EC Bad Nauheim feiert höchsten Saisonsieg

(mn) Langsam wird’s unheimlich! Der EC Bad Nauheim feierte am Mittwochabend durch einen 6:1 (2:0, 2:0, 2:1)-Erfolg gegen den SC Riessersee den höchsten Saisonsieg und baute seine Serie in der Deutschen Eishockey-Liga 2 auf neun Siege aus den letzten zehn Spielen aus.

Mit Joel Keussen, Daniel Ketter und Jonas Gerstung (erstes Saisontor) konnten sich vor 3813 Zuschauern im Colonel-Knight-Stadion diesmal drei Verteidiger in die Torschützenliste eintragen. Zudem trafen Maxi Kammerer und Max Spöttel (erster Saisontreffer), ehe Nick Dineen den Schlusspunkt setzen konnte. Die Schlüsselszene: ein Doppelschlag binnen 32 Sekunden zum 4:0-Zwischenstand (28.), just in einer Phase, als die Gäste etwas besser ins Spiel zu kommen schienen, nachdem Bad Nauheim das erste Drittel doch so klar dominiert hatte. »So ein Vorsprung macht natürlich vieles leichter, und es ist wichtig zu sehen, dass nicht nur die erste Reihe Tore erzielen kann«, sagt Maxi Kammerer, einer von erneut vier Förderlizenzspielern im Kader der Roten Teufel, die kurzfristig neben Vitalij Aab und Tim May auch Kyle Helms zu ersetzen hatten.

Während Bad Nauheim dennoch vier komplette Reihen aufbieten konnte, machte sich - gerade jetzt, da quasi im Zwei-Tage-Rhythmus gespielt wird - der dezimierte Kader der Oberbayern bemerkbar. Mit Louke Oakley und Eric Johansson fehlten der Mannschaft von Tim Regan zudem zwei zentrale Figuren im Angriff, der sich auch weitgehend als harmlos entpuppte. Dem Ehrentreffer ging der einzige Schönheitsfehler im EC-Spiel, ein Fehlpass von Marc Kohl, voraus, der seinem Gegenspieler förmlich den Treffer aufgelegt hatte.

Die Hausherren, unterstützt vom euphorisch feiernden und schunkelnden Publikum, konnten ihren Gästen in den Zweikämpfen permanent den Schneid abkaufen, wirkten frischer und waren in der Tiefe entscheidend breiter aufgestellt. Beim Führungstreffer hatte sich Vorjahres-Garmischer Andreas Pauli auf links durchgesetzt und den aufgerückten Keussen bedient, der das leere Tor vor sich hatte. Diego Hofland, Dusan Frosch und Eugen Alanov hätten bereits erhöhen können, ehe Kammerer zum Nachschuss am rechten Fleck stand (18.).

Riessersee, in Überzahl in den zweiten Abschnitt gestartet, schien nach der ersten Pause besser in die Partie zu finden und hatte durch Matthias Beck, den Toptorjäger der DEL 2 seine größte Chance, die Mikko Rämö im EC-Tor aber reflexartig parieren konnte (23.). Als vier Minuten später ein Ketter-Schuss von einem SCR-Verteidiger ins Tor abgefälscht worden war und Jonas Gerstung aus der Mittelstürmerposition heraus auf 4:0 erhöht hatte, reagierte der Gast mit einer Auszeit. Im Grunde war die Partie aber entschieden, hätten die Hausherren sich allenfalls selbst ein Bein stellen können.

Der Anschlusstreffer zu Beginn des Schlussabschnitts sollte die Partie nicht mehr beeinflussen, dafür waren die Gastgeber im Kräfteverhältnis einfach überlegen und konnten durch späte Tore von Spöttel und Dineen das Resultat noch ausbauen.

»Ein 0:2 nach 20 Minuten darf in Bad Nauheim nicht passieren. Dafür ist diese Mannschaft derzeit zu gut drauf«, meinte SCR-Coach Tim Regan und sprach von einem »in der Höhe verdienten Sieg«, während Petri Kujala seitens der Roten Teufel »den Moment genießen« wollte. »Ich fand den Sieg etwas zu hoch ausgefallen. Wenn wir weiter erfolgreich bleiben wollen, müssen wir das Spiel etwas einfacher halten.«

EC Bad Nauheim: Rämö - Gerstung, Laurila, Kohl, Keussen, Ketter, Baum - Frosch, Dineen, Cameron, Pauli, Lange, Alanov, Hofland, Kammerer, Strauch, Niederberger, Lascheit, Spöttel.

SC Riessersee: Sharipov - Eichinger, Benedikt Kastner, Wilhelm, Staltmayr, Mayr - Beck, Florian Vollmer, Schultz, Rimbeck, Heatley, Richter, Wachter Fischer, Herpich.

Steno: Tore: 1:0 (6.) Keussen (Pauli, Lange), 2:0 (17.) Kammerer (Strauch, Keussen), 3:0 (27.) Ketter (Cameron, Dineen), 4:0 (28.) Gerstung (Niederberger, Spöttel), 4:1 (44.) Heatley (Richter), 5:1 (54.) Spöttel (Kammerer), 6:1 (58.) Dineen (Frosch, Laurila - 5-4). - SR: Engelmann. - Strafen: Bad Nauheim 6, Riessersee 6. - Zuschauer: 3813.

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