Mindens Christoffer Rambo, im rechten Rückraum eine Klasse für sich. FOTO: IMAGO
+
Mindens Christoffer Rambo, im rechten Rückraum eine Klasse für sich. FOTO: IMAGO

Die nächste Prüfung

  • Daniela Pieth
    vonDaniela Pieth
    schließen

Leistung in Ordnung, aber keine Punkte. So könnte man die Premiere der HSG Wetzlar in der Handball-Bundesliga beschreiben. Heute geht es auswärts bei GWD Minden weiter.

Nach der 27:29-Niederlage in heimischer Arena gegen die SG Flensburg/Handewitt warten heute Abend um 19 Uhr in der Lübbecker Kreissporthalle der TSV GWD Minden und 750 zugelassene Zuschauer auf die Mannschaft von Wetzlars Trainer Kai Wandschneider.

Rückblick:Gegen einen der Meisterschaftsfavoriten sah es am Sonntag lange Zeit so aus, als sollte den Wetzlarer gleich zum Saisonauftakt eine Überraschung gelingen. Mit seiner kompakten 6:0-Abwehr stemmte sich die HSG den Nordlichtern entgegen, was vor allem in der ersten Halbzeit gut funktionierte.

Im Angriff hatten die Grün-Weißen in Stefan Cavor mit elf Toren ihren überragenden Akteur. Nicht umsonst ist der Linkshänder in der "Handballwoche" in der Mannschaft des Spieltages gelandet. Dort findet sich auch Maximilian Holst wieder, der nicht nur alle sechs Siebenmeter verwandelte, sondern auch zwei seiner drei Würfe aus dem Spiel im Netz unterbrachte.

Mehr Frust als Lust dürfte bei den Neuzugängen geherrscht haben. Patrick Gempp, der lange Zeit wegen kardiologischer Auffälligkeiten außer Gefecht war, wurde punktuell im Angriff am Kreis eingesetzt, um Anton Lindskog die nötigen Verschnaufpausen zu verschaffen.

In der Defensive sorgte Philip Henningsson für Entlastung, orientierte sich nach erster und zweiter Welle aber auch wieder Richtung Bank. Ivan Srsen sollte gleiches für Cavor leisten, hatte dazu aber nur wenig Gelegenheit. Mit einem Seitenwechsel hatte SG-Coach Maik Machulla verhindert, dass Cavor in der zweiten Halbzeit in der Abwehr rauskommen konnte. Es hätte ihm und Srsen den langen Wechselweg beschert - ein Risiko, das Wandschneider nicht eingehen wollte. In der ersten Halbzeit landete Srsen nach kurzer Zeit mit einer Zeitstrafe zurück auf der Bank. Linksaußen Emil Mellegard hingegen bekam keine Einsatzminuten, da Holst einen Sahnetag erwischte. In der Mitte hatte Kai Wandschneider hinter Mirkulovski die Wahl zwischen Alexander Feld und Magnus Fredriksen. Hier traf der 60-jährige die Entscheidung pro Feld, der bereits ein Jahr in Wetzlar ist und für den es keinen besonderen Stress darstellt, im ersten Heimspiel der Saison zum Einsatz zu kommen.

Minden:Die Abgänge von Marian Michalczik, der im Rückraum der Mindener zum Nationalspieler reifte, und Kreisläufer Magnus Gullerud tun dem TSV weh. Dazu kommt die Verletzung von Christoph Reissky, der als Backup von Christoffer Rambo eingeplant war. Rambo ist momentan im rechten Rückraum als Alleinunterhalter gefragt, da der nachverpflichtete Christian Zeitz erst am Sonntag zur Mannschaft stieß. Für den Weltmeister von 2007 heißt es nun, sich nach sieben Monaten Pause wieder an den Ball und die handballspezifischen Bewegungen zu gewöhnen, die notwendige körperliche Fitness wurde ihm bereits bescheinigt.

Im Spiel in Hannover leistete sich Minden vor allem in der ersten Hälfte viele technische Fehler. Dank einer starken Abwehrleistung konnte man den Gastgebern in der zweiten Halbzeit immer wieder bis auf ein Tor auf die Pelle rücken. Für den Ausgleich oder gar die Führung reichte es jedoch nie.

Das sagen die Trainer:Für Mindens Coach Frank Carstens liegt das Hauptaugenmerk gegen die HSG darauf, im Angriff wie auch in der Abwehr, geduldig zu sein. "Wir haben die Auftaktleistung in Hannover hinbekommen, wenn auch nicht zu vollster Zufriedenheit und dem bestmöglichen Ergebnis", erklärte er auf der GWD-Homepage.

"Eine Unsicherheit bei allen Beteiligten ist nach wie vor da, Automatismen, die man nach einer normalen Vorbereitung oder im Saisonverlauf drauf hat, sind noch nicht vorhanden. Wir sind optimistisch: Wir hatten mehr Zeit zur Vorbereitung als Wetzlar und haben unsere Lehren aus dem Spiel gegen Hannover gezogen. Es ist unsere Heimpremiere, wir wollen den Heimsieg. Wir haben in Lübbecke gute Erfahrungen gemacht und gute Ergebnisse erzielt, daran wollen wir anknüpfen."

"Minden hat eine gute Mannschaft, mit einem sehr starken Innenblock", sagt Wandschneider. "Sie haben in Hannover einen sehr guten Eindruck hinterlassen und sind nur haarscharf an einem Punkt oder sogar Sieg in Hannover vorbeigeschrammt. Mit Malte Semisch und dem Evergreen Carsten Lichtlein haben sie ein sehr gutes Torhüterduo. Und sie haben Juri Knorr, der einen bärenstarken Auftritt in Hannover hingelegt hat. Er ist in meinen Augen jemand, der die Zukunft des deutschen Handballs auf der Position Rückraummitte, auch was die Nationalmannschaft angeht, darstellt."

Personal:Bei den Gastgebern hat sich Joshua Thiele im ersten Saisonspiel einen Syndesmosebandanriss zugezogen und wird einige Wochen nicht zur Verfügung stehen. Zudem muss Carstens auf Reissky verzichten, der sich einer Schulteroperation unterziehen musste und etwa sechs Monate ausfällt. Bei Neuzugang Christian Zeitz, der am Sonntag das erste Mal mit der Mannschaft trainiert hat, ist der Einsatz aufgrund des Trainingsrückstandes noch offen.

Bei der HSG stehen der Einsatz von Kapitän Kristian Björnsen (Bauchmuskelverletzung) und Till Klimpke (Erkältung) auf der Kippe. Beide werden mit nach Minden fahren und kurzfristig entscheiden, ob sie spielen können.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare