei sich die gastgebenden Rheinländerinnen mit deutlichem Vorsprung vor der LG Hannover den Titel holten.

Die Meisterschaft begann mit dem Hochsprung. Die Wie-secker Athletinnen konnten hier nur bedingt überzeugen, was eventuell auch an der Doppelbelastung lag, denn zwei Wieseckerinnen mussten zeitgleich Speer werfen. So überfloppten Julia Riemenschneider und Juliane Papst jeweils ordentliche 1,50 m, während Nastasia Lich ihre Trainingsleistungen mit übersprungenen 1,55 m in Köln einfach nicht umsetzen konnte. Besser lief es im Speerwurf, bei dem Julia Riemenschneider mit 41,73 m in der Spitzengruppe lag.

Juliane Papst kam mit 37,04 m nicht an ihr vorwöchentliches 40-m-Ergebnis heran, doch musste die Volleyballerin, die vor acht Jahren als B-Jugendliche ihre letzten Leichtathletikwettkämpfe bestritt und seit dieser Zeit nicht mehr leichtathletikspezifisch trainiert, damit zufrieden sein.

Die Sprintschwäche des Wiesecker Teams wurde beim 100-m-Lauf deutlich. Trotz einer persönlichen Bestzeit der Watzenborner Turnerin Annalena Riedel von 13,08 Sekunden und den 13,81 der inzwischen zur W40 zählenden Uta Horvath verlor die TSG hier einige Punkte gegenüber den Mannschaften, die teilweise zwei Sprinterinnen mit Zwölfer-Zeiten in Köln aufgeboten hatten.

Über 800 m punkteten Julia Galuschka mit 2:29,16 Min. und Tina Kilb mit 2:34,61 Min. Julia Galuschka, die ihr Staatsexamen absolvierte, konnte während der letzten Monate nur ein geschränkt trainieren, und Neuzugang Tina Kilb absolvierte ihr erstes 800-m-Rennen überhaupt.

Nach dem 100-m-Hürdenlauf lag die TSG Gießen-Wieseck kurzzeitig auf dem dritten Platz: Sowohl Nastasia Lich erzielte mit 14,83 eine persönliche Bestzeit als auch Annalena Riedel mit 15,76. Letztere lag im B-Lauf bis zur siebten Hürde in Führung, riss diese mit dem Nachziehbein um, kam ins Straucheln, konnte sich aber wieder fangen und ins Ziel retten. Bedenkt man, dass die Siegerin dieses Laufes 14,45 Sek. lief, dann darf man über eine mögliche Klassezeit von Annalena Riedel spekulieren.

Im anschließenden Kugelstoßen demonstrierten die Werferinnen ihre schon im Vorfeld bei Wettkämpfen gezeigte Stärke. Lore Göbler stieß die Kugel auf 11,75 m, und Nadine Maxeiner verbesserte sich auf 11,51 m. Von den Punkten her deutlich überbewertet wurden die anschließenden Weitsprungleistungen. Uta Horvath sprang für ihre Alter eine tolle Leistung, und Nadine Maxeiner, die immer wieder zum Kugelstoßen wechseln musste, das noch dazu auf der Gegenseite der Anlage stattfand, war mit 5,00 m zufrieden.

Ihre dritte Bestzeit konnte Annalena Riedel mit 27,09 über 200 m erzielen, während Frederike Bohn mit 30,07 Sek. ihren Trainingsrückstand dokumentierte. Beim anschließenden 400-m-Lauf stellte Nastasia Lich mit 60,76 ebenfalls eine neue Bestzeit auf, obwohl sie ihr Rennen mit einer 200-m-Durchgangszeit von knapp 30 Sekunden viel zu langsam angegangen war. Die ebenfalls noch durch großen Trainingsrückstand gehandicapte Elena Weber freute sich über ihre erzielten 66,43 Sekunden

Im vorletzten Wettbewerb, dem Diskuswerfen lief es für Lore Göbler nicht wie erhofft, denn sie blieb mit 33,94 m etwa drei Meter hinter ihren Erwartungen zurück. Dagegen konnte sich ihre Teamkollegin Na- dine Maxeiner über ihre zweite persönliche Bestleistung von 33,66 m freuen.

Die anschließenden 3000 m mussten bei brütender Hitze gelaufen werden, was der zweiten Wiesecker Starterin nach Julia Galuschka, Tina Kilb, fast zum Verhängnis geworden wäre. Die Biologiestudentin litt während des Laufes unter so starken Kopfschmerzen, dass sie fast aufgehört hätte, aber wegen der Mannschaft sich dann doch durchquälte. Ihre 12:08,07 Minuten entsprachen natürlich nicht ihren Erwartungen, aber man musste ihr ihre Energieleistung besonders hoch anrechnen.

Julia Galuschka wollte ebenfalls gut zehn Sekunden schneller laufen als ihre Endzeit von 11:03,97 Minuten auswies, aber auch sie litt unter der starken Hitze.

Noch einmal spannend wurde es in der abschließenden 4x-100-m-Staffel. Vor diesem Lauf lagen die Wieseckerinnen auf Platz vier mit deutlichem Abstand zum dritten Platz. Das Leichtathletikteam Saar hatte durch seine starken Diskuswerferinnen fast 200 Punkte aufgeholt auf die TSG-Damen, die dennoch einen beruhigenden Vorsprung von fast 200 Punkten auf die Saarländerinnen hatten. Durch den Verlust des Staffelholzes beim zweiten Wechsel zwischen Nastasia Lich und Nadine Maxeiner, die einige Meter zurücklaufen musste, um das Holz aufzuheben, und einer glücklosen Aufholjagd der Schlussläuferin Annalena Riedel hatte die TSG mit 54,58 Sekunden im Ziel drei Sekunden Rückstand auf das Saar-Team. Die Freude war groß, dass es dennoch reichte, um den nicht erwarteten vierten Platz zu sichern.

Als klarer Sieger ging mit 14 678 Punkten die Mannschaft der LG ASV Köln und der Deutschen Sporthochschule Köln aus diesen Deutschen Mannschaftsmeisterschaft hervor. Mit deutlichem Abstand auf Rang zwei folgte mit 13 273 Punkten die LG Hannover vor der Startgemeinschaft Kronshagen und Kiel (13117). Sollte die junge Wiesecker Mannschaft in dieser Form zusammenbleiben, so dürfte für das nächste Jahr durch die Verstärkungen aus dem Jugendbereich um Lara Matheis einiges zu erwarten sein.

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