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Freuten sich über den Regionalsieg beim bundesweiten Wettbewerb »Sterne des Sports« sowie 1500 Euro Preisgeld und hoffen jetzt auf den Landesentscheid im Herbst: Vorstand, Trainer sowie Spieler mit und ohne Handicap des Tennisclubs Laubach sowie Bürgermeister Matthias Meyer (3. v. l.).

»Oscar des Breitensports«

  • VonDunja Osswald
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(dun). Die Sportvereine der Region leisten jeden Tag ihren besonderen gesellschaftlichen Beitrag. Sie sorgen nicht nur dafür, dass man gesund und fit bleibt. Darüber hinaus bieten sie ein Gefühl der Gemeinschaft und fördern den sozialen Zusammenhalt in der Gesellschaft. Doch freiwillige Mitarbeit in den Sportvereinen ist nicht selbstverständlich. Gemeinsam mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) würdigen die Volksbanken Raiffeisenbanken (VR) bundesweit außergewöhnliches ehrenamtliches Engagement.

Mit dem Wettbewerb »Sterne des Sports« erhalten die Clubs die Anerkennung, die sie verdienen. Den besonderen sozialen Einsatz würdigt man mit diesem »Oscar des Breitensports«.

Auf regionaler Ebene verliehen DOSB und die VR Bank Main-Kinzig-Büdingen kürzlich den »Stern des Sports« in Bronze. Den ersten Platz belegte dabei der Tennis-Club Laubach mit seinem Inklusionsprojekt »Tennis für alle«. Den Regionalsieg samt bronzenem Stern nahmen der Vorstand des TC um Janna Schleier und Mario Wiegran sowie Projektinitiator Dirk Oßwald während der Preisverleihung auf der Laubacher Tennisanlage entgegen. Noch dazu freute man sich über ein Preisgeld von 1500 Euro.

Als Erstplatzierter nimmt der Siegerverein nun am Wettbewerb auf Landesebene teil und hat die Aussicht auf Erfolg sowie den silbernen Stern. Für den »Stern des Sports« in Gold qualifizieren sich dann die Landessieger, welche im November gekürt werden, und treten auf Bundesebene mit ihren Ideen rund um soziales Wirken gegeneinander an.

Die Freude an der Tennisanlage im Laubacher Froschloch war dann auch groß, als Mark Langlitz und Sandra Heuser von der VR-Bank Main-Kinzig-Büdingen die Ehrung im Beisein von Viktoria Anders vom Hessischen Tennisverband (HTV) sowie Spielern mit und ohne Handicap sowie den Vereinstrainern vornahmen.

»Uns hat die Idee des Projekts ›Tennis für alle‹ besonders begeistert«, betont Mark Langlitz vom Marketing-Team der Bank. Dirk Oßwald, Initiator des Projekts, erzählte, was dahintersteckt: »Es war ein Experiment mit offenem Ausgang, das wir im letzten Jahr starteten. Zwei Jahre haben wir geplant und Expertengespräche geführt, bevor wir loslegten.« Intensiv beschäftigte sich der Verein damit, Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen den Tennissport zu ermöglichen. Egal, ob körperliche, geistige oder psychische Erkrankung - für alle besteht seitdem beim Laubacher Tennisverein die Gelegenheit, den Sport mit der gelben Filzkugel kennenzulernen und gemeinsam mit Menschen ohne Behinderung auszuüben.

Tatsächlich ist der TCL einer von nur sieben Vereinen in ganz Hessen, der zum Beispiel Rollstuhlfahrern die Möglichkeit zum Tennisspiel anbietet. Sogar ein Sport-Rollstuhl wurde angeschafft, den Spieler kostenfrei nutzen können, sofern sie kein eigenes Gerät haben. Aber auch Menschen mit anderen Handicaps trainieren und spielen inzwischen regelmäßig im Verein - ganz selbstvertändlich und als Teil der sportlichen Gemeinschaft.

»Mit dem Projekt ›Tennis für alle‹ haben die Laubacher Sportler den Inklusionsgedanken im ländlichen Raum realisiert«, lobte auch Laubachs Bürgermeister Matthias Meyer das Engagement und freute sich über den Sieg. »Unsere neuen Mitglieder bereichern das Vereinsleben ungemein«, konnte die zweite Vorsitzende Janna Schleier berichten. Bei so manchem Vereinsmitglied haben sie zu einer Bewusstseinsänderung beigetragen. Mit großem Engagement dankten die Menschen mit Behinderung dem Bestreben des Vereins, einfach und unbefangen auf diese große Zielgruppe zuzugehen. Denn obwohl es über zehn Millionen Menschen mit Beeinträchtigungen in Deutschland gibt, sind diese bisher oft noch keine Zielgruppe für Sportvereine. »Der TC Laubach sieht das anders - und ist damit erfolgreich«, freute sich Langlitz abschließend.

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