Keeper Frederic Löhe hätte gerne weitergespielt, kann aber die Entscheidung in Sachen Saisonabbruch nachvollziehen. FOTO: HF
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Keeper Frederic Löhe hätte gerne weitergespielt, kann aber die Entscheidung in Sachen Saisonabbruch nachvollziehen. FOTO: HF

FC Gießen

Nicht nur Frederic Löhe will wieder loslegen

  • Michael Schüssler
    vonMichael Schüssler
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Seit Dienstag ist es offiziell - die Fußball-Saison 2019/2020 in der Regionalliga Südwest ist beendet. Der FC Gießen bleibt damit in Liga 4 - und die Spieler sehnen die neue Runde bereits herbei .

Die aktuellen Auswirkungen der Corona-Pandemie lassen es nicht zu, eine Fortführung der Saison in der Fußball-Regionalliga Südwest in Betracht zu ziehen. "Der Austausch mit den Vereinen der Regionalliga Südwest war jederzeit offen, fair und konstruktiv", lobte Geschäftsführer der Regionalliga Südwest GbR, Sascha Döther, die Klubs.

Es wurde ebenfalls am Dienstag entschieden, dass der 1. FC Saarbrücken anhand einer Quotienten-Regel zum Meister der aktuellen Runde gekürt wird und somit als Aufsteiger in die 3. Liga feststeht. Zudem wird es keine Absteiger geben, jedoch vier Mannschaften aufsteigen. Je nachdem, wie viele Klubs aus der 3. Liga in die Regionalliga Südwest absteigen, kann das Teilnehmerfeld der kommenden Saison bis auf 23 Teams anwachsen.

Somit herrscht für alle Klubs Planungssicherheit, allerdings wird der FC Gießen seit Monaten von Finanzproblemen geplagt, die auch dazu geführt haben, dass der Verein den Etat für die neue Saison erheblich reduziert, außerdem verabschiedet man sich von den professionellen Strukturen. Wir haben mit Spielern des FCG über den Saisonabbruch sowie ihre aktuelle Situation gesprochen - und wagen mit diesen einen Ausblick auf die neue Runde.

Für Mittelfeldspieler Johannes Hofmann: (25 Jahre) ist der Abbruch nachvollziehbar: "Aus meiner Sicht macht das Sinn, zumal auch wir Spieler froh sind, dass man eine Entscheidung gefunden hat. Ich glaube außerdem, dass es für die meisten Regionalligisten kaum machbar gewesen, die Saison mit Geisterspielen fortzusetzen." Teamkollege und Stürmer Jake Hirst (24) sieht das ähnlich: "Im Endeffekt ist es so entschieden worden. Als Spieler konnten wir ohnehin nicht mitreden. Der Vorteil ist, dass es nun wieder bei Null losgeht, andererseits gibt es aber vielleicht Vereine wie die SV Elversberg, die sich bei der Fortsetzung der Saison noch einiges ausgerechnet hätten." Keeper Frederic Löhe (31) sieht den Abbruch mit einem lachenden und einem weinenden Auge: "Natürlich hätte ich gerne weiter gespielt, aber ich kann es nachvollziehen, dass man die Saison beendet hat. Und da es keine Absteiger gibt, ist dies gut für die, die unten stehen. Obwohl ich der festen Überzeugung bin, dass wir den Klassenerhalt sportlich geschafft hätten."

Da nun in Sachen Saison 2019/2020 Klarheit herrscht, rücken nun natürlich die aktuellen Verträge bzw. die ausstehenden Gespräche bei den Klubs in den Vordergrund. Der FC Gießen wird sich vom Profitum entfernen und seine Trainingszeiten wieder auf den frühen Abend verschieben. "Wir haben in den letzten Tagen und Wochen mit allen Spielern gesprochen und ihnen die Grundvoraussetzungen für die wann auch immer beginnende nächste Saison erklärt", hatte Trainer Daniyel Cimen vor einigen Tagen gesagt. Für Johannes Hofmann ist aber klar: "Was meine persönliche Situation angeht, so ist der FC Gießen meine erste Option. Ich fühle mich sehr wohl hier. Nach der Entscheidung mit dem Abbruch der Saison werden nun in den nächsten Wochen konkrete Gespräche mit der Vereinsführung stattfinden. Dann kann man auch sagen, was die Etatreduzierung für uns als Spieler bedeutet." Auch Fredric Löhe sieht seine Zukunft in Gießen: "Ich bin ein Typ, der gerne länger bei einem Klub bleibt. Und ich habe Bock auf die neue Saison - hier in Gießen." Für Jake Hirst, dessen Vertrag sich wie der von Löhe und Hofmann automatisch um ein Jahr verlängert hat, ist Gießen "eine sehr interessante Option. Aber die Vereine fangen jetzt erst an, sich damit zu beschäftigen."

Was die neue Saison angeht, angepeilt ist der Start für Anfang September, ist sich das Trio einig - es wird brutal. "Die neue Spielzeit könnte sehr extrem werden. Vielleicht verkürzt man die Winterpause, was aber voraussetzt, dass die Plätze bespielbar sind. Aber es muss irgendwie zu stemmen sein. Ich persönlich spiele lieber, als dass ich trainiere", sagt Hofmann. "Das sind einfach viele Spiele. Aber es ist schön, die Gewissheit zu haben, dass es weitergeht", fiebert Löhe der neuen Spielzeit entgegen. Und Jake Hirst sieht das pragmatisch: "Wir spielen in der Regionalliga, wir sind Leistungssportler."

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