Pieter Rink trotzt Schlafmangel

(hn/ur) In Rotenburg an der Fulda standen am Wochenende die Hessischen Jahrgangsmeisterschaften auf dem Programm – die letzten Landesmeisterschaften vor den Ferien. Den größten Erfolg aus heimischer Sicht feierte dabei Pieter Rink (TV Wetzlar) mit seinem Sieg über 400 m Freistil.

Bronzemedaillen gab es für Lennert Richtberg und Sam Becker von der SG Mittelhessen. Die Jahrgänge 1999 bis 2002 weiblich und 1998 bis 2002 männlich ermittelten ihre Jahrgangssieger. 51 Vereine und Startgemeinschaften hatten 411 Sportler zu über 2000 Starts in Nordosthessen gemeldet.

Im Medaillenspiegel lag der TV Wetzlar am Ende mit einer Gold-, zwei Silber- und vier Bronzemedaillen auf Rang 14, während die SG Mittelhessen mit zwei dritten Plätzen Position 23 belegte.

Unter die Top Ten in seinem Jahrgang 2000 schwamm sich Denis Schmunk (Gießen) vom TV Wetzlar im Rotenburger Freibad. Er hatte sich im Vorfeld für acht Strecken qualifiziert und ging über Schmetterling, Brust, Rücken und Freistil an den Start. Damit stellte er seine vielseitige Schwimmausbildung unter Beweis. Schmunk war am Wochenende besonders über die Bruststrecken flott unterwegs und belegte über 100 m Brust in neuer persönlicher Bestzeit von 1:36,43 Minuten den zehnten Platz.

Sieben Medaillen bei acht Starts – die Bilanz von Pieter Rink (Jg. 2000/Rechtenbach) bei diesen Meisterschaften kann sich sehen lassen. Dabei hatte Trainer Uwe Hermann kein gutes Gefühl im Vorfeld dieser Titelkämpfe. "Pieter ist erst am Freitagabend um 23 Uhr von der Klassenfahrt seiner Schule auf Sylt zurückgekommen und war total übermüdet", erklärte der A-Trainer der Wetzlarer. "Seine Eltern haben ihn daher schon in Kassel am Bahnhof in Empfang genommen und nicht erst um Mitternacht in Wetzlar, sind dann mit dem Wohnwagen nach Rotenburg, und dort konnte er auch zwischen den Starts schlafen. Sonst wäre es bestimmt in die Hose gegangen. Eine optimale Vorbereitung sieht sicherlich anders aus." Den fehlenden Schlaf merkte man Rink im ersten Rennen, den 200 m Freistil, besonders an. Bis zu 150 m führend, konnte er auf der letzten Bahn nicht mehr kontern und schlug nach 2:21,27 Minuten als Zweiter an. Das gleiche Spiel bei 100 m Schmetterling: In diesem Rennen führte er bis 5 m vor Schluss, ehe er mit dem Zielanschlag in 1:14,31 Minuten "nur" die Bronzemedaille gewann.

Nach der Mittagspause und einem ausgiebigen Mittagsschläfchen lief es dann über 400 m Freistil direkt besser. In einem taktisch gut geschwommenen Rennen konnte Pieter Rink in 4:54,45 Minuten einen Start-Ziel-Sieg feiern und sich mit der Goldmedaille belohnen. Weitere Medaillen gab es für den Zwölfjährigen über 200 m Schmetterling (3./2:42,38) und 100 m Freistil (2./1:05,74). In den Mehrkämpfen Freistil und Schmetterling gab es dann je eine weitere Silber- und Bronzemedaille. TVW-Abteilungsleiter Reinhard Felten sagte: "Ein guter Abschluss der Hessischen Titelkämpfe mit der Goldmedaille für Pieter. Nach den Sommerferien macht nach 18 Monaten Sanierung auch das Europabad in Wetzlar wieder auf, dann können wir bei den jüngsten Jahrgängen neu angreifen."

Mit sechs Schwimmern, die die Norm für die Meisterschaften unterboten hatten, trat indes SG-Mittelhessen-Trainer Peter Klotz die Fahrt nach Nordosthessen an. Mit zwei dritten Plätzen und diversen vorderen Rängen konnte der SGMH-Nachwuchs recht zufrieden sein.

Sam Becker (Jg. 99) ist noch nicht ganz wieder auf dem Niveau, das der ehrgeizige Nachwuchssportler für sich anstrebt. In seiner Spezialdisziplin Schmetterling kam er dennoch sowohl über 50 m (0:33,41) als auch 200 m (2:44,33) gegen körperlich deutlich überlegene Altersgenossen jeweils auf den dritten Rang. Dies verhalf ihm auch in der Dreikampf-Wertung Schmetterling zum dritten Rang. Ein weiteres gutes Rennen lieferte er über 200 m Freistil, das er mit neuer Bestzeit in 2:24,02 Minuten beendete.

Benito Marazzi (Jg. 99) trat auf allen acht Strecken, für die er sich qualifiziert hatte, an. Über 100 m Brust in 1:29,81 Minuten und 50 m Brust in neuer Bestzeit (0:41,19) gelangen ihm jeweils mit Rang acht zwei Top-Ten-Platzierungen.

Nils Peppler (Jg. 2000) verbesserte sich über 200 m Freistil um drei Sekunden auf 2:45,29 Minuten. 1:16,41 auf der halben Distanz waren für ihn ebenfalls eine neue persönliche Bestmarke.

Raphael Keiner (Jg. 98) unterbot mit sehr guten 1:27,95 Minuten über 100 m Brust die Qualifikationsnorm nochmals deutlich. Im 50-m-Brust-Sprint steigerte er seine Zeit auf 0:41,75.

Einstand nach Maß

Lennert Richtberg (Jg. 2002) konnte als Zehnjähriger erstmals an den Hessischen Titelkämpfen teilnehmen. Mit einer erneut starken kämpferischen Leistung schwamm er über 400 m Freistil in 5:53,64 Minuten auf den dritten Platz vor und erreichte somit bei seiner Hessen-Premiere auf Anhieb eine Medaille. Auf den weiteren Freistil-Strecken war er mit Platz fünf über 200 m Freistil (2:49,18) und Platz vier über 100 m Freistil (1:17,21) ebenfalls ganz vorne in seinem Jahrgang dabei.

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