Eine ordentliche Vorstellung liefert Gießens Aufbauspieler Jonathan Stark in der Offensive ab, der hier an MBC-Profi Kyndahl Hill (r.) vorbeizieht. Die 93:105-Heimniederlage seiner 46ers kann er aber trotz seiner 22 Punkte nicht verhindern. FOTO: FRIEDRICH
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Eine ordentliche Vorstellung liefert Gießens Aufbauspieler Jonathan Stark in der Offensive ab, der hier an MBC-Profi Kyndahl Hill (r.) vorbeizieht. Die 93:105-Heimniederlage seiner 46ers kann er aber trotz seiner 22 Punkte nicht verhindern. FOTO: FRIEDRICH

Gießen 46ers

Der nächste Nackenschlag für die Gießen 46ers

  • vonSebastian Kilsbach
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Sechste Niederlage im sechsten Bundesliga-Spiel: Auch gegen mäßige Weißenfelser ist für Gießen am Dienstagabend beim 93:105 (49:46) nichts zu holen.

Nach schwacher erster Halbzeit konnte Michal Michalak beim Mitteldeutschen BC schalten und walten, wie er wollte. Aus allen Lagen traf er seine Würfe, vor allem aus der Distanz war der Pole nicht zu bremsen (25 Punkte/5 Dreier). Auch wenn der Scharfschütze für seine Downtown-Qualitäten bekannt ist: Ganz unschuldig waren die 46ers nicht daran, dass die Gäste vor allem das dritte Viertel klar dominierten.

Immer wieder trotteten die Gießener nach missglückten Offensivaktionen in die eigene Hälfte zurück, nahmen ihre Gegenspieler so erst hinter der Mittellinie auf und ließen den MBC ins Rollen kommen. "Es ist schwer zu sagen, ob es an der Energie von den anderen liegt oder nicht", erklärte 46ers-Forward Alen Pjanic nach dem Spiel.

Ab der ersten Minute hatte der MBC, der am Wochenende den ersten Saisonsieg einfahren konnte, geführt. Fahrig und nervös wirkten die 46ers an beiden Seiten des Feldes, unglücklich bei Abschlussversuchen nach offensiven Rebounds. Am Brett hatte das Team immerhin gut gearbeitet, sich aber zu selten belohnt. Das alles konnten viele der 46ers-Fans nicht sehen, da MagentaSport wegen eines Totalausfalls das Spiel nicht wie gewohnt auf die TV-Geräte und Computer-Monitore übertragen konnte.

Im zweiten Viertel, das mit 30:20 gewonnen wurde, änderte sich das. Angeführt von Brandon Thomas, der das Credo seines Trainers beherzigte und verstärkt in die Zone penetrierte, spielten die 46ers zu diesem Zeitpunkt den besseren Basketball. Ein 12:0-Lauf brachte das 43:43 in der 17. Minute, durch gute Offensivaktionen gingen die Hessen auch hinten beherzter zur Sache. Belohnung war die 49:46-Pausenführung.

Desto verwunderlicher war das pomadige Auftreten nach dem Seitenwechsel. Michalak eröffnete die Dreier-Festspiele gleich zu Beginn und brachte seine Farben wieder in Führung. Mit einem 6:0-Lauf hielten die 46ers ein letztes Mal dagegen (57:56, 24.). Danach aber brachen alle Dämme. 37 Zähler markierte Weißenfels alleine im dritten Durchgang - das ist der fünfthöchste Wert eines Gästeteams in diesem Viertel seit Beginn der statistischen Datenerfassung vor rund 20 Jahren.

Bowman verletzt

Ein Frustdunk von Pjanic, der Reste an Emotionen hineinbrachte, stoppte den Lauf der Ostdeutschen ebenso wenig wie zwei Auszeiten von Coach Ingo Freyer. Beim 83:66 vor dem Schlussabschnitt war Gießen mental bereits geschlagen. "Wir haben in der zweiten Hälfte gemerkt, dass wir sehr dünn sind auf der Bank. Bowman hat sich verletzt und konnte gar nicht mehr spielen, Alen war auch zeitweise draußen, weil er umgeknickt war", suchte der Trainer nach Erklärungen für die schwache Eins-gegen-Eins-Verteidigung. Auf einen so eng getakteten Spielplan seien die 46ers vom Kader nicht aufgestellt.

Dabei war es keineswegs so, als rissen die Weißenfelser basketballerische Bäume aus. Die Limitationen der Wölfe wurden im letzten Viertel deutlich. So kam es, dass die Gäste zwar nicht weiter erbarmungslos davonzogen, Gießen parallel aber auch nicht zur Aufholjagd ansetzen konnte. Nur kurz sah es nach einer Trendwende aus, als Thomas vom sprichwörtlichen Parkplatz abdrückte und auf 77:85 stellte (34.). Symptomatisch für den Spielverlauf war dann, dass Michalak direkt im Gegenzug einen Dreier direkt ins Gießener Herz lötete.

Quinton Hooker legte in der nächsten Sequenz ebenfalls von Downtown nach, bevor wieder Michalak an der Reihe war. Danach war die Messe gelesen. Die Punkte 99 und 100 markierte Kyndahl Hill mit einem energischen Layup gegen Pjanic. Das war zugleich der vierte "Hunderter", den die Gießen 46ers in dieser Spielzeit kassieren mussten.

Freitag unter Druck

Wenn es am Freitag (20.30 Uhr) gegen den Aufsteiger aus Chemnitz geht, ist ein Sieg somit Pflicht. Andernfalls droht der schlechteste Start seit der Saison 2009/2010. Auch die Niners warten noch auf ihren ersten Punktgewinn. "Wir müssen gewinnen", brachte Pjanic die simple Wahrheit auf den Punkt. "Wir hatten in der zweiten Hälfte nicht mehr die Power wie in der ersten. Trotzdem bin ich stolz auf meine Mannschaft. Nun müssen wir analysieren, was in der zweiten passiert ist", sagte der Forward weiter.

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