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»Müssen mehr als Team spielen«

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Von: Wolfgang Gärtner

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Rackelo-Aufbauspieler Sebastian Brach in seinem Element: Der 19-jährige Gießener dribbelt an seinem Gegenspieler vorbei (Dewrell Tisdale, Hanau). © Imago Sportfotodienst GmbH

Mit seinen 19 Jahren muss Sebastian Brach, den alle nur »Manni« rufen, schon viel Verantwortung übernehmen. Der Gießener ist der Spielmacher der 46ers Rackelos, die dreimal in Folge in der Pro B als Verlierer vom Parkett gingen. Die Teilnahme an den Playoffs ist gefährdet.

Sebastian Brach liebt Basketball. Er hat in Gießen alle Jugendstationen durchlaufen und ist seit geraumer Zeit ein wichtiger Faktor beim Farmteam des Bundesligisten Gießen 46ers. Bei den Rackelos im Team von Cheftrainer Patrick Unger ist er auf der Königsposition zugange. Der 19-Jährige ist der Regisseur im Spiel beim bei den Fans sehr beliebten Pro-B-Ligisten. Der 1,90 m große Playmaker legt im Schnitt 7,6 Punkte pro Spiel auf und verteilt dabei durchschnittlich 3,1 Assists. Brach ist mit einer Doppellizenz (Pro B und Bundesliga) ausgestattet und gilt als eines der größten heimischen Talente. Das Gießener Eigengewächs, das gerne auch mal andere Sportarten wie Golf ausprobiert und eine Vorliebe für Fondue und Raclette hat, erklärt im Interview, woran es bei den Rackelos momentan hapert.

Bei den Rackelos läuft es gerade nicht besonders - drei Niederlagen in Folge. Was sind für Sie die Gründe?

Gerade läuft es leider nicht so gut bei uns. Wir finden momentan nicht so richtig den Weg, als Team zu spielen.

Was muss sich nach Ihrer Meinung ändern?

Die Aufgabe in den nächsten Wochen wird sein, uns mehr zu finden, um dann einen Lauf zu starten und wieder anzugreifen. Dafür ist aktuell ein Training die Woche mehr geplant, was uns auf jeden Fall helfen wird, besser zu uns zu finden und unseren Neuzugang Montreal Scott noch besser einzubinden. Er ist ein sehr erfahrener Spielmacher, der uns auf jeden Fall gut verstärkt. Wenn wir es schaffen, die Energie das ganze Spiel hochzuhalten und besser als Team zu spielen, haben wir gute Chancen, die Playoffs zu erreichen. Es gibt viele Teams, die an einem Playoffplatz kratzen, unter anderem wir, weshalb noch nichts entschieden ist. Wir haben jetzt erstmal eine Woche spielfrei, in der wir das letzte Spiel analysieren werden, um uns bestmöglich auf das nächste Spiel vorzubereiten.

Das Erreichen der Playoffs bleibt das Ziel. Ist es auch realistisch?

Es ist echt noch nichts entschieden, wenn wir eine solide Rückrunde spielen, werden wir die Playoffs spielen, was ich uns definitiv zutraue.

Sie sind der Pointguard des Teams. Sie haben mit die wichtigste Rolle. Worin sehen Sie ihre Hauptaufgabe?

Meine Aufgabe ist es, das Spiel aufzubauen und die Systeme anzusagen. Hierbei kann ich noch einiges von Montreal Scott (Monty) lernen, der schon längere Zeit auf dem Niveau spielt und deshalb sehr erfahren ist.

Was ist Ihrer Meinung nach bei Ihnen verbesserungswürdig, was ist Ihre Stärke?

Ich versuche, mir viel von ihm in den Aspekten Spielübersicht und -aufbau abzuschauen, was mein Spiel verstärken wird. Außerdem muss mein Wurf konstanter werden, und ich will wieder mehr Assists spielen, was ich in den letzten Spielen ein bisschen an mir vermisse. Bis jetzt bin ich in der Saison deutlich selbstbewusster geworden, was ich versuchen werde, noch zu steigern, um den nächsten Schritt zu gehen.

Wie stellen Sie sich Ihre sportliche Zukunft vor - bei Ihnen war mal ein Gang zu einem College angedacht?

Ich hatte versucht, nach der letzten Saison aufs College zu gehen, was jedoch leider durch Corona erschwert wurde und letztlich nichts wurde. Für die Zukunft werde ich versuchen, mal außerhalb von Gießen zu spielen, um mal eine neue Stadt kennenzulernen. Ob das nun nächste Saison schon passiert, wird sich nach der Saison zeigen.

Wie oft trainieren Sie in der Woche?

Pro Woche habe ich meistens drei- bis fünfmal Teamtraining - dazu zweimal Kraft- und einmal Indivudualtraining. Am Tag nach einem Spiel haben wir immer frei.

In Basketball-Kreisen werden Sie nur »Manni« gerufen. Wie kommt das?

In der U10 gab es in unserem Basketball-Team zwei Sebastians. Deshalb kam mein Zweitname Manfred ins Spiel und davon die Kurzform »Manni«. Und das hat sich dann über die Jahre hinweg etabliert.

Wie ist Ihre Wohnungssituation - sind Sie auch in das »46ers-Haus« eingezogen? Und gibt es neben dem Basketball noch ein anderes Standbein, was Sie sich aufbauen?

Ich wohne noch bei meinen Eltern und studiere nebenbei seit September letzten Jahres noch an einer Fern-Universität Immobilienmanagement. Das hat sich angeboten, weil man deutlich flexibler ist und nicht immer zu Vorlesungen fahren muss. Leider lernt man dann kaum andere Studenten kennen, aber es lässt sich so mit dem Basketball besser kombinieren.

Wie sieht Ihre aktuelle Vertragssituation aus?

Ich habe erst mal für diese Saison einen Vertrag unterschrieben, um zu schauen, wie sich die Situation hier und bei mir entwickelt.

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