Mit dem Nachwuchs auf die Autobahn

(sno) Über 1000 Kilometer haben die Damen des NSC Watzenborn-Steinberg abzuspulen, wenn sie am Sonntag die Reise nach Kolbermoor antreten. Für die junge Jessica Wissler, die kurzfristig einspringt, wird es die Premiere in der Tischtennis-Bundesliga.

Da liebt jemand seinen Sport. Noch am Samstagmittag wird NSClerin Jessica Wissler mit der dritten Mannschaft aus Watzenborn-Steinberg an der Platte stehen. In der Nacht auf Sonntag, um fünf Uhr in der Früh, wird sich die junge Tischtennisakteurin dann mit dem dezimierten Bundesligatross per Auto auf den Weg nach Kolbermoor machen.

Über 1000 km Autobahn für eine, vielleicht eineinhalb Stunden Tischtennis (So., 14.00). "Ein tolles Engagement, auch das Verständnis ihrer Eltern ist klasse", merkte Chefcoach Markus Reiter lobend an. Das Nachwuchstalent rückt in den Bundesligakader, weil der NSC personell derzeit am Stock geht. Inka Dömges hat sich aufgrund ihrer anhaltenden Rückenprobleme unter der Woche einer Operation unterzogen, Doppelpartnerin Angelina Gürz muss von ihrem Arbeitgeber aus zu einer Fortbildung – da gab’s kein Pardon. Folglich stand Reiter kurzfristig nur noch mit Engel, Menzel und Bott da. Gut, wenn man da motivierte Nachkömmlinge in seinen Reihen hat. "Es ist auch für uns insofern eine schöne Sache, als dass wir jungen Spielerinnen mal etwas ganz Besonderes bieten können", weiß der Trainer. Mehr als Bundesligaluft schnuppern wird aber wohl kaum drin sein.

Auch in Kolbermoor ist es wie immer: "Wir müssen 110 Prozent spielen, um dem Gegner mal Angst zu machen". Zuletzt klappte das recht gut, gegen Busenbach (0:6) und Leutzsch (1:6) zwang man den Gegner fünfmal in Satz fünf – alle Duelle wurden dann aber abgegeben. Kopf– oder Nervensache? Oder eine Frage der Qualität? "Von allem etwas", meint Reiter, der den "Fünf-Satz-Fluch" so erklärt: "Wir müssen immer volles Risiko gehen. Dann triffst du den Ball eben oder nicht." Der Gegner könne dagegen noch mal schnell "auf den Turbo drücken".

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