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Nelio Alpsoy: "Momentan kann ich sagen, dass es mir gut geht"

  • Michael Schüssler
    vonMichael Schüssler
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Es sind schwierige Zeiten für Nachwuchssportler - auch für die Fußballer. Zu diesen gehört Nelio Alpsoy, der letzte Saison noch in der B-Junioren-Bundesliga für den SV Wehen Wiesbaden aktiv war - und nun wieder in Mittelhessen spielt.

Bis zum 30. Juni 2018 spielte Nelio Alpsoy für den FC Gießen im Nachwuchsbereich. Nach einem Probetraining beim SV Wehen Wiesbaden folgte dann für ihn gemeinsam mit den damaligen Teamkollegen Marcel Safiew (Wetzlar) und David Toprak (Linden) der Wechsel nach Taunusstein - in die B-Junioren-Bundesliga. Das ließ sich alles gut an, bis die Corona-Pandemie alles über den Haufen warf. Das betraf auch Nelio Alpsoy, der nach der abgebrochenen Spielzeit 2019/2020 nach Mittelhessen zurückkehrte und nun für die TSG Wieseck in der A-Junioren-Hessenliga spielt. Safiew und Toprak übrigens sind beide beim SV Wehen Wiesbaden geblieben. Wir haben mit dem Defensivspieler Nelio Alpsoy gesprochen. Der 17-Jährige besucht die Herderschule Gießen und hat 2009 mit dem Fußball bei der SG Kinzenbach begonnen.

Herr Alpsoy, letzte Saison haben Sie noch für den SV Wehen Wiesbaden in der B-Junioren-Bundesliga gespielt. Im März folgte dann wegen Corona das Aus für die Fußball-Saison 2019/2020. Wie haben Sie das empfunden?

Das war für alle eine sehr komische Situation - und natürlich ein Scheißgefühl - mitten in einer Saison abzubrechen. Ich als Spieler will immer Fußball spielen - und da ist Corona eine große Katastrophe gewesen. Vor allem waren wir gerade als Mannschaft gut dabei. Ich hätte gerne noch die restlichen Spiele zu Ende gespielt und die Bundesliga-Erfahrung bis zum Saisonende genossen.

Sie spielen seit dieser Saison für die TSG Wieseck in der A-Junioren-Hessenliga. Wie kam es zum Wechsel zurück nach Mittelhessen?

Da gibt es zwei Gründe - und zwar spielt die TSG Wieseck in der gleichen Liga wie der SV Wehen Wiesbaden - und das macht wiederum weniger Sinn, jeden Tag dahin zu fahren und trotzdem in der gleichen Liga zu spielen, wenn ich sie hier auch vor "der Tür" habe. Das war schon kombiniert mit Schule ein großer Aufwand, das eine Jahr, aber ich bin auch jedem Einzelnen beim SV Wehen Wiesbaden sehr dankbar dafür, diese Erfahrung mitgenommen zu haben. Gegen Ende der Saison kam die TSG Wieseck auf mich zu, der Verein ist mir ja bekannt, und hat mich in meinem sportlichen Werdegang sehr geprägt. Nach drei Trainingseinheiten und einem langen Gespräch mit Trainer Venelin Spasov war dann der Wechsel klar.

Wie groß sind die Unterschiede zwischen dem SV Wehen Wiesbaden und der TSG Wieseck in Sachen Trainingskonzeption?

Klar gibt es da in manchen Bereichen große Unterschiede. Das Konzept in Wiesbaden war viel breiter gefächert und strukturierter. Wir hatten für jeden Bereich meistens immer einen Spezialisten und einen Betreuer an unserer, Seite der alles organisierte. Dennoch ist Wieseck in der Jugend im Kreis Gießen oder sogar auch noch ein Stück weiter sehr gut aufgestellt.

Welche Rolle/Aufgaben haben Sie innerhalb der Mannschaft der TSG?

Ich kam von einem Nachwuchsleistungszentrum und spielte in der Bundesliga erfolgreich. Dementsprechend habe ich eine kleine "Vorbildfunktion" in der Mannschaft - und ich versuche, alle fußballerisch mit meinen Erfahrungen mitzunehmen. Ich versuche in den Spielen immer für die Mannschaft alles zu geben, um letztlich eine gute und zufriedene Saison zu spielen. Außerdem versuche ich, mit meiner Körpersprache meine Mitspieler zu motivieren.

Wie fühlen sie sich in der Mannschaft?

Momentan kann ich sagen, dass es mir gut geht. Ich gehe gerne ins Training und verstehe mich mit meinen Mitspielern sowie den Trainern sehr gut. Anfangs musste ich erst mal mit dem Training klarkommen. Ich war manchmal echt unzufrieden mit der Einstellung und der Leistung von manchen, doch nach Gesprächen hat sich das dann auch nach der Zeit gelegt. Ich finde, wir wachsen als Mannschaft immer mehr und werden immer besser.

Nun ist auch diese Spielzeit unterbrochen, wie geht man mit der erneuten Zwangspause um - was kann man sportlich noch tun?

Natürlich ist es wieder ein blödes Gefühl, vor allem, weil wir gerade auf dem zweiten Platz stehen und mit fünf Siegen in Folge sehr gut dabei waren, was das Verdienst von Trainer und Mannschaft ist. Aber letztlich kann man nicht viel gegen Corona machen und die Regeln. Als Sportler muss man trotzdem schauen, dass man sich fit hält, damit man gut vorbereitet ist, wenn es wieder anfängt. Man weiß auch nicht, wann es wieder losgeht. Ich persönlich nutze die Zeit mit meiner Familie, aber was das Sportliche angeht, mache ich sehr viel Krafttraining, um meinen Körper noch stärker zu machen. Außerdem gehe ich ab und zu auf den Bolzplatz und trainiere für mich. Neben meinem freiwilligen Training machen wir auch zweimal die Woche Krafttraining mit der ganzen Mannschaft per Zoom - und wir müssen zweimal pro Woche laufen gehen. Aber ich hoffe sehr natürlich, dass ich die Jungs und die Trainer bald wieder auf dem Sportplatz sehe.

Glauben Sie, dass es im neuen Jahr normal mit dem Spielbetrieb weitergehen kann?

Das ist eine schwere Frage. Ich glaube, die kann man nicht so einfach beantworten. Ich vermute, dass es nicht direkt wieder ganz normal weitergehen kann, dafür gab es jetzt schon zu viel hin und her. Aber ich kann mir vorstellen, dass die Saison zu Ende gespielt wird. In welcher Form, das werden wir dann sehen. FOTO: PM

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