Paralympics ohne Rollstuhlbasketball?

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(sid). Das mögliche Aus der Rollstuhl-Basketballer bei den Paralympics 2020 in Tokio hat zu einiger Aufregung und zu heftiger Kritik geführt. "Wir werden alles daransetzen, dass den Spielerinnen und Spielern die Teilnahme an den Paralympics nicht verwehrt wird. IWBF und IPC müssen eine entsprechende Regelung finden", fordert Johannes Herber, Geschäftsführer von Athleten Deutschland.

Herber bemängelt insbesondere "die fehlende Einbindung der Athletinnen und Athleten in die Entscheidungsprozesse des IWBF und die Intransparenz, die das Vorgehen des Verbands kennzeichnet".

Die Ankündigung des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) habe alle Aktiven "tief getroffen. Wir alle haben unfassbar viel Zeit und Energie in die Qualifikation für Tokio 2020 und die laufende Vorbereitung gesteckt. Diese Nachricht jetzt - wenige Monate vor Beginn der Spiele - und dazu durch eine Pressemitteilung zu erhalten, ist erschütternd und inakzeptabel", sagte Mareike Miller, Kapitänin der Rollstuhl-Basketball-Nationalmannschaft.

Das IPC hatte dem Sparten-Weltverband IWBF mit der Streichung aus dem Paralympics-Programm für die Sommerspiele in Tokio gedroht, sofern dieser bis zum 29. Mai keinen vom IPC abgesegneten Plan zur Verbesserung der Athleten-Klassifizierung umsetzt. Für Paris 2024 wurde Rollstuhl-Basketball bereits gestrichen. Diese Maßnahme kann laut IPC allerdings auch zurückgenommen werden, sofern die IWBF bis zum 31. August 2021 den IPC-Code vollständig erfüllt.

"Die Athleten-Klassifizierung ist ein integraler Bestandteil aller paralympischen Sportarten. Wenn eine Sportart nicht mit dem IPC Athlete Classification Code übereinstimmt, ist dies ein ernstes Problem, da dies die Integrität des Wettkampfes gefährdet", sagte IPC-Präsident Andrew Parsons.

Bereits am Wochenende hatte Christoph Küffner, der 1. Vorsitzende der deutschen Rollstuhlbasketballer, Stellung bezogen und dabei erklärt, dass "eine für alle Parteien zufriedenstellende Entscheidung in vielen Sitzungen und Debatten der letzten Jahre nicht gefunden wurde. Der Weg zu einer Lösung wird ein Kraftakt für alle Beteiligten". Küffner verwies ferner auf ähnliche Diskussionen in anderen Sportarten, wie dem Sitzvolleyball.

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