Nächster Thriller-Sieg für Rackelos

  • vonSebastian Kilsbach
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(sks). Wer spannenden Basketball mag, kommt an den Gießen 46ers Rackelos in der Pro B derzeit nicht vorbei. Auch beim 82:79 (37:45) über Hanau sorgte der Drittligist am Sonntagabend für Spannung bis zum Ende.

Hanaus Omari Knox hatte den Ausgleich und die damit einhergehende Verlängerung auf der Hand. Die letzten siebzehn Sekunden des Matches waren die Gäste im Ballbesitz, ein Dreier hätte gereicht. Gießen aber erzwang einen schweren Abschluss. Den verworfenen Ball fischte Tim Uhlemann aus der Luft. Der Center ließ seinen Emotionen freien Lauf und drosch das Spielgerät mit Wucht aufs Parkett, bevor großer Jubel ausbrach. Es war der sechste Saisonsieg der Rackelos in der laufenden Spielzeit und der zweite für den neuen alten Bekannten an der Seitenlinie, Lutz Mandler. "Wir haben in der Halbzeitpause die negative Energie angesprochen und das in der zweiten Hälfte einfach stark umgesetzt. Die Jungs haben sich gegenseitige hochgepuscht, das hat den Turnaround eingeleitet", freute sich der Trainer.

Ein Sonderlob hatte Mandler für den nachverpflichteten Donte Nicholas übrig: "Er hat sich richtig gut eingefügt." Immerhin war der Forward auf Triple-Double-Kurs: 20 Punkte, acht Assists und zehn Rebounds verbuchte Nicholas am Ende, vor allem im letzten Viertel spielte er viele gute, aber ungenutzt gebliebene Pässe. Da sah sein Coach auch großzügig über die satten acht Ballverluste hinweg: "Wo gehobelt wird, da fallen Späne."

Was auf Hanauer Seite anfangs überhaupt nicht fiel, waren Dreier. Neunmal feuerten die White Wings von Downtown, nur einer passte. So wahrte Gießen eine 18:16- Miniführung nach den ersten zehn Minuten. Das änderte sich im zweiten Quarter, als Knox zu großer Form auflief. Immer wieder setzte der Forward Nadelstiche und sorgte dafür, dass seine Hanauer zur Pause mit 45:37 führen sollten. Zwischenzeitlich hatten sich die Gäste sogar schon auf 43:29 abgesetzt, bevor Gießen Schadensbegrenzung betrieb.

Hanau selbst lieferte kräftig Schützenhilfe. Nachdem sich Nicholas in der Schlussphase der ersten Hälfte schlitzohrig beim Dreierversuch foulen ließ, kassierte der meckernde Gäste-Coach Kamil Piechuki ein technisches Foul. Aus dieser Sequenz nahmen die Hessen drei "kostenlose" Punkte mit und gingen mit dem besseren Gefühl in die Kabine.

Offensiv brillierte nach dem Seitenwechsel erneut Johannes Lischka, der sich ansonsten aber in den Dienst der Mannschaft stellte und im Zweifel eher den Extrapass suchte. Dennoch: Spätestens als der Ex-Nationalspieler mit wildem Flamingo-Schuss auf 44:48 verkürzte, schnupperten die Rackelos Morgenluft.

Auch den ersten Führungswechsel nach langer Zeit verbuchte Lischka, bevor das Spiel zu einem munteren Auf und Ab der Gefühle mutierte. Zwei Knox-Dreier hielten Hanau im Schlussviertel im Match. Für die Vorentscheidung sorgten dann aber Tim Köpple und David Amaize, der nach geschicktem Cut auf 82:79 stellte. Die Partie hätte durchaus eine Verlängerung verdient gehabt. Da Knox aber Dreier Nummer sechs an diesem Abend verwehrt blieb, ging Gießen siegreich vom Parkett.

Gießen: Ziring, Köpple (12), Amaize (4), Schneider, Uhlemann (28), Lischka (14), Nicholas (20), Schweizer (2), Brach, Maruschka (2). - Hanau: Peuser, Eichler (7), Hecker (4), Jönke (7), Knox (23), Acosta Marte (11), Hecker (4), Fichtner (6), Lopez (6), Kudic (11).

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