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Peter Ottway

1Biebertaler Schachfreunde

Ottway beklagt den Wegfall sozialer Kontakte

  • Ronny Herteux
    VonRonny Herteux
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(htr). Der Ligenbetrieb ruht, dennoch sind die heimischen Schachspieler deswegen nicht zur Untätigkeit verdammt. »Freitags war ursprünglich unser Spieleabend, nun spielen wir online vereinsintern gegeneinander, ob Blitzpartien oder Schnellschach«, wie Peter Ottway, der Vorsitzende der Biebertaler Schachfreunde, nach über einem Jahr Lockdown berichtet.

30 bis 40 Spieler sind in seinem Verein aktiv, in verschiedenen Mannschaften, auf verschiedenen Leistungsebenen. »Die Wettkämpfe sind alle weggefallen, das ist ein harter Brocken«, wie der 70-Jährige beschreibt, allerdings ist für ihn ein Aspekt einer mit noch weitreichenderen Folgen: »Das Soziale fällt weg.«

Der Sprachlehrer für Englisch in der Erwachsenenbildung, der als gebürtiger Engländer seine Jugend auf der Insel verbracht hat, weiß zwar, dass viele seiner Vereinskollegen online trainieren, überdies werde auch dergestalt ein Jugendtraining angeboten, allerdings seien die sozialen Folgen besonders im Nachwuchsbereich kaum absehbar. Zwar haben die Schachfreunde bislang keine Abmeldungen beklagen müssen, allerdings auch keine Neuanmeldungen registrieren dürfen. »Die Jugendlichen wollen in die Schule, um mit ihren Freunden zu spielen«, so möchten sie auch im Training Erfahrungen austauschen, miteinander sprechen, interagieren, all das sei beim Online-Training natürlich nicht so möglich. Die große Frage sei: »Wir wissen nicht, was passiert. Wir wissen nicht, wann es wieder losgeht, wer vielleicht das Interesse verloren hat. Kommen alle Jugendlichen wieder zum Spieleabend, in das Training?«

Die Biebertaler haben an den ersten beiden Runden der Online-Liga teilgenommen, der »Deutsche Schachbund versucht halt, irgendwas am Laufen zu halten«. Löblich, und doch ist es »schon etwas anderes«, wenn die Spieler mit den Betreuern, Trainern oder Eltern zu Turnieren fahren, Kontakte knüpfen können.

Die 80 Mitglieder starken Schachfreunde, die seit 2004 von Ottway angeführt werden, haben sich im Ort um den Nachwuchs bemüht, AGs in Schulen oder Kurse im Rahmen der Ferienspiele angeboten. Fraglich sei, ob »wir nach der Pandemie erneut Leute finden, die das wieder aufgreifen«. Denn dort müsse angesetzt werden, »Kinder haben einen Riesenspaß, zudem fördert Schach das logische Denken«. Erwachsene für Schach zu begeistern, sei eher schwierig.

Auch sei es durch die »moderne Lebensweise immer schwieriger, sich einbringende Personen zu finden«. Ein bekanntes Problem in der noch breiten Vereinslandschaft. Ottway selbst wurde im Alter von acht Jahren durch einen Lehrer zum Schachsport gebracht, und das habe sein Leben maßgeblich beeinflusst. Positiv. Denn alles auf dem Schachbrett müsse erst einmal im Kopf entstehen. FOTO: BF

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