Der Trainings- und Spielbetrieb beim EC Bad Nauheim ruht, nachdem Profis des Eishockey-Zweitligisten positiv auf das Coronavirus getestet worden waren. FOTO: IMAGO

EC Bad Nauheim

Nach dem Corona-Schock: So geht’s beim EC Bad Nauheim weiter

Am Mittwoch wurden positive Corona-Tests beim EC Bad Nauheim bekannt. Das steht den Eishockey-Zweitligisten vor neue Aufgaben.

Am Mittwochabend hat sich Andreas Ortwein mal wieder auf das Spinning-Bike gesetzt. Den Körper auspowern, den Kopf frei strampeln, fit bleiben. Der Geschäftsführer des EC Bad Nauheim, hauptberuflich in der Logistik-Branche tätig und im Ehrenamt ein Tausendsassa, sieht Stresssituationen gerne als Herausforderung an. In den vergangenen drei Tagen wurde der 43-Jährige aber auch mit einer für ihn neuen Situation konfrontiert. In der Kabine des Eishockey-Zweitligisten hatte das Covid 19-Virus gewirbelt. Nach positiven Corona-Tests befinden sich 21 Spieler aktuell in Quarantäne. Der Trainings- und Spielbetrieb der Roten Teufel ruht bis zum Sonntag der kommenden Wochen.

GmbH-interne Szenarien für den Corona-Fall werden jetzt aus der Schublade geholt. "Wir wussten, dass es auch uns irgendwann treffen kann und sind vorbereitet", sagt Ortwein. Fragestellungen in den Bereichen Sport und Trainingssteuerung, Medizin, Quarantäne-Verordnungen und Medienarbeit gilt es in den kommenden Tagen abzuarbeiten. Das Wichtigste vorweg: Kein Spieler hat bislang einen schweren Verlauf. Über die Zahl der positiven Testergebnisse sowie Namen der Spieler gibt der Klub keine Auskunft; aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes, wie es heißt. Auch weil sich die Situation noch verändern könne.

Teamintern gleiche die Reaktion der Spieler auf die Ergebnisse und die entsprechenden Verordnungen einem gesellschaftlichen Querschnitt. Manche seien eben besorgter als andere. Jeder Spieler sei nun individuell zu betrachten; aus sportlicher, psychologischer und menschlicher Sicht. Der eine habe Familie und Kinder, andere - gerade drei von vier Importspielern - seien alleine in der Wetterau. "Wir betrachten jeden Spieler individuell nach seinen Bedürfnissen und Fragestellungen. Wir tragen die soziale Verantwortung. Und dieser werden wir auch gerecht werden", sagt der Geschäftsführer. Intern werden entsprechende Abläufe, was beispielsweise die Verpflegung oder auch Einkäufe angeht, nun konkretisiert und Bedürfnisse abgefragt.

Gleich sechs Spiele müssen verlegt werden. Am Donnerstagvormittag haben sich der Sportliche Leiter Matthias Baldys, die Trainer Hannu Järvenpää und Harry Lange mit Athletik-Coach Marc Lubetzki ausgetauscht. Die Mannschaft erwartet - sofern es denn ab 18. Januar Grünes Licht für eine Rückkehr auf das Eis gibt - ein strammes Programm. Sechs Spiele müssen nachgeholt werden. Sieben der dann folgenden zehn Wochen werden voraussichtlich als "englisch" bezeichnet werden müssen.

Die Trainingspläne für die Monate Januar und Februar müssen unter diesen Voraussetzungen modifiziert werden. Virtuelle Workouts sind geplant. Einige Spieler hätten Gewichte und Bikes ohnehin zu Hause, andere hätten bereits nach entsprechendem Material gefragt. "Wir werden prüfen, wie wir diejenigen, die negativ getestet wurden, unterstützen können", sagt Ortwein. Zumindest ein Vorteil: Huba Sekesi und Freddy Cabana, die aktuell angeschlagenen Spieler, gewinnen Zeit zu Regeneration.

Mit Bayreuth und Bad Tölz hatten die Roten Teufel in dieser Saison bereits zwei Duelle mit Mannschaften, die aus der Quarantäne gekommen waren. Frisch und motiviert waren diese Teams angetreten. "Wir wollen - so optimal wie dies möglich ist - die Zeit nutzen", sagt Baldys, der mit den Teamärzten auch die Umsetzung des "Return-to-play"-Konzepts des Deutschen Olympischen Sportbundes koordiniert. Dort ist klar definiert, welche medizinischen Schritte vor einem Wiedereinstieg in das Training zu befolgen sind.

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