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Lenny Rubin ist wieder genesen und steht beim Pokaleinsatz der HSG Wetzlar in Balingen zur Verfügung.

Handball

Noch mal Turniermodus: Wetzlar in Balingen, Hüttenberg in Hanau gefordert

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Die mittelhessischen Handball-Aushängeschilder aus Wetzlar und Hüttenberg müssen im DHB-Pokal am Wochenende auswärts ran. Für die HSG geht’s nach Balingen, für den TVH nach Hanau.

Vor dem Bundesligastart wartet die erste Runde im DHB-Pokal auf die Handballer der HSG Wetzlar. In der Balinger Sparkassen-Arena geht es am Wochenende im Turniermodus um den Einzug ins Achtelfinale. Ausrichter des Turniers ist Bundesliga-Aufsteiger HBW Balingen-Weilstetten, der in der "Hölle Süd" Heimvorteil genießt.

Die erste Partie am Samstag zwischen dem TV Großwallstadt und dem Longericher SC beginnt um 16 Uhr. Das zweite Spiel kann getrost als vorgezogenes Endspiel angesehen werden, wenn um 19 Uhr HBW auf die HSG Wetzlar trifft. Am Sonntag steigt um 16 Uhr das Finale. Sämtliche Entscheidungen werden von sportdeutschland.tv live übertragen.

Neue Verletzungssorgen

Aufgrund der guten Eindrücke in der Vorbereitung - zwei Turniersiege und ein Unentschieden gegen den FC Porto - könnten die Grün-Weißen mit breiter Brust nach Baden-Württemberg fahren. Doch der Himmel über Wetzlar ist genauso trüb, wie im Rest Mittelhessens. Lenny Rubin ist von seiner Magen-Darm-Grippe zwar wieder genesen, dafür hat es jetzt Stefan Cavor, Stefan Kneer, Maximilian Holst und Emil Frend Öfors erwischt. "Die vier sind außer Gefecht. Wir hoffen, dass wir sie bis Freitag, Samstag so weit wieder hinkriegen, dass sie es probieren können", seufzte Trainer Kai Wandschneider. "Grandiose Vorbereitung, und dann kommt so was." Es gilt das ewig gleiche Mantra: "Trotzdem werden wir hinfahren und alles geben, um zwei Runden weiter zu kommen."

Die Mannschaft hat sich in der letzten Saison enorm weiterentwickelt. "Die Jungs sind füreinander durchs Feuer gegangen, wir haben das Stahlbad schon hinter uns", so der Trainer. Wandschneider steht, entgegen den Jahren zuvor, eine eingespielte Mannschaft zur Verfügung, in der lediglich Neuzugang Alexander Feld noch ein wenig Zeit braucht, um sich in die Abläufe im Spiel der HSG einzufinden.

Wetzlar hat das schwerste Los aller Erstligisten gezogen, muss auswärts im ersten Spiel bei einem heimstarken Erstligisten antreten. Das wäre auch mit kompletter Besetzung eine Herausforderung. Dennoch kann Wandschneider dieser Konstellation auch etwas Gutes abgewinnen, denn es ist vor dem Saisonstart am kommenden Donnerstag gegen Lemgo ein letzter Gradmesser.

Balingen hat eine routinierte, eingespielte Mannschaft, die sich punktuell gut verstärkt hat. Mit Vladan Lipovina wechselte ein alter Bekannter der HSG von den Rhein-Neckar Löwen zu den "Galliern" und soll auf der rechten Rückraumposition für die nötige Durchschlagskraft sorgen. Der Däne Mike Jensen ersetzt auf der Torhüterposition Tomas Mrkva und hat bereits eine gute Performance gezeigt. "Die sind auf jeder Position gut besetzt und verfügen auch über Bundesligaerfahrung", so Wandschneider.

