Eishockey

EC Bad Nauheim kann sich auf Fans verlassen

Mehr als 350 Dauerkarten-Inhaber des EC Bad Nauheim verzichten auf eine Rückerstattung des Kaufpreises, auch wenn die Zuschauer bis zum Ende der DEL 2-Spielzeit nicht mehr zurückkehren sollten.

(mn). Der EC Bad Nauheim kann sich auf seine treuen Fans verlassen. Mehr als 350 Dauerkarten-Inhaber der Roten Teufel - und damit fast jeder zweite Käufer - haben auf eine Rückerstattung des Kaufpreises verzichtet; selbst wenn in der Deutschen Eishockey-Liga 2 die komplette Saison 2020/21 ohne Zuschauer durchgeführt werden müsste. Aufsummiert ergibt sich ein sechsstelliger Betrag; die Dimension eines Hauptsponsors.

"Vom Rückhalt und Umfang her ist das zu diesem Saisonzeitpunkt in der DEL 2 sicher einmalig. Das ist eine Riesen-Hilfe und neben der staatlichen Unterstützung ein wichtiger Baustein für uns in der Planung, um eine solche Krisenzeit zu überstehen", sagt Geschäftsführer Andreas Ortwein, und Geschäftsleiter Dag Heydecker ergänzt: "Die Fans haben ein feines Gespür. Wenn es darauf ankommt, sind sie für die Roten Teufel da." Der sportliche Erfolg der Mannschaft (Top-Sechs-Platzierung) und ein zumindest zu Hause erfrischendes Auftreten hat der GmbH sicherlich auch in die Karten gespielt.

Vor rund vier Wochen hatte die Fan-Szene mit dem Förderverein Teufelskreis, dem Fanclub Rote Teufel sowie den Fanatics ihren Aufruf zum Verzicht in einem Offenen Brief veröffentlicht und der GmbH diesen Puck quasi zugespielt.

Wichtig: Wer auf eine Rückerstattung verzichtet, erhält dennoch seinen Anspruch auf den Stadion-Besuch mit seiner Karte, sollten Zuschauer im Frühjahr doch noch zugelassen werden.

Den EC Bad Nauheim hat der Zuschauer-Ausschluss gerade im Bereich Catering hart getroffen. In der DEL2 zählen die Roten Teufel, die den VIP-Raum auch außerhalb von Spieltagen für Veranstaltungen nutzen, zu den größten Gastronomen der Liga; verbunden mit der entsprechenen wirtschaftlichen Fallhöhe.

In der DEL2 waren die 14 Klubs das Thema Dauerkarten (Erstattung) bislang höchst unterschiedlich angegangen. Mancherorts waren aufgrund der ungewissen Situation erst gar keine Saison-Tickets verkauft worden, andernorts wurden ähnliche Modelle wie in Bad Nauheim gewählt, und einige Klubs haben noch keine alternativen Angebote gemacht.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare