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Henry Mohr

Mohr über Unterschiede zwischen Futsal und Fußball

Winterzeit ist Hallenzeit – bei den Fußballern. Früher gab es nur Hallenfußball, doch mittlerweile setzt sich immer mehr Futsal durch. Am Anfang war auch im Fußballkreis Gießen die Skepsis nicht gerade gering, doch mittlerweile werden die meisten Hallenturniere nach Futsal-Regeln gespielt.

Kreisfußballwart Henry Mohr (Kleinlinden) ist ein großer Anhänger des Futsals, wie er im nachfolgenden Interview sagt. Zumal ohnehin ab dem kommenden Jahr in der Halle nur noch Futsal gespielt werden darf.

"Wo sind die Hauptunterschiede, was unterscheidet Futsal vom Fußball?"

Henry Mohr: "Im Vergleich zum traditionellen Hallenfußball, wie er in Deutschland gespielt wird, unterscheiden sich die Futsal-Regeln in einigen Punkten. Gespielt wird auf Handball-Tore. Der Ball wird nicht eingeworfen sondern eingekickt, es wird ohne Bande gespielt. Eine Mannschaft besteht aus einem Torwart und vier Feldspielern, bis zu sieben Auswechselspieler sind erlaubt. Eck-, Frei- oder Torabstöße müssen innerhalb von vier Sekunden ausgeführt werden, so dass die Dynamik des Spiels gefördert wird. Fouls, die eine Mannschaft begeht, werden gezählt und kumuliert. Ab dem sechsten (auch weniger) Foulspiel einer Mannschaft wird jeweils ein Strafstoß verhängt. Hineingrätschen bzw. Tackling sind untersagt. Diese Festlegungen sorgen dafür, dass es fairer zugeht und weniger aggressiv gespielt wird als im herkömmlichen Hallenfußball. Ein gravierender Unterschied besteht auch in der Beschaffenheit und Größe des Balles, der beim Futsal im Vergleich zum herkömmlichen Fußball etwas kleiner und weicher ist und deutlich geringere Sprungeigenschaften aufweist.

Dies erleichtert die Spielbarkeit, was vor allem für Anfänger von Vorteil ist und zum Beispiel bei inhomogenen Leistungsgruppen für mehr Spielfluss sorgt. Auch für ältere Fußballspieler/innen ist Futsal eine sehr gute Alternative, da das Verletzungsrisiko deutlich reduziert ist. In seiner Vollendung ist Futsal ein fast körperloses, sehr schnelles und technisch hochwertiges Spiel."

Hallenturniere werden mittlerweile fast ausnahmslos nach Futsal-Regeln gespielt. Was war ausschlaggebend für diese Entscheidung?

Mohr: "Im Kreis hatten wir beschlossen, Hallenturniere nur noch nach Futsal-Regeln zu genehmigen. Wir haben aber Ausnahmen zugelassen. Ab 2016 schreibt es der DFB vor. So war es zumindest für die Veranstalter gut, sich schon damit zurechtzufinden. Wer Futsal im Fernsehen sieht, erkennt, wie toll Hallenfußball sein kann. Futsal kommt dem Fußball auf dem Feld viel näher als das Gewürge und Gebolze beim normalen Hallenfußball. Vor allem wird die Verletzungsgefahr erheblich gemindert."

Wo sehen Sie die Vorteile des Futsals?

Mohr: "Es wird viel mehr Fußball gespielt. Die angeblich schwere Regel gerät eigentlich vollkommen in den Hintergrund. Ganz toll zu beobachten ist dies bei den Junioren, die kennen nichts anderes mehr. Und der Ball trägt auch zum Fußballspielen bei. Kein Ball mehr an die Decke, fast jeder kann den Ball super stoppen und es wird weniger aus der Distanz aufs Tor gebolzt. Und beim Futsal muss schnell weitergespielt werden, so dass die Spiele dynamischer und attraktiver sind."

Gibt es Nachteile?

Mohr: "Wenn überhaupt Nachteile, dann nur die mangelnde Information für die Besucher bei den Turnieren. Außerdem kann ein Schiedsrichter mehr benötigt werden – und es muss jemand die Fouls notieren und anzeigen."

Wie ist die Resonanz der Vereine? Gab oder gibt es viele, die sich möglicherweise noch dagegen wehren, nach Futsal-Regeln zu spielen?

Mohr: "Klar gibt es immer noch Futsal-Gegner. Die vermissen den Kampf und den Einsatz in der Halle. Aber wer das teilweise Gewürge in der Osthalle gesehen hat, kann mit dieser Art Hallenfußball auch nicht zufrieden sein. Ich denke, die Gegner sollten es mal probieren. Und ab 2016 gibt es nur noch Futsal. Im AH-Bereich wollen sich einige noch nicht damit abfinden. Da wird gedroht, zu Turnieren nicht zu kommen. Aber gerade für die Altherren ist Futsal besonders geeignet."

Haben Sie selbst schon Futsal gespielt? Und falls, wie war es?

Mohr: "Ich habe den Futsal-Ball mit ins AH-Training nach Allendorf/Lahn geschleppt. Anfangs gab es schon Skepsis. Der Ball ist zu klein, man kann nicht schießen und so weiter. Inzwischen kicken wir nur noch mit dem Futsalball – und es macht Riesenspaß. Als neulich mal ein normaler Hallenball auf dem Feld lag, waren alle erschrocken, dass man mit so einem Ding früher gespielt hat. Inzwischen haben die Altherren einen ganz neuen Futsalball gekauft." (ms)

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