Ohne Socken und Schuhe Bewegung fühlen

"Alles für die Fü? war das Motto des 11. Kinderaktionstages des Sportkreises Gießen am Samstag in Lich. In Zusammenarbeit mit dem TV 1860 Lich, der Sportjugend Hessen und der Organisation "Integration durch Sport" wurden vier Workshops für Lehrer, Erzieher und Übungsleiter und ein bewegter Nachmittag für Kinder und Eltern angeboten. Natürlich drehten sich alle Aktivitäten in der Halle rund um die Füße.

(svh) "Alles für die Fü? war das Motto des 11. Kinderaktionstages des Sportkreises Gießen am Samstag in Lich. In Zusammenarbeit mit dem TV 1860 Lich, der Sportjugend Hessen und der Organisation "Integration durch Sport" wurden vier Workshops für Lehrer, Erzieher und Übungsleiter und ein bewegter Nachmittag für Kinder und Eltern angeboten. Natürlich drehten sich alle Aktivitäten in der Halle rund um die Füße.

Die Bedeutung von sportlicher Aktivität und ein bewusster Umgang mit den eigenen Füßen, die häufig bereits im Kindesalter vernachlässigt werden, stand im Mittelpunkt des Aktonstages. Michael Staudt, Orthopädie- und Schuhtechniker, führte zu Beginn des Tages alle 48 Teilnehmer der Sportpädagogischen Fortbildung in die elementare Bedeutung einer gesunden Fußentwicklung für die langfristige kindliche Körperhaltung und Gesundheit ein. Anschließend wurden aus den Zuhörern Aktive: In vier Workshops im Bürgerhaus Lich konnten die Teilnehmer in praktischen Übungen zum Thema Fußgesundheit Anregungen für ihre eigenen Trainingsprogramme sammeln.

Staudt bot einen Kurs zu Präventivmaßnahmen für Fußfehlstellungen bei Kindern an. Die Sozialpädagogin Monika Abe-Bratke gab Unterricht im Kinderyoga und zeigte, wie bereits die Kleinsten ihr eigenes Körperbewusstsein schulen können. Der Workshop "Auf die Füße, fertig los!" von der Psychomotorikerin und Motopädagogin Margot Zulauf und der Erzieherin und Übungsleiterin Iris Emich führte die Bedeutung von alltäglicher Fußgymnastik vor. Katja Kratzenberger aus dem Lehrteam der Sportjugend Hessen zeigte, wie der spielerische Einsatz von Alltagsmaterialien die Bewegungszeiten in Kindergärten, Schulen und Vereinen bereichern kann.

"Es ist nicht immer einfach, alle Kinder für Sport zu begeistern. Nur wenn die Trainingsleiter die Übungen selber erfahren haben, können sie diese auch gut vermitteln", sagt Kratzenberger. Auch Workshop-Teilnehmerin Yvonne Hess, Übungsleiterin beim TSV Villingen, weiß den Nutzen der praktischen Fortbildung zu schätzen: "Sich selber einmal nur auf die eigenen Füße zu konzentrieren war enorm lehrreich, ich habe viele Ideen mitnehmen können."

Der bewegte Nachmittag wurde mit einer Vorführung des Karate-Dojo Lich, gefolgt von einer Tanz- und einer Rope Skipping-Gruppe des TV Lich eröffnet. In der Dietrich-Bonhoeffer-Halle war ein Barfuß-Parcours aufgebaut worden, in dem Kinder und Eltern das Gefühl von verschiedenen Materialien wie Tannenzapfen oder Gummi an den Füßen erleben konnten.

"Ich finde alle Angebote toll, am besten gefällt mir, dass ich alles ohne Schuhe und Socken ausprobieren darf", sagt die elfjährige Erika Kaiser, die mit ihren Eltern zum Kinderaktionstag gekommen war und gemeinsam mit gut 50 weiteren Kindern durch die Sporthalle tobte. Auch die Eltern waren von der Aktion begeistert. Silke Laun aus Lich freute sich über diese kostenlose Sportmöglichkeit: "Die Kleinen können hier so viele Sachen ausprobieren, sich richtig verausgaben und mit anderen Kindern in Kontakt kommen."

Kontakte durch Sport zu ermöglichen, ist auch das Ziel von "Integration durch Sport". Teamer Jeremias Baake brachte es auf den Punkt: "Sport spricht alle Sprachen. Wir helfen gerne bei Aktionen für Kinder, um früh ein Gemeinschaftsgefühl zu fördern." Die Organisation hatte mehrere Spielgeräte zum Parcours beigesteuert.

Der Nachmittag klang mit der Preisverleihung eines Malwettbewerbs des TV Lich zum Thema "Mein Lieblingssport" aus. In der Kategorie Schulkinder gewann Jana Blechinger, die Siegerinnen aus den Kindergärten "Auf dem Gleienberg", "Am Gründchen" und "Oberstadt" waren Emilia Fey, Marlon Coskun und Frederike Merle.

Sabrina Ottmann aus dem Jugendvorstand des Sportkreises Gießen bewertete den Erfolg der Veranstaltung: "Unser Ziel war es, den Workshop-Teilnehmern und den Eltern theoretisch und praktisch ins Bewusstsein zu rufen, wie wichtig Sport und die besondere Beachtung der Füße für die kindliche Entwicklung ist. Und ich denke, das ist uns heute auch gelungen."

Auch Gudrun Neher, Referentin der Sportjugend Hessen und verantwortlich für die inhaltliche Gestaltung des Kinderaktionstages weiß: "Die Kombination aus Fortbildungsangeboten und dem bewegten Nachmittag ist eine Gießener Besonderheit." Das Konzept ist gefragt: Nächstes Jahr wird der Kinderaktionstag zum ersten Mal in Kooperation mit dem Sportkreis Marburg organisiert werden und daher erstmals nicht von einem Verein des Kreises Gießen ausgerichtet werden.

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