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Mountainbike

Platt alles andere als platt

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Der Ex-Profi legt einen starken Auftritt zusammen mit Noah Jung (beide Team delta-bike.de) in den Kitzbühler Alpen hin, während die DM ein Schlag ins Wasser war

(htr). Irgendwie war der Wurm drin für die heimischen Mountainbike-Asse, die sich in Wombach der nationalen Konkurrenz stellten. In der Nähe von Lohr am Main wurden die nationalen Titelträger im CrossCountry ermittelt, so natürlich auch in der Altersklasse U23, in der Noah Jung (Team delta-bike.de) und Niclas Zimmer (Team Hipf Race Bikes) ihr sportliches Zuhause haben. Am Ende sprangen für beide Mittelhessen nur enttäuschende Plätze im breiten Mittelfeld heraus.

"Nach einer intensiven Vorbereitung auf die deutsche Meisterschaft lief das Rennen eher verhalten und absolut nicht nach meiner Vorstellung", räumte Jung freimütig ein, der in seinem U23-Debütjahr als 18-Jähriger dem jüngsten Jahrgang angehört. "Bereits kurz nach dem Start bemerkte ich, dass meine Beine an diesem Tag nicht die besten sein sollten. So hoffte ich, dass ich eventuell hinten raus etwas Zeit und Plätze gutmachen kann. Leider kam ich aber nicht mal annähernd in meine erhoffte Form und fuhr enttäuscht auf Platz 33 ins Ziel", wobei der Wiesecker nach 1:19:21 Stunden 9:48 Minuten Rückstand auf Sieger Simon Schneller (Team Bulls) hatte. Der Mountainbiker des TV Oberlengenhardt verwies nach einer Startrunde und fünf Runden seine Teamkollegen Niklas Schehl um 21 und Leon Reinhard Kaiser um 45 Sekunden auf die weiteren Podiumsplätze.

"Die Strecke mag ich eigentlich sehr und sie liegt mir auch, immerhin wurde ich dort vor zwei Jahren Fünfter im Bundesliga-Rennen in der U19, wo ich als Dritter in die letzte Runde gegangen und mir dann im Downhill noch die Kette runtergefallen war", nicht nur deswegen ging der 20-jährige Rödgener von der RSG Gießen und Wieseck "mit viel Motivation ins Rennen": Mit dem Ziel: Top-Ten-Platz im zweiten U23-Jahr. Doch es sollte anders kommen. "Von Rang 23 aus gestartet, wurde ich kurz später auf Platz 15 notiert." Auf einem breiten Schotterweg in der Startrunde verließen viele Fahrer aufgrund eines Sturzes ihre Fahrlinie, ein weiterer Sturz direkt vor Zimmer nötigte den THM-Studenten zur Vollbremsung, was ihn an das Ende des Teilnehmerfeldes zurückfallen ließ. "Schnellstmöglich wieder nach vorne kommen", lautete die Maxime, "leider wollte mein Körper dann aber anscheinend nicht mehr so wie mein Kopf, irgendwie hat alles zugemacht". Nach einem Sturz in der zweiten Runde beendete Zimmer das Rennen vorzeitig, "obwohl ich das eigentlich sehr ungern mache und auch in 14 Jahren Rennenlaufbahn bisher kaum gemacht habe".

Bereits am darauffolgenden Wochenende reiste Jung zusammen mit seinem Delta-Bike-Teamkollegen Christopher Platt zum KitzAlpBike-Festival nach Kirchberg in die Kitzbühler Alpen. Das achttägige Spektakel lockt Jahr für Jahr Tausende Mountainbiker nach Österreich, nicht umsonst stand nun die bereits 24. Auflage auf dem Programm.

Rhythmus im Berg finden

Fünf Strecken standen zur Auswahl, Jung und Platt entschieden sich für die Medium-Plus-Distanz über 55 Kilometer, wobei 2700 Höhenmeter zu bewältigen waren. 196 Mountainbiker standen allein hier am Start, wobei gleich nahezu 1000 Höhenmeter am Stück zu bewältigen waren. Jung, der Schunk-Azubi aus Wieseck, fand sofort "in den Tritt" und überquerte als Führender den ersten Berg. "Immer schwerer werdende Beine und knapp 35 Grad Celsius machten mir nun vermehrt zu schaffen", sodass der Delta-Biker von der RSG Gießen und Wieseck auf den restlichen Kilometern Zeit und Führungsposition verlor. Dennoch: "Mit Platz drei in der U30-Männerkategorie und Rang fünf der Gesamtwertung war ich mehr als zufrieden. Jetzt ist es Zeit, etwas Pause zu machen, um meinen Körper wieder auf das Topniveau zu bringen, auf dem ich gerne fahren würde", schaut Jung zurück, der noch einige Rennen auf dem Programm stehen hat, ehe mit dem Dünsberg-Bike-Marathon am 29. September seine Saison enden soll. In Kirchberg hatte Jung nach 3:26,09 Stunden das Ziel erreicht, Sieger Matthias Alberti aus Bad Tölz (KTB MTC Factory-Team) war noch einmal 24 Minuten schneller.

Platt (AMC Rodheim-Bieber), bis 2017 noch beim inzwischen aufgelösten Kreidler-Werksteam unterwegs und zuletzt berufsbedingt nur sporadisch auf deutschen Mountainbike-Strecken unterwegs, hielt sich die ersten Kilometer noch in der Spitzengruppe auf. Dann allerdings "ließ ich mich schnell zurückzufallen, um meinen Rhythmus zu fahren", wie der 26-jährige Delta-Biker betonte. Denn: Mittel- und Langdistanzen erfordern "eine neue Herangehensweise" für Platt, bei den üblichen CrossCountry-Rennen über eineinhalb Stunden wird dagegen von Beginn an am Anschlag gefahren. Platt, der "seit Langem wieder einmal ein Rennen mit vielen Höhenmetern" absolvierte, machte auch das extrem warme Wetter zu schaffen: "Jeden Anstieg versuchte ich, gleichmäßig zu fahren, um nicht zu überziehen." Nach 3:51,04 Stunden stand Platz 14 in der Altersklasse sowie der 21. Rang im Gesamtklassement zu Buche.

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