Ein personeller Umbruch beim VfB 1900 Gießen

"Integration", sagt Stefan Hassler, Trainer des VfB 1900 Gießen. Die stand beim Traditionsverein in der Vorbereitung zur neuen Saison der Verbandsliga Mitte im Vordergrund. Verständlich, denn nicht weniger als zehn neue Spieler vermeldet der VfB 1900, denen acht Abgänge gegenüberstehen.

"Integration", sagt Stefan Hassler, Trainer des VfB 1900 Gießen. Die stand beim Traditionsverein in der Vorbereitung zur neuen Saison der Verbandsliga Mitte im Vordergrund. Verständlich, denn nicht weniger als zehn neue Spieler vermeldet der VfB 1900, denen acht Abgänge gegenüberstehen. Vieles musste sich in den harten Wochen des Trainings erst finden, das Fazit des Fußball-Lehrers fällt insgesamt positiv aus. "Wir haben recht gute Ergebnisse erzielt. "Wir sind bei zwei Turnieren Zweiter geworden, haben die Endspiele gegen Hessenligisten jeweils erst im Elfmeterschießen verloren. Einmal sind wir Erster geworden, ein anderes Mal Vierter", so Stefan Hassler.

Während einige Liga-Kontrahenten den VfB 1900 zum Kreis der Titelanwärter zählen, will Hassler von einer Zielsetzung zunächst noch nicht viel wissen. "Wir können keine Zielsetzung in Sachen Tabellenplatz abgeben. Aber natürlich orientieren wir uns an dem fünften Rang der Vorsaison", so der 41-Jährige.

Angesichts der zehn Neuzugänge hat sich das Gesicht der Mannschaft stark verändert. Galten in der letzten Saison Claudius Weber (zu Entracht Wetzlar) und Sebastian Bubbel (zum 1. SC Sachsenhausen, die zusammen 45 der insgesamt 69 Gießener Treffer erzielten, als Tor-Garantie, so wünscht sich Hassler jetzt, dass sich "die Torgefahr verteilt. Unsere Aufgabe ist es jetzt, die Last auf mehrere Schultern zu verteilen. Wir müssen offensiv und defensiv verteidigen", fordert Hassler, dass auch die Offensivkräfte verstärkt nach hinten arbeiten. Und da stehen die Nachfolger von Weber und Bubbel, Maykel Samun und Erdinc Solak (beide TSG Wieseck), im Fokus. Ebenso auch Sergej Maro (SG Birk-lar), dem angesichts seiner großen fußballerischen Qualität einiges zuzutrauen ist.

Maykel Samun und Erdinc Solak haben in der vergangenen Spielzeit bei der TSG gezeigt, dass sie als Angriffsduo sehr gut harmonieren. Beim VfB 1900 soll das fortgesetzt werden, doch die Messlatte bei den Fans wird hoch sein. Die Frage wird sich stellen, ob Samun/Solak ihre Vorgänger Weber/Bubbel adäquat werden ersetzen können?.

Mit Gino Parson (SC Teutonia Watzenborn-Steinberg) hat der VfB 1900 Gießen einen weiteren wichtigen Spieler im zentralen Mittelfeld verloren. Aber auch hier scheint man fündig geworden zu sein. Mit Denis Müller und Kai Ranke, beide kamen vom Hessenligisten VfB Marburg, hat man zwei Mittelfeldspieler finden können, denen zuzutrauen ist, diese Rolle auszufüllen. Insbesondere Denis Müller dürfte für den Offensivpart im Mittelfeld prädestiniert sein. "Es muss Torgefahr vom Mittelfeld und von der Abwehr, hier bei Standards, ausgehen", sagt Hassler, der ausführt: "Wir müssen auch weniger Gegentore kassieren." Zur Erinnerung: In der letzten Saison quittierte der VfB 1900 Gießen 58 Gegentreffer. In der Defensive könnten die Gießener aber um einiges stärker als in der Vorsaion sein. Denn mit Jan-Erik Münnich verpflichtete man einen Spieler, der über Hessenliga-Erfahrung verfügt. Und ein mögliches großes Plus könnte sein, dass der 26-Jährige früher gemeinsam mit Oliver Schmidt und Pierre Chabou beim Vorgänger der FSV Fernwald, dem FSV Steinbach, das Gerüst der Abwehr bildete.

Ein wenig Sorgen könnte indes die Torwartposition bereiten. Denn Kristian Kühn fällt vorerst aus. "Er hat Bandscheibenprobleme", so Hassler. Wie lange Kühn ausfällt, ist offen. So genießt Michael Eckert (VfR Lich) das Vertrauen. "Er hat eine überragende Vorbereitung gemacht, da mache ich mir keine großen Sorgen", vertraut Hassler dem Neuzugang.

Was die Taktik angeht, da wird der VfB 1900 weiter auf eine Viererkette, eine Raute im Mittelfeld und zwei Angreifer bauen. "Wir haben auch was anderes probiert, aber das hat nicht so geklappt", erklärt Hassler hierzu.

Helfend zur Seite stehen Stefan Hassler weiterhin Dr. Petr Brozik und Dr. Günther Moll, zudem nun auch Jakub Aljija, der als Teammanager großen Anteil an der Zusammenstellung des neuen Kaders hatte.

Ob "alles passt", das wird sich in den ersten Spielen zeigen. Gleich zum Start wartet am Samstag (17 Uhr) das Stadtduell bei der TSG Wieseck, ehe am 3. August (Dienstag, 18.30 Uhr) der SC Waldgirmes II vorstellig wird. Am 7. August (Samstag) geht es dann zum FSV Braunfels.

Michael Schüssler

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