Scottie James Junior und das Rumpfteam der Gießen 46ers haben beim Rewe-Cup in Hagen Platz drei belegt. FOTO: FRIEDRICH
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Scottie James Junior und das Rumpfteam der Gießen 46ers haben beim Rewe-Cup in Hagen Platz drei belegt. FOTO: FRIEDRICH

Basketball

O’Reilly setzt bei Gießen 46ers Akzente

  • vonSebastian Kilsbach
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Für die Titelverteidigung reicht es für die Gießen 46ers beim Turnier in Hagen zwar nicht. Der Basketball-Bundesligisten schlägt sich aber wacker und wird Dritter.

"Sie spielen zusammen und haben Spaß. Das ist das Wichtigste", zog Sportdirektor Michael Koch eine positive Bilanz des Rewe-Cups in Hagen. Gegen die Fraport Skyliners, die bereits mehrere Testspiele gegen BBL-Konkurrenten absolviert hatten, gestalteten die 46ers das Halbfinale am Samstag beim 88:90 offen. "Und den Hagener Run im dritten Viertel haben wir in die richtigen Bahnen gelenkt", freute sich Koch über das 111:92 im Spiel um Platz drei am Sonntag.

Turniersieger wurde Telekom Baskets Bonn durch einen 81:62-Finalerfolg über die Fraport Skyliners.

Halbfinale / Gießen 46ers - Frankfurt Skyliners 88:90 (46:52):Die Generalprobe für den BBL-Pokal, in dem die beiden Teams in Kürze wieder aufeinandertreffen, ist zumindest auf dem Papier misslungen. Spielerisch gab es zwar Schatten, aber auch Lichtblicke, die sich in der Krollmann-Arena offenbarten. "Dafür, dass Bjarne (Kraushaar) gerade mal zwei Trainingseinheiten hinter sich hat, Jonathan (Starks) nach wie vor noch ausfällt und Andrew (Rowsey) noch nicht mit dabei war, hat besonders Liam (O’Reilly) das heute sehr gut gemacht", war Coach Ingo Freyer in seiner Heimatstadt voll des Lobes.

Das Narrativ auf verletzte Spieler zu lenken, wenn ein Match verloren ging, ist so alt wie der Sport selbst. Den nach wie vor ausfallenden Alen Pjanic ließ Freyer dabei sogar unerwähnt. Bei der knappen Niederlage im Hessenderby auf fremden Terrain ist aber vor allem O’Reillys Leistung kaum hoch genug zu hängen.

21 Punkte und acht Assists schrieb sich der Neuzugang in die Statistik - und das, obwohl er wie weite Mannschaftsteile über die gesamte Partie mit Foulproblemen zu kämpfen hatte. Nach einer Stepback-Finte ließ O’Reilly die ersten Gießener Punkte aus der Dreierdistanz einfliegen (19:18, 7.). Zuvor waren es die Frankfurter, die ihr Heil am Perimeter suchten, während die 46ers aus einer galligen Ganzfeldverteidigung heraus Fastbreaks generierten.

Pure Spielfreude kennzeichnete O’Reilly nach dem Seitenwechsel, der gleich im ersten Angriff aus der Drehung von halblinks abdrückte. Auf der Gegenseite scheute der bullige Guard keinen Kontakt und erzwang einen Steal: am Ende eines Fastbreaks legte er auf Scottie James Junior ab, der dunkte. Mit einem Dreier brachte der O’Reilly kurz darauf die Führung zurück (55:52, 23.), musste wenig später aber mit seinem vierten Foul ausgetauscht werden.

Frankfurt setzte sich im Schlussviertel ab und führte nach Punkten von Jon Axel Gudmundsson schon mit 79:70. Ein Dreier von O’Reilly sowie zwei weitere Distanztreffer durch Isaac Hamilton brachten Gießen zurück in Schlagdistanz (79:81, 38.). Die Siegchance aus der Hand gaben die Lahnstädter, als Gudmundsson in der Schlussminute alle fünf 46ers düpierte und völlig frei durch die Mitte zum Korb spazieren durfte. "Wir müssen noch daran arbeiten, mehr als Team und nicht so stark individuell zu agieren, ansonsten denke ich, hat das heute einen guten Eindruck gemacht", so Koch.

Ärgerlich nahm sich aus, dass das Team am Sonntag im Spiel um Platz drei so "nur" auf Zweitligist Phoenix Hagen traf. Der Ausrichter des Cups war an Bonn gescheitert.

Gießen 46ers: Hamilton (12), O’Reilly (21, 8 Assists), Kraushaar (4), Uhlemann, Richter (11), Bowman (10), Zylka (9), James JR (17, 10 Rebounds), Thomas (4, 7 Rebounds). - Frankfurt: Mobley (13), Begue (3), Schoormann (4), Vrcic (10), Püllen, Onyia, Murphy (11), Robertson (13), Gudmundsson (27), Völler, Meredith (9).

Platz 3 / Gießen 46ers - Phoenix Hagen 111:92 (65:45):Die körperlich unterlegenen Feuervögel liefen fast 40 Minuten einem zweistelligen Rückstand hinterher. Neben O’Reilly, der abermals emsig auf beiden Seiten des Feldes ackerte, tat sich Brandon Thomas hervor. Der Routinier markierte 35 Punkte.

Dabei experimentierte Freyer mit verschiedenen Verteidigungsvarianten und ließ im Rahmen seiner Möglichkeiten tief durchrotieren. Das wusste sein Ex-Club vor allem im dritten Viertel zu nutzen. Ein 20:5-Lauf brachte die Gastgeber zwischenzeitlich wieder auf 67:75 (26.) heran. Unter anderem in der Pick-&-Roll-Verteidigung sahen die 46ers häufig schlecht aus und ließen einfache Körbe zu. Wirklich in Gefahr geriet der Gießener Sieg allerdings nie, wobei auch Hagen-Coach Chris Harris am Ende Experimentierfreude an den Tag legte.

"Wir wissen, wo es noch Baustellen gibt, haben aber noch genug Zeit, um daran zu arbeiten", ist Koch zwei Wochen vor dem BBL-Pokalturnier optimistisch.

Gießen: Hamilton (9), O’Reilly (15, 9 Assists), Kraushaar (8), Uhlemann (3), Richter (19), Zylka (11), James JR (11), Thomas (35).

Hagen: Bishop (5), Delaney (17), Cartwright (12), Giese (3), Loch (5), Haney (4), Zdravevski (10), Lodders, Spohr (13), Aminu (17), Baumann (6).

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