Niko Weber FOTO: RAS
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Niko Weber FOTO: RAS

Handball

Nicolai Weber: Noch lange nicht Schluss

  • vonMarkus Röhrsheim
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Torhüter des Handball-Zweitligisten TV 05/07 Hüttenberg gibt als 39-Jähriger seine Erfahrung bis 2021 weiter.

(mro). Besinnliche Advents- und Weihnachtszeit ist für Bundesliga-Handballer seit jeher ein Fremdwort. Zweitligist TV 05/07 Hüttenberg muss in diesem Jahr sogar am 2. Weihnachtsfeiertag an den Bodensee reisen, um nach dann fünf Spielen im Dezember in die EM-Pause gehen zu können.

Langweilig wird es Nikolai Weber aber nicht nur deshalb nicht. "Wir haben vor acht Wochen unseren Laden in Wetzlar aufgemacht. Das ist nicht nur zeitintensiv, sondern das dauerhafte Stehen ist für mich ungewohnt", erklärt der TVH-Torwart, warum er zuletzt wegen muskulärer Probleme kurz pausieren musste.

Um umso stärker am letzten Wochenende gegen den HC Elbflorenz Dresden zurückzukommen. Am Tag vor dieser Partie hat der 39-Jährige seinen Vertrag bis 2021 verlängert. "Ich hatte glücklicherweise in meiner Karriere noch keine Operation oder schweren Verletzungen. Ich fühle mich fit und motiviert. Zudem lässt es sich super mit meiner Familie und dem Laden vereinbaren. Und es macht wahnsinnig Spaß mit der jungen Truppe." Der Mannschafts-Oldie sieht sich daher keinesfalls so. "Ich habe nun nicht nur Sicherheit für meine Zukunft. Ich höre mir auch viele Sachen in der Mannschaft an. Vielleicht kann meine Entscheidung auch ein Wegweiser für eventuell noch Unschlüssige in unserem Team sein, um zu sehen, wie es weitergeht im Projekt TV Hüttenberg. Wir haben ja zudem auch einen relativ unerfahrenen Geschäftsführer, der diese Millionenaufgabe stemmen muss", will Weber gerne seine Erfahrungen aus 16 Profijahren einbringen.

Denn der Routinier sieht, dass der Weg in die richtige Richtung geht. "Wir waren in den letzten Spielen nicht so unerfolgreich", klingt bei zuletzt 7:3 Punkten schon fast wie Tiefstapelei. "Freddy findet die Worte, die nun auch den letzten erreichen. Änderungen brauchen ihre Zeit und ein junger, unerfahrener Trainer wird anfangs vielleicht auch kritisch beäugt, wenn er etwas Neues einbringt", ist es für den gebürtigen Münzenberger nicht verwunderlich, dass es am Anfang etwas geruckelt hat. "Vielleicht hat es sogar ein Stück weit geholfen, dass der Kader durch die vielen Verletzungen so klein war. Dadurch musste jeder noch aufopferungsvoller kämpfen und die Tugenden zeigen, die den TVH seit 100 Jahren auszeichnen."

Weber konnte dem Platz auf der Bank in Emsdetten somit sogar etwas Gutes abgewinnen. "Aus doch etwas entspannterer Perspektive als sonst im Tor war es interessant zu sehen, wie die Mannschaft auf Misserfolge reagiert. Das sieht mittlerweile alles sehr rund aus. Es ist schön, dass jetzt alles zueinanderfindet. Und das auf breiter Basis, was immer besser ist, als wenn nur ein oder zwei Spieler herausragen."

Vor der heutigen Partie gegen das Spitzenteam ASV Hamm-Westfalen (19.30 Uhr) sowie den Auswärtsauftritten in Gummersbach, Bietigheim und Konstanz "ist es umso besser, dass wir zuletzt Punkte geholt haben. Auch wenn man nicht gerade von einem Polster reden kann". Aussichtslos sieht Weber sein Team trotz der Schwere der Aufgaben nicht. "Zu Hause ist immer etwas möglich. Hamm hat auch Ausschläge nach oben und unten. Außerdem gibt es keine durchgängig konstante Mannschaft. Gummersbach hat sich allerdings offenbar jetzt gefunden und Konstanz ist sehr heimstark", lautet der Ausblick des Torhüters. "Aber in der Rolle als Underdog fühlen wir uns sehr wohl. Das ist eine gute Ausgangslage." Für sein Saisonziel. "Das ist für mich persönlich ein einstelliger Tabellenplatz. In der Liga ist alles eng. Daher denke ich, das ist machbar." Und wäre durchaus eine Verbesserung zur Vorsaison.

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