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Kämpfen, kratzen, beißen: So wollen Pirmasens und David Becker (r.) auch in dieser Regionalliga-Saison bestehen.

Gegner des FC Gießen

FK Pirmasens: "Auf beide Szenarien vorbereitet"

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FK Pirmasens, der Gegner vom FC Gießen in der Fußball-Regionalliga Südwest, kämpft von Beginn an gegen den Abstieg. Aber er weiß, wie das geht.

(sno). Der FK Pirmasens ist ein klassicher Verein, der durch bodenständiges und ruhiges Handeln besticht, Jahr für Jahr aber aufgrund begrenzter finanzieller Mittel um den Abstieg bangen muss. "Wir sind auf beide Szenarien, Regional- und Oberliga, vorbereitet", weiß der langjährige Coach Peter Tretter, der vor der Saison in den Jugendbereich gewechselt ist und Peter Fischer nun die Trainerbühne in der vierten Liga überlässt. Nach drei Regionalliga-Jahren stieg Pirmasens 2016/17 ab und im Folgejahr 17/18 wieder auf. In der letzten Saison nun belegte Pirmasens den neunten Rang - der Fußballklub ist ein direkter Konkurrent des FC Gießen.

Die aktuelle Situation:"Ziel ist für uns immer, den Abstieg zu vermeiden", sagt Tretter. Dabei setzt Pirmasens auf das "Steckenpferd Mentalität. Trainer und Spieler müssen mit Herz für den Verein leben." Im Pfälzerwald wird viel Wert auf eine gute Verzahnung von Jugend und Aktiven gelegt. In der letzten Saison gehörten acht Spieler dem Regionalliga-Kader an, die aus der eigenen Jugend stammten. "Das ist auch bedingt durch unsere begrenzten finanziellen Mittel", weiß Tretter. Während umliegende Vereine wie Wormatia Worms, TuS Koblenz oder Eintracht Trier in der Oberliga spielen, hält sich Pirmasens in der vierten Liga und legte zuletzt mit Platz neun eine überragende Saison hin. Das bezahlte man mit dem Abgang von fünf, sechs Stammspielern.

Kommen/Gehen:Zehn Abgänge stehen zu Buche, "wir haben richtig Qualität verloren", räumt Tretter ein. Unter anderem schmerzen die Abgänge vom 22-jährigen Innenverteidiger Yannick Oseé zu Drittligist Meppen sowie den Mittelfeldakteuren Patrick Freyer (30 Jahre alt) und Christian Grimm (32 Jahre alt). Dafür kamen unter anderem Innenverteidiger Moritz Zimmer von Röchling Völklingen, Stürmer Christoph Batke von Walldorf sowie zwei Akteure vom FC Homburg: Mittelfeldspieler Sven Sellentin (26 Jahre, 52 Regionalligaspiele) und Stürmer Konstantinos Neofytos (29 Jahre, 49 Regionalligaspiele). Ein, zwei Neuzugänge sollen noch kommen.

Stärken/Schwächen:Pirmasens weiß, wie Abstiegskampf in der Regionalliga funktioniert. Alle sind darauf gepolt, von Beginn an alles für den Ligaerhalt zu tun, "der ganz große Druck ist aber nicht da", weiß Tretter. Zweikampfverhalten, Physis und Geschlossenheit sind Pfunde, mit denen Pirmasens wuchern kann. Auf der anderen Seite wurden viele Stammspieler verloren, mit Fischer kommt ein neuer Trainer mit neuen Ideen. Ob Pirmasens also von Beginn an so unbequem zu bespielen sein wird wie zuletzt, wird sich zeigen.

Umfeld/Trainer:Der 38-jährige Patrick Fischer folgt auf den 52-jährigen Peter Tretter, der zuvor sieben Jahre Cheftrainer war. Fischer war Spieler in Pirmasens und zuletzt U23-Trainer - "die Durchlässigkeit bei uns ist nicht nur bei Spielern, sondern auch Trainern hoch." Trainiert wird viermal in der Woche am Abend, also unter Amateurbedingungen. Der Zuschauerschnitt im Sportpark Husterhöhe betrug zuletzt rund 850 Besucher pro Partie.

Prognose:Einiges spricht dafür, dass die neue Saison schwer wird für Pirmasens: Viele Abgänge, neuer Trainer, die Automatismen müssen erst greifen. Auch davon lebt der Verein. Trotzdem: Pirmasens ist vertraut mit Abstiegskampf - letztlich dürfte es bis zum Schluss spannend bleiben.

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