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Der Schwede Olle Forsell Schefvert (25) wird der HSG Wetzlar beim TVB Stuttgart auf jeden Fall, womöglich sogar bis Saison-ende fehlen.

Ohne Forsell Schefvert

  • Daniela Pieth
    VonDaniela Pieth
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Die HSG Wetzlar tritt am Sonntag in der Handball-Bundesliga beim TVB Stuttgart an. Allerdings ohne ihren schwedischen Rückraum-Allrounder Olle Forsell Schefvert.

Nach einem fantastischen Auftritt gegen die Rhein-Neckar Löwen ist die HSG Wetzlar in der Handball-Bundesliga am Sonntag um 16 Uhr (live bei Sky) beim TVB Stuttgart gefordert. Beim Spiel am Ostersonntag gegen den Tabellenzweiten zeigten die Grün-Weißen seit langer Zeit ein Spiel, in dem sie keine Einbrüche hatten, sondern über 60 Minuten konstante Leistung ablieferten. Eine stabile Defensive mit Torhüter Till Klimpke als Rückhalt. Gutes Umschalten von der Abwehr in den Gegenstoß. Im Positionsangriff diszipliniert immer wieder Lösungen gefunden. Das muss man auch in Stuttgart auf die Platte bringen, um zu punkten.

Direkter Vergleich: In bisher zehn Bundesliga-Begegnungen setzten sich die Wetzlarer acht Mal durch. Auch das Hinspiel entschieden die Grün-Weißen Anfang Dezember mit 30:25 für sich. Garant dafür war eine überragende Torwartleistung von Tibor Ivanisevic und ganz allgemein eines der besten Spiele der Wetzlarer, die komplett angetreten waren. Zu diesem Zeitpunkt waren die Stuttgarter für Wandschneider die Mannschaft der Stunde, hatten mit Siegen gegen Hannover, Magdeburg und Leipzig von sich reden gemacht und standen in der Tabelle mit drei Punkten mehr auf dem Konto vor der HSG. Jetzt ist es andersherum, was auch an der Verletzungsmisere der Stuttgarter liegt.

Personalprobleme: TVB-Coach Jürgen Schweikardt muss rund vier Wochen auf Nationaltorhüter Johannes Bitter verzichten, der sich einer Meniskusoperation unterziehen musste. Mittelmann Rudolf Faluvégi hat sich im Heimspiel gegen den SC Magdeburg einen Kreuzbandriss zugezogen und wird lange Zeit nicht mehr zur Verfügung stehen. Wann Adam Lönn, Tim Wieling und Sascha Pfattheicher wieder spielen können, steht noch nicht fest.

Aber auch Wandschneider steht mit seinem Team vor einer neuen Herausforderung. Zu Alexander Feld, der sich schon länger mit Problemen am Schambein herumquält, fällt auch Olle Forsell Schefvert aus. Der hat sich am Donnerstag auf den Weg nach Schweden gemacht, um sich einer Untersuchung bezüglich seiner Knieprobleme zu unterziehen. Dort wird dann auch entschieden, ob eine Operation nötig ist.

Stellungsspielchen in der Abwehr: Durch den Ausfall von Olle Forsell Schefvert ist Wandschneider wieder einmal gezwungen, vor allem seine Abwehr umzustellen. Im Mittelblock, wo der Schwede gesetzt ist, wird Philipp Henningsson verstärkt gefordert sein. Der Neuzugang soll mit Anton Lindskog den Laden dichtmachen. Doch auch der Kreisläufer läuft seiner Form etwas hinterher, ist nicht vollkommen fit. Im linken Rückraum steht Lenny Rubin bereit, den Ausfall von Forsell Schefvert zu kompensieren. Gegen die Rhein-Neckar Löwen hat der Schweizer sein bisher bestes Spiel für die Wetzlarer gemacht und brennt darauf, sich weiter zu beweisen. Rubin soll auch in den Mittelblock rücken, wenn Henningsson oder Lindskog eine Pause brauchen. Doch auch er wird Pausen brauchen, wodurch wiederum Henningsson im Angriff ins Spiel kommt. Der hat im bisherigen Saisonverlauf kaum vorne eingegriffen, ist meistens lediglich die erste und zweite Welle mitgegangen. Bleibt die Frage, ob die Mannschaft die Ausfälle über 60 Minuten kompensieren kann; ob die Kraft am Ende reicht.

Das sagen die Verantwortlichen : »Gegen die HSG Wetzlar muss besonders unsere Abwehr gut stehen«, warnt TVB-Coach Schweikardt, und Bruder Michael Schweikardt, der für das Scouting im Verein zuständig ist, ergänzt: »Die HSG ist in meinen Augen ein ganz harter Brocken. Sie sind zwar auf dem Papier ungefähr auf dem gleichen Niveau wie wir, spielen aber wirklich sehr clever und abgezockt und dementsprechend schwer ist es auch, gegen diese Wetzlarer Mannschaft zu gewinnen.« Für Wandschneider hingegen ist klar: »Wir müssen wieder neue Wege gehen in Stuttgart und gucken, dass das optimal klappt.« Der Sieg gegen die Löwen war für ihn vor allem ein Sieg für den Kopf. »Hurra, wir können es noch«, lächelte Wandschneider. »Es gibt einen schönen Satz: Das was hinter uns liegt und das was vor uns liegt, ist nichts im Vergleich zu dem, was in uns liegt. Es gilt, alles rausholen, die Schätze heben, die die Mannschaft noch zu bieten hat. Da schlüpfen Spieler in neue Rollen und haben die Chance, sich da zu bewähren. Wir sind nie, egal in welcher Besetzung, sang- und klanglos untergegangen. Die Mannschaft hat immer eine Antwort gegeben. Wir müssen uns immer wieder zusammenraufen, diese Rückschläge wegstecken und die Herausforderungen annehmen.«

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