Offenbachs Geschäftsführer Thomas Sobotzik tritt vehement für eine Einstufung der Regionalliga als Profisport ein. ARCHIVFOTO: DPA
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Offenbachs Geschäftsführer Thomas Sobotzik tritt vehement für eine Einstufung der Regionalliga als Profisport ein. ARCHIVFOTO: DPA

Offenbach als Sprachrohr

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(dün). Die Entscheidung steht noch aus. Aber für Thomas Sobotzik kann es in der Frage, ob der Spielbetrieb in der Fußball-Regionalliga Südwest fortgesetzt wird, nur eine Antwort geben. "Wenn wir einmal aufhören, bin ich mir sicher, dass wir nicht vor März weitermachen werden. Und was dann noch übrig ist von den Klubs der Regionalliga, daran will ich gar nicht denken", sagt der Geschäftsführer der Offenbacher Kickers. Der OFC ist ein Sprachrohr für die Klubs, die für eine Fortsetzung kämpfen. Sobotzik: "Es kann nicht sein, dass Vereine wie Bayern Alzenau und Co. über das Sein oder Nichtsein großer Traditionsklubs befinden."

Die zuständigen Ministerien in den einzelnen Bundesländern müssen laut Sascha Dö-ther, dem Geschäftsführer der Regionalliga Südwest GbR, klären, ob die Regionalliga als Amateursport (muss pausieren) oder Profisport (darf trotz des Lockdowns weitertrainieren und ohne Zuschauer spielen) eingestuft wird. Die für heute und morgen angesetzten Begegnungen wurden wegen des schwebenden Verfahrens erst einmal abgesagt.

Den Informationen von Sobotzik zufolge hat nach Hessen und dem Saarland auch Rheinland-Pfalz die Regionalliga als Profisport eingestuft. Offen ist noch, wie es in Baden-Württemberg sowie Bayern gehandhabt wird. Und so könnte Bayern Alzenau, das sich wie übrigens auch der FC Gießen als Amateurklub sieht, in der Tat das Zünglein an der Waage werden. Der Verein ist zwar Mitglied im Hessischen Fußball-Verband, aber in Bayern beheimatet und somit an die Entscheidungen der dortigen Landesregierung gebunden. Sollte diese festlegen, dass in Bayern Regionalligisten nicht mehr spielen und trainieren dürfen, wäre das für Sobotzik kein unlösbares Problem. Er verweist darauf, dass jeder Klub eine Ausweichspielstätte angeben musste. Die Alzenauer hatten aber schon beim ersten Lockdown betont, dass ein Umzug für sie kein Thema sei. Sobotzik wünscht sich deutlich mehr Kompromissbereitschaft und Solidarität: "Alzenau hat es einfach. Die schicken bei einer Saisonunterbrechung die Spieler nach Hause, schließen das Stadion ab und haben null Kosten", meint der OFC-Geschäftsführer. "Aber was ist mit unserem Stadion und unserer Geschäftsstelle? Das sind im Monat mehr als 30 000 Euro Kosten. Wovon sollen wir das bezahlen, wenn vielleicht auch noch Regressansprüche kommen?"

Sobotzik betont, dass viel mehr auf dem Spiel stehe als die Fortsetzung der Saison: "Es geht um die grundsätzliche Frage, was wir in unserer Gesellschaft wollen. 1. bis 3. Liga und danach ist es vorbei? Dann können wir das Stadion zumachen und den Rasen kniehoch wachsen lassen."

Die Kickers wollen zur Not rechtliche Schritte einleiten. "Wir haben bereits in der jüngsten Vergangenheit gezeigt, dass wir auch juristisch kämpfen können und wollen", heißt es in einem offenen Brief des OFC an Döther, den Geschäftsführer der Regionalliga Südwest GbR. In dem von Kickers-Präsident Joachim Wagner unterzeichneten Schreiben wird Döther aufgefordert, sich dafür einzusetzen, dass die Spielklasse den Profi-Status erhält ("Alles andere wäre eine Bankrotterklärung"), und dies auch öffentlich kundzutun. Ferner heißt es: "Sie haben aktuell wie schon in der Vergangenheit einen ›fairen und solidarischen Umgang‹ eingefordert. Es ist jedoch so, dass ein einziger in Bayern beheimateter Verein weder Mehrheitsentscheidungen akzeptiert, noch sich solidarisch oder fair verhält. Wer das Fußballspielen in der Regionalliga nur als sein privates Hobby betrachtet, sollte sich vom Spielbetrieb abmelden."

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