Der Fokus liegt zunächst voll auf der ersten Partie, doch Wandschneider wäre nicht so erfolgreich, wenn er sich nicht auch mit den möglichen kommenden Gegnern befasst hätte. "Im Zweifel sind wir auch immer stark genug, um schnell im Spiel zu lernen. Wir müssen in allererster Linie auf uns gucken, unsere Stärken ausspielen, sodass sich der Gegner nach uns richten muss."

Wiedersehen mit Eyjólfsson?

Auch für Zweitligist TV 05/07 Hüttenberg steht am Samstag die erste Pokalrunde an, die letztmals in diesem Jahr in der Vierer-Turnierform stattfindet. Denn nicht nur, dass der TVH in diesem Jahr mal in den Genuss einer kurzen Anreise kommt; in dem Spiel am Samstag (20 Uhr) in der Main-Kinzig-Halle trifft man auf die gastgebende HSG Hanau. Somit kommt es zu einem Wiedersehen mit dem langjährigen Flügelflitzer und Publikumsliebling Daniel Wernig. "Das ist eine schöne Sache", freut sich der Links-händer auf die alten Kameraden. Zudem trägt seit dem Sommer Matthias Schwalbe das Trikot der HSG, der vom Liga-Konkurrenten HSG Wetzlar U23 gewechselt ist.

Hanau hat eine ambitionierte Mannschaft, die ihre dritte Drittligasaison im Sommer mit der bisher höchsten Punkteausbeute auf einem starken dritten Platz abgeschlossen hat. Zudem kann man immer wieder Talente aus den eigenen Reihen hochziehen, da man über eine gute Jugendarbeit verfügt. Die A-Jugend spielt Jahr für Jahr eine gute Rolle in der Bundesliga und auch in diesem Jahr konnten fünf Spieler, die der Jugend entwachsen sind, gehalten werden.

Den neuen TVH-Trainer Frederick Griesbach interessiert die Favoritenrolle als klassenhöheres Team recht wenig. "Das tut nichts zur Sache. Deshalb werden wir nicht anders spielen. Ich will gewinnen." Dennoch erwartet er eine nicht zu unterschätzende Aufgabe. "Hanau ist ein unbequemer Gegner in einer unbequemen Halle. Wir werden ordentlich Gegenwind bekommen. Deshalb ist es wichtig, dass wir von der ersten Sekunde an auf der Höhe sind, sonst kann das nach hinten los gehen." Personell kann der 30-Jährige fast aus dem Vollen schöpfen. Einzig Merlin Fuß wird wegen der U19-WM fehlen. Dagegen sind die Kreisläufer Mario Fernandes uns Moritz Zörb, die im Rahmen des Trainingslagers letzte Woche erstmals wieder in den Spielbetrieb eingestiegen sind, einsatzbereit. "Klar haben die zwei nach der langen Zeit noch etwas Nachholbedarf in der Athletik. Aber sonst passt alles", freut sich Griesbach.

Sollten die Blau-Weiß-Roten die Samstags-Partie gewinnen, trifft man am Sonntag um 15 Uhr auf den Sieger des anderen Halbfinales ThSV Eisenach gegen HC Erlangen. Und da gibt’s eine interessante Konstellation, war doch Erlangens Coach Aðalsteinn Eyjólfsson von 2010 bis 2014 Trainer an der Wartburg - und danach erfolgreich in Hüttenberg tätig, wo er für den Durchmarsch in die Bundesliga maßgeblich verantwortlich zeichnete.

Somit würde der TVH, falls die jeweils höherklassigen Teams am Samstag ihrer Favoritenrolle gerecht werden, am Sonntag auf seinen Ex-Trainer treffen. Zu einem Wiedersehen mit Dominik Mappes kommt es aber in keinem Fall, da dieser, trotz laufendem Vertrag, im Sommer Erlangen in Richtung Ludwigshafen verlassen hat. Oder aber, wenn Erlangen überraschend patzt, bekommt man es mit Zweitliga-Rückkehrer ThSV Eisenach zu tun, bei dem man am 30. August auch zum ersten Liga-Auswärtsspiel antritt. Griesbach beschäftigt sich allerdings erstmal noch nicht mit dem Sonntag.

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