Leichtathletik

Das nächste Mayer-Comeback

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(tic). Ganz ohne Erwartungen wird Lisa Mayer am Samstag in Frankfurt nicht in ihren ersten Wettkampf seit dem Sommer gehen. »Ich habe besser trainiert als vergangenes Jahr und möchte besser einsteigen«, sagt die Sprinterin. 7,33 Sekunden waren es 2020 in Karlsruhe über die 60 Meter. Die persönliche Bestzeit der gebürtigen Gießenerin liegt bei 7,12 Sekunden. Einerseits soll es für die 24-Jährige nur ein »lockerer Testwettkampf« werden beim von Eintracht Frankfurt organisierten Wintercup in der Sporthalle Kalbach, gegen Weitsprungweltmeisterin Malaika Mihambo und Lisa Nippgen, der Drittplatzierten der deutschen Meisterschaften. Andererseits auch richtungsweisend und eine kleine Standortbestimmung nach ihrem Trainerwechsel.

Ende August ist Mayer ja von ihrem langjährigen Coach Rüdiger Harksen in Mannheim in die Sprintgruppe von David Corell, dem Landestrainer Sprint des Hessischen Leichtathletik-Verbandes (HLV), nach Frankfurt gewechselt, wo sie auch seit einigen Jahren wohnt. Dort trainiert sie unter anderem mit ihren Vereinskollegen Kevin Kranz, Michael Pohl vom Sprintteam Wetzlar. »Es war eine Entscheidung für mich. Nach der deutschen Meisterschaft war klar, dass ich etwas verändern muss«, sagt Mayer. Nach einem ordentlichen Trainingssommer waren ihre muskulären Beschwerden im Oberschenkel, die sie zwei Jahre lang belastet haben, wieder aufgetreten.

»Ich habe mich sehr gut eingelebt. Wir haben ein sehr gutes System gefunden, wo wir meinen Körper sehr gut aufbauen können, und ich trainiere seit etlichen Wochen schmerzfrei«, sagt die Olympia-Vierte mit der Staffel von Rio. Unter anderem hat sie etwas an der Technik umgestellt, damit der Beuger entlastet wird. »Das braucht aber Zeit. Manchmal falle ich noch in alte Muster zurück«, sagt die 1,71 Meter große Athletin. Die größte Veränderung ist aber die Umstellung auf das Blocksystem von Corell. »Während ich früher im November noch meine Turnschuhe ge-tragen habe, pfeffern wir jetzt richtig im Training und ver- suchen, Geschwindigkeit aufzubauen«, sagt die Zeitsoldatin. Qualität statt Quantität steht im Vordergrund. Denn: Wenn der Körper permanent schnell rennt, toleriere er auch die hohen Geschwindigkeiten besser.

»Die Hallensaison kann schnell werden«, glaubt Mayer. Auch wenn sie nicht mit einer persönlichen Bestzeit rechne, will sie niemals nie sagen. »Wir haben im Training bewusst nicht alles ausgereizt«, sagt die Leichtathletin. Im ersten Schritt gehe es darum, gesund und fit zu bleiben. Im eingespielten System könne man dann auch im Sommer noch an Stellschrauben arbeiten, wenn das große Ziel des Jahres näherkommt: Die Olympischen Spiele in Tokio.

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