Ohne Salzer geht HSG die Luft aus

Die Handballer der HSG Wetzlar wollten im hohen Norden das Husarenstück, das sie in der Handball-Bundesliga am vergangenen Freitag gegen den TBV Lemgo geschafft hatten, wiederholen. Doch daraus wurde nichts. Denn die SG Flensburg/Handewitt rührte in der Abwehr Beton an. An diesem Bollwerk zerbarsten in der zweiten Halbzeit die letzten Hoffnungen der Roth-Schützlinge, nach zwölf Niederlagen und einem Unentschieden in den letzten Jahren endlich einmal beide Punkte aus der Campushalle in Flensburg zu entführen. Der HSG-Auftritt glich dem vom März diesen Jahres. 20 Minuten lang hatte die HSG gut mitgehalten, wurden dann aber überrollt und erlitt mit 25:35 eine herbe Klatsche. Diesmal erging es der HSG vor 6000 Zuschauern nicht anders. Am Ende stand eine deutliche 25:36 (15:19)-Niederlage.

(zab) Die Handballer der HSG Wetzlar wollten im hohen Norden das Husarenstück, das sie in der Handball-Bundesliga am vergangenen Freitag gegen den TBV Lemgo geschafft hatten, wiederholen. Doch daraus wurde nichts. Denn die SG Flensburg/Handewitt rührte in der Abwehr Beton an. An diesem Bollwerk zerbarsten in der zweiten Halbzeit die letzten Hoffnungen der Roth-Schützlinge, nach zwölf Niederlagen und einem Unentschieden in den letzten Jahren endlich einmal beide Punkte aus der Campushalle in Flensburg zu entführen. Der HSG-Auftritt glich dem vom März diesen Jahres. 20 Minuten lang hatte die HSG gut mitgehalten, wurden dann aber überrollt und erlitt mit 25:35 eine herbe Klatsche. Diesmal erging es der HSG vor 6000 Zuschauern nicht anders. Am Ende stand eine deutliche 25:36 (15:19)-Niederlage.

"Wir haben uns Respekt erkämpft. Am Ende war es aber wie immer. Die SG ist einfach breiter aufgestellt", vermisste HSG-Trainer Michael Roth die personellen Möglichkeiten des Gegners im eigenen Team. Besonders hart traf den Coach, dass er seinen Spielmacher Timo Salzer nicht aufbieten konnte. Zwar versuchten die "Medizinmänner" der HSG bis zum Schluss alles, den überragenden Spieler des vergangenen Freitags fit zu bekommen, doch es ging einfach nicht. Im Abschlusstraining am Dienstag war dem Schwaben ein Wirbel herausgesprungen.

Die HSG startete trotzdem sehr konzentriert, ließ sich durch die schnelle Führung der Gastgeber nicht einschüchtern. Nach dem 5:5 (10.) übernahm sogar die HSG, getragen noch von der Euphorie des Sieges über Lemgo und mit einem starken Alois Mraz auf der Spielmacherposition mit 10:7 (15.) die Führung. Auch das zwischenzeitige 11:11 (20.) brachte die HSG noch nicht aus dem Rhythmus. Erneut legte Wetzlar ein 13:11 (22.) vor.

Flensburgs Coach Per Carlen reagierte prompt, nahm eine Auszeit und stellte sein Team neu ein. Für Dan Beutler kam nun der zuletzt überragende Johann Sjöstrand ins Tor und führte sich gleich gut ein. Auch arbeitete die SG-Abwehr nun rechtzeitiger nach vorne. Ehe sich die HSG versah, zogen die Hausherren nicht nur gleich, sondern nach dem 14:13 (25.) bis zur Pause auf 19:15 davon.

Der zweite Durchgang stand dann völlig im Zeichen der Flensburger. In der dicht gestaffelten Deckung der Gastgeber mit einem erneut glänzend parierenden Johann Sjöstrand dahinter gab es kaum noch ein Durchkommen für die Wetzlarer, denen nach und nach die Puste ausging. Die galt besonders für die "Dauerbrenner" der letzten Partien, Georgios Chalkidis und Sven-Sören Christophersen.

Überfallartig spielten die favorisierten Flensburger ihre Vorstöße von hinten heraus, die durchweg erfolgreich abgeschlossen wurden. Aber auch das Kombinationsspiel der Flensburger lief nun reibungslos. Bis zur 46. Minute war die Führung des Tabellenzweiten auf 29:20 angewachsen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war den HSG-Spielern klar, dass es an diesem Tag in Flensburg abermals keine Punkte zu holen gab.

Die SG spielte konzentriert ihren Stiefel herunter, lag beim 34:23 (54.) erstmals mit elf Toren vorne und brachte diese Führung letztlich sicher über die Zeit.

"Für uns ist dieser Spielplan ein Problem. Meine jungen Spieler müssen in zehn Tagen vier Spiele absolvieren. Das können sie noch nicht", übte der Wetzlarer Coach Roth Kritik an der Spielplangestaltung. Rainer Dotzauer, der Sportliche Leiter der HSG, wusste indes genau, was seine Spieler nach dem "Knaller" gegen Lemgo am vergangenen Freitag und dem Pokal-Krimi in Gummersbach am Dienstag zuvor nun dringend benötigen: "Wir brauchen eine Pause, müssen Kräfte sammeln und uns neu aufstellen. Und dann geht es wieder volle Pulle gegen Göppingen"

SG Flensburg/H.: Beutler, Sjöstrand; Carlen (9), Mogensen (3), Svan Hansen (6), Christiansen (2), Johannsen (2), Heinl (2), Boesen (5), Knudsen (1), Pettersson (3), Eggert (3), Fahlgren, Karlsson.

HSG Wetzlar: N. Weber, Krasavac; Christophersen (6/2), Schmidt (1), Allendorf (3/1), Jungwirth (4), Mraz (7), Chalkidis, Werum, Djordjic, Valo (4), Schneider, S. Weber.

Im Stenogramm: SR: Immel/Klein (Mülheim/Oberhausen). - Z.: 6000. - Zeitstr.: 10:4 Min. - Siebenmeter: 0/0:4/3. Wilfried Zabel

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