Niederlage kostet Heimrecht

  • vonSebastian Kilsbach
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(sks). Eine starke Dreierquote des Hanauer Drittliga-Teams in der Basketball-ProB machte den Unterschied: Am letzten Spieltag der Hauptrunde gingen die Gießen 46ers Rackelos auswärts mit 64:85 baden.

Damit verspielen die Gießener ihr Heimrecht in den Playoffs und bekommen es im Achtelfinale mit dem Dritten des Nordens Münster zutun. Vor dem Match am Samstag hatten beide Teams gemeinsam den Opfern des rechtsterroristischen Anschlags in Hanau gedacht. Unter dem Motto "Wir sind alle gleich" liefen die White Wings mit Trauerflor auf. Es war das erste Heimspiel seit dem Attentat am 19. Februar.

Im dritten Jahr der Rackelos erreicht das Farmteam abermals die Playoffs. Bei Münster sitzt ein alter Bekannter auf der Trainerbank. Chad Prewitt, der Co-Trainer der Baskets, war 2011/2012 Spieler der Gießen 46ers. Bei deren Zweitvertretung hatte am Samstag Tim Köpple gefehlt, der leicht zeitversetzt beim Derby gegen Frankfurt in der Osthalle im Kader stand, aber nicht eingesetzt wurde.

"Da hat uns eine ordnende Hand gefehlt", erklärt Trainer Rolf Scholz, der ansonsten den verschlafenen Start und die hohe Hanauer Ausbeute bei Dreipunktewürfen als Gründe für die heftige Klatsche nennte. "So kamen wir zu keinen Stops. Das brachte die Halle ins Spiel, wovon wir uns wiederum beeindrucken ließen. Entsprechend fanden wir unseren Rhythmus nicht", skizziert der Coach die Entstehungsgeschichte der Niederlage.

Nicht zu stoppen war vor allem Miquel Servera Rodgriguez. Zwei Dreier verhalfen dem 27-Jährigen zum frühen Kickstart (10:2, 4.). Darauf aufbauend war der mit 1,98 m große Pointguard an allen Ecken des Courts zu finden. Der Spanier reboundete, passte, scorte: Am Ende stand für den Spiritus Rector ein Triple-Double aus Punkten, Rebounds und Assists zu Buche.

Für die Rackelos war es somit eine Start-Ziel-Niederlage, die sich früh andeutete. Immer wieder versuchte das Trainerspann Scholz/Lutz Mandler, mit Auszeiten zu intervenieren. Ein zarter 5:2-Lauf zwischen dem ersten und zweiten Viertel, der die Lahnstädter wieder auf 18:30 heranschnuppern ließ, endete aber jäh mit einem weiteren Dreier der Weißflügel. Deren Quote aus dem Dreipunkteland lag bis zur Halbzeit bei 70 Prozent.

Erst nach dem Seitenwechsel parierten die 46ers II auf Augenhöhe. Der 27:48-Rückstand erwies sich aber als zu hohe Hypothek. "Es war eine ordentliche zweite Hälfte, an die wir anknüpfen müssen", versuchte Scholz, ein positives Resümee zu ziehen. Gegen die jetzt wartenden heimstarken Münsteraner ist das sicherlich keine schlechte Taktik. Los geht es am Sonntag um 18 Uhr.

Gießen: Amaize (2), Krämer (6), Uhlemann (12), Okpara (11), Lischka (16), Pesava (6), Schweizer, Lohaus (7), Osterwalder (4). - Hanau: Beverly (10), Mesghna, Stenger, Eichler (14), Hecker (6), Jönke (15), Beisty (12), Niedermanner 7), Eibelshäuser, Nicolay, Servera Rodriguez (21).

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