"Müssen Bonner Fastbreak stoppen"

(gae) Vladimir Bogojevic hat sich in die Herzen der Fans gecoacht. Der Trainer der LTi Gießen 46ers, der nach der Suspendierung von Simon Cote am 8. Januar das schwere Amt übernommen hat, erhielt am vergangenen Samstag beim 82:70-Heimsieg gegen die ebenfalls um den Klassenerhalt kämpfenden Walter Tigers Tübingen eine ganz besondere Auszeichnung von den 46ers-Anhängern. Zu Beginn des dritten Viertels, in dem die Gießener den Grundstein für den späteren Erfolg setzten, skandierte die "Halle" "Vladi"-Bogojevic, oh, oh, oh, oh, oh!" Damit zollten die Zuschauer dem 32-Jährigen Respekt. Er hat dem am Tropf hängenden Team in kürzester Zeit mit seiner Selbstbewusstsein-Injektion wieder neues Leben eingehaucht und es erstmals seit dem 20. Dezember von einem der beiden Abstiegsplätze geführt.

(gae) Vladimir Bogojevic hat sich in die Herzen der Fans gecoacht. Der Trainer der LTi Gießen 46ers, der nach der Suspendierung von Simon Cote am 8. Januar das schwere Amt übernommen hat, erhielt am vergangenen Samstag beim 82:70-Heimsieg gegen die ebenfalls um den Klassenerhalt kämpfenden Walter Tigers Tübingen eine ganz besondere Auszeichnung von den 46ers-Anhängern. Zu Beginn des dritten Viertels, in dem die Gießener den Grundstein für den späteren Erfolg setzten, skandierte die "Halle" "Vladi"-Bogojevic, oh, oh, oh, oh, oh!" Damit zollten die Zuschauer dem 32-Jährigen Respekt. Er hat dem am Tropf hängenden Team in kürzester Zeit mit seiner Selbstbewusstsein-Injektion wieder neues Leben eingehaucht und es erstmals seit dem 20. Dezember von einem der beiden Abstiegsplätze geführt.

"Ich habe mich darüber sehr gefreut", fühlt sich Bogojevic auch Tage später geschmeichelt. Es sei aber noch viel zu früh, um in einen Freudentaumel zu verfallen. Der Sieg sei wichtig gewesen. Das sei unbestritten. Damit die 46ers aber weiter aus dem Tabellenkeller steigen können, müssen noch mehr Erfolge her. Ob sich einer am Samstag um 19.30 Uhr beim Rangdritten Telekom Baskets anschließen wird, ist fraglich.

"Es wird sicherlich ein schweres Spiel", erklärt Heiko Schaffartzik. Gießens Spielmacher gehörte am vergangenen Samstag erneut zu den besten 46ers-Spielern und avancierte zudem mit 20 Punkten zum Topscorer seines Teams. "Wenn wir gut verteidigen, haben wir eine Chance auf den Sieg", weiß Schaffartzik, dass ein Sieg im sicherlich mit über 5000 bestens gelaunten Jecken besetzten Telekom Dome nur über eine gewissenhafte und aggressive Defense eingefahren werden kann.

Sein Trainer kennt ebenfalls die Art und Weise, wie die Bonner auf dem Parkett agieren. "Es wird keine Überraschung geben. Bonn baut Druck über die Verteidigung auf, wird pressen und versuchen, ins Laufen zu kommen", analysiert Gießens Cheftrainer. Er attestiert seinem Pendant Michael Koch, super Arbeit geleistet zu haben: "Von eins bis zwölf sind alle Spieler glücklich, für Bonn spielen zu dürfen." In welcher Verfassung sich der Gastgeber befinden würde, könne man ganz leicht an den letzten beiden Ergebnissen ablesen - 72:64 in Artland und 80:66 gegen Berlin.

Die Bonner scheinen aber den Gießenern zu liegen. Dreimal standen sich beide Teams in dieser Saison gegenüber, zweimal gingen die 46ers als Sieger hervor. Beim Vorbereitungsturnier in Bad Neuenahr gewannen die Mittelhessen mit 75:68 und ließen im Bundesliga-Hinspiel das 70:67 folgen, das Schaffartzik mit einem Dreier in der letzten Sekunde besiegelte. Einzig im Pokal-Achtelfinale beim 56:67 wiesen die Rheinstädter die Lahnstädter in die Schranken.

"Wir haben mit den Bonnern schon unsere Erfahrung gemacht", sagt Bogojevic mit einem Schmunzeln im Gesicht und fordert für den Samstag: "Wir müssen bei Bonn die einfachen Punkte reduzieren, den Fastbreak stoppen und Ausboxen."

Einen Kampf auf Biegen und Brechen erwartet auch Koch. "Ich werde meine Mannschaft so einstellen wie in Quakenbrück. Gegen Mannschaften, die unten drinstehen, gibt es keinen Schönheitspreis zu gewinnen. Da zählt nur Kampf", erläutert er.

Der 43-Jährige, der in Lich geboren wurde, erstmals als Spieler beim MTV 1846 Gießen Bundesligaluft schnupperte und von dort aus seine eindrucksvolle Karriere startete, hat seiner Mannschaft eine klare Rollenverteilung gegeben. Der Powerforward Brandon Bowman und der Flügelspieler Winsome Frazier sind die Leistungsträger und die Punktelieferanten schlechthin (15,4 und 13 im Schnitt pro Partie). Doch im Schatten der beiden Amerikaner hat sich Landsmann Earl Jerrod Rowland immer mehr in den Vordergrund gespielt. EJ, wie er kurz genannt wird, der aus Niedersachsen von den Artland Dragons an den Rhein gewechselt war, ist nach Bowman der effektivste Spieler im Team des letztjährigen Vizemeisters. Der 1,91 m große Playmaker übernahm in den vergangenen Partien Verantwortung, als sie gefordert war. Überhaupt verfügt Koch über ein homogenes sowie athletisches Team, was die Serie von acht Siegen in den letzten zehn Begegnungen eindrucksvoll beweist.

Mit der Entwicklung seiner Mannschaft ist Bonns Trainer sehr zufrieden. "Wir haben die Verletzungen gut überstanden", kann der ehemalige Nationalspieler seit ein paar Spielen wieder auf seinen Center John Bowler zurückgreifen. Zwar kann der 2,04 m große sowie 130 kg schwere und gewiefte Center aufgrund der langen Verletzungspause noch nicht sein ganzes Potential abrufen, er wird aber den exzellent besetzten Frontcourt mit dem 2,10-Hünen Ken Johnson, dem "Sprungwunder" Patrick Flomo und der "Allzweckwaffe" Bowman noch stärker machen.

Mit der guten Stimmung im Rücken aus dem Tübingen-Spiel wird sich der 46ers-Tross am Samstag in Richtung Karneval-Hochburg Bonn bewegen. Ein Fanbus mit über 50 Personen ist ebenfalls gechartert. Zudem rechnen die 46ers-Verantwortlichen damit, dass sich noch einige Fans mit dem Privat-Pkw auf den Weg machen werden. Und vielleicht gibt es wieder Gründe, dass die Gießener Anhänger skandieren.

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