Rodrigo Pastore, hat die Chemnitz Niners als Trainer in die Basketball-Bundesliga geführt. FOTO: DPA
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Rodrigo Pastore, hat die Chemnitz Niners als Trainer in die Basketball-Bundesliga geführt. FOTO: DPA

Niners wollen Bundesliga beleben

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(dpa). 21 Jahre nach der Vereinsgründung sind die Niners Chemnitz am Ziel ihrer Träume angelangt. Die Sachsen spielen in der neuen Saison in der Basketball-Bundesliga. "Wir kommen mit offenem Visier, wollen uns in der BBL etablieren und ein Teil der ersten Liga bleiben", sagte Niners-Geschäftsführer Steffen Herhold.

Die Saison in der BBL startet erst Anfang November, doch bis dahin wird es Herhold nicht an Arbeit mangeln: Gespräche mit Sponsoren, Dienstleistern und Behörden stehen auf der Tagesordnung. Dass die Erstligisten in diesem Jahr keinen Mindestetat von drei Millionen Euro vorweisen, sondern wegen der Corona-Pandemie nur ein ausgeglichenes Ergebnis präsentieren müssen, kommt den Niners entgegen. "Im Vergleich zur vergangenen Saison wird es eine Budget-Steigerung geben, was schon eine große Leistung ist. Mit den Einschränkungen wäre es für uns aber schwer, die drei Millionen Euro zu erreichen. Unser Planungsstand ist im Moment geringer", erklärte der Geschäftsführer.

Ein großer Teil des Niners-Budgets resultierte in den vergangenen Jahren stets aus den Zuschauereinnahmen. Mit durchschnittlich 3500 Besuchern pro Partie nahmen die Sachsen in der Saison 2019/20 ligaübergreifend den zehnten Platz im Zuschauer-Ranking des deutschen Profibasketballs ein. Herhold rechnet für das erste Chemnitzer BBL-Jahr mit Abstrichen in diesem Bereich: "Wir planen derzeit mit einer durchschnittlichen Auslastung von 40 Prozent und wollen im November mit hoffentlich 2000 Leuten in der Halle starten." Ihre Heimspiele tragen die Korbjäger seit 2019 in der Chemnitzer Messe aus.

Die Erfolgsgeschichte der Niners ist auch eng mit dem Namen Rodrigo Pastore verknüpft. Der Argentinier übernahm 2015 das Traineramt bei den Sachsen. Fortan kam der Verein seinem großen Ziel immer näher. 2017 und 2019 vergaben die Chemnitzer in den Playoff-Halbfinals gegen Gotha und Hamburg insgesamt fünf Matchbälle. In der vergangenen Saison gewannen die Niners 25 ihrer 27 Spiele und wurden nach dem coronabedingten Abbruch zum Meister und Aufsteiger erklärt. "Rodrigo ist ein außerordentlich begnadeter Trainer mit einer genialen Spielidee. Er kann Mannschaften und Spieler individuell entwickeln und passt mit seiner Leidenschaft sowie seinem Arbeitseifer perfekt zu uns", sagt Herhold.

Pastore freut sich zwar über das Lob, sieht den Aufstieg in die BBL aber als großes Gemeinschaftswerk. "Wir haben ein tolles Team auf und neben dem Platz. Gerade Steffen und alle Mitarbeiter machen einen unglaublichen Job und haben die Niners auf ein neues Level gehoben", sagt der 47 Jahre alte Coach. Chemnitz sei für ihn zu einer zweiten Heimat geworden: "Ich gehe jeden Tag mit Freude in die Halle, weil hier so viele Menschen am Werk sind, die mit riesigem Einsatz für unsere ehrgeizigen Ziele arbeiten. Nicht zuletzt haben meine Familie und ich hier in Chemnitz auch abseits des Basketballs viele Freunde gefunden und fühlen uns einfach wohl."

Für das Abenteuer Bundesliga kann Pastore auf ein eingespieltes Spielergerüst bauen. Die Mannschaft um Kapitän Malte Ziegenhagen wurde zusätzlich mit den drei US-Amerikanern Shannon Bogues, Marcus Thornton und George King sowie dem deutschen Center Filip Stanic verstärkt.

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