"Paarharmonie ist gereift"

Am 7. November wird Wetzlar wieder zum Mittelpunkt des deutschen Tanzsports. Zum dritten Mal verwandelt der Schwarz-Rot-Club Wetzlar die Rittal-Arena in einen Ballsaal, wenn die Deutsche Meisterschaft der Standard-Sonderklasse ausgetragen wird. Erwartet werden über 100 Paare aus ganz Deutschland. Aus mittelhessischer Sicht wird mit Spannung das Abschneiden der Hessenmeister Adrian Klisan/Johanna Elisabeth Hahn (Schwarz-Rot-Club Wetzlar) erwartet. Die AZ unterhielt sich im Vorfeld mit Klisan/Hahn, die beim Rot-Weiß-Club Gießen ihre ersten Erfolge feierten und lange Jahre in Lahnau-Atzbach wohnten.

(ra/djr) Am 7. November wird Wetzlar wieder zum Mittelpunkt des deutschen Tanzsports. Zum dritten Mal verwandelt der Schwarz-Rot-Club Wetzlar die Rittal-Arena in einen Ballsaal, wenn die Deutsche Meisterschaft der Standard-Sonderklasse ausgetragen wird. Erwartet werden über 100 Paare aus ganz Deutschland, darunter die amtierenden Deutschen Meister Benedetto Ferruggia/Claudia Köhler aus Pforzheim und die Vizemeister Simone Segatori/Annette Sudol aus Koblenz und Neuwied. Aus mittelhessicher Sicht wird mit Spannung das Abschneiden der Hessenmeister Adrian Klisan/Johanna Elisabeth Hahn und der Vizemeister Evgeny Vinokurov/Christina Luft (beide vom Schwarz-Rot-Club Wetzlar) erwartet. Die AZ unterhielt sich im Vorfeld mit Adrian Klisan und Johanna Hahn, die beim Rot-Weiß-Club Gießen ihre ersten Erfolge feierten und lange Jahre in Lahnau-Atzbach wohnten.

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Adrian, Johanna, die heiße Phase der Vorbereitung für die Standard-DM am 7. November in Wetzlar läuft. Welche Chancen rechnet ihr euch aus?

Johanna: "Natürlich würden wir gerne das Finale erreichen. Unsere Bestleistung zu zeigen, das ist für uns aber das Wichtigste."

Wer sind die größten Konkurrenten für das Finale?

Johanna: "Topfavoriten sind die amtierenden Deutschen Meister Ferrugia/Köhler und Vizemeister Segatori/Sudol. Dahinter ist alles offen."

Spielt der "Heimvorteil" eine Rolle?

Johanna: "Es ist ein schönes Erlebnis, vor Freunden und Bekannten zu tanzen. Jubelnde Gäste sind für uns immer ein besonderer Ansporn."

Was sind eure wichtigsten Erfolge in der letzten Zeit gewesen?

Adrian: "Wir sind mehrfache hessische Vizemeister gewesen und in diesem Jahr endlich Hessenmeister geworden. In den Deutschen Ranglisten-Turnieren sind wir fast immer im Finale, dadurch momentan auf Platz acht. In diesem Jahr waren wir Finalist der German Open Championships."

Wie bereitet ihr euch auf diese Meisterschaft vor?

Johanna: "Wir trainieren seit Jahren regelmäßig, aber vor einer Deutschen Meisterschaft erhöhen wir die Trainingsstunden und investieren in häufigere und längere Trainingseinheiten in Italien."

Adrian: "Wir trainieren täglich circa vier Stunden, sechsmal in der Woche, am siebten Tag unterrichten wir selbst so viel, dass keine Zeit mehr für unser eigenes Tanzen bleibt. Dazu kommen die vielen Stunden, die wir im Auto verbringen, um zu den Trainingsorten zu gelangen (Anm. d. Red.: Dortmund und Rom)."

Worauf legt ihr in euren Tänzen besonderen Wert? Woran feilt ihr bis zuletzt noch am meisten?

Adrian: "In unseren Tänzen achten wir verstärkt auf Musikalität, Balance und interessante Choreographien mit überraschenden Tempowechseln. Gefeilt wird bis zuletzt an der Kondition und natürlich am Outfit."

Wo liegen eure Stärken? Habt ihr Lieblingstänze?

Adrian: "Unsere Stärke ist die Paarharmonie, die durch elfjähriges gemeinsames Tanzen gereift ist."

Johanna: "Wir tanzen sehr gefühlvoll, am liebsten den Langsamen Walzer. Unseren Trainern gefällt unser Tango besonders gut."

Was macht das Tanzen als Leistungssport so attraktiv?

Adrian: "Wenn ein Tanzelement, das kann eine Figur, ein Tanz oder ein Turnier sein, so klappt, wie wir uns das vorstellen, ist das ein sagenhaft schönes Gefühl. Wenn man dann noch Applaus oder Anerkennung dafür bekommt, ist es noch besser."

Wie schafft es ein guter Tänzer heute, sich so lange in der Spitze zu halten?

Adrian: "Man braucht Fitness, Musikalität, Ausdauer und vor allem die Bereitschaft, auf viele andere Dinge außerhalb des Tanzens zu verzichten."

Wann sollte man spätestens mit dem Turniersport beginnen?

Adrian: "Wie in jedem Leistungssport sollte man so früh wie möglich anfangen, aber prinzipiell kann man in jedem Alter mit dem Tanzsport beginnen. Dafür haben wir ja speziell die unterschiedlichen Alters-Startklassen."

Was bedeutet es für euch, im Schwarz-Rot-Club Wetzlar zu tanzen und zu trainieren?

Adrian: "Die Trainingsbedingungen sind für uns optimal, da wir am Vormittag trainieren und das Clubheim des Schwarz-Rot-Clubs dann immer frei ist. Ich habe schon in frühester Jugend hier getanzt und fühle mich daher hier ganz zu Hause. Die Aufbauarbeit mit den Jugendlichen des Vereins macht mir auch sehr viel Spaß."

Johanna: "Wir finden es toll, dass der Schwarz-Rot-Club immer wieder solche großen Turniere, wie jetzt die Deutsche Meisterschaft, durchführt und alles im Vorfeld organisiert. Es ist etwas Besonderes, dass dieser Verein immer genügend Helfer hat, um solche Veranstaltungen durchzuführen. Daher freuen wir uns, wenn wir für den Verein und auch für die Stadt Wetzlar Erfolge erzielen können."

Was machen die Privatpersonen Adrian und Johanna?

Adrian: "Ich bin als Tanztrainer in verschiedenen Vereinen tätig."

Johanna: "Ich bin Schneiderin, arbeite aber auch als Tanztrainerin."

Wer waren eure größten Förderer?

Johanna: "In der Vergangenheit waren das unsere Eltern, die viel Geld, vor allem aber viel Zeit investiert und uns die Kraft gegeben haben, immer weiterzumachen, wenn es mal nicht so gut lief. Gerade bei Niederlagen ist diese Unterstützung und der Trost besonders wichtig gewesen."

Ihr tanzt seit vielen Jahren auf höchstem Niveau im deutschen Tanzsport, welche Ziele habt ihr noch?

Johanna: "Erst mal möchten wir unter die Topp 50 der Welt kommen. Dann sehen wir weiter."

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