+

Mittelhessen hat seinen Goldjungen zurück

(sno) Mittelhessen hat seinen Olympiasieger von Rio in der Heimat empfangen. Fabian Hambüchen kehrte am Freitag nach dem Gewinn der Goldmedaille am Reck zurück nach Wetzlar.

Rund 100 Personen kamen zur Sporthalle der August-Bebel-Schule, "dem Ort, an dem alle Medaillen erarbeitet wurden", sagte Wetzlars Oberbürgermeister Manfred Wagner. Seit etlichen Jahren trainiert der 28-Jährige mit seinem Vater Wolfgang in Wetzlar und legte den Grundstein für den sportlichen Höhenflug. Gestern war an diesem Ort nun der Moment gekommen, die Rio-Erlebnisse in der Heimat Revue passieren zu lassen.

Der Turner selbst blickt zurück: "Bis zum Finaltag hatte ich zehn Wochen, in denen ich voll trainieren konnte. Da fragt man sich natürlich: Wie trainierst du am cleversten, sodass es die Schulter auch aushält?" Mental sei es einfach gewesen, "weil ich Gas geben wollte, weil ich Bock hatte. Das Motto war, noch einmal bei Olympia dabei zu sein. Dann kamen wir bis Rio, das war schon ein Erfolg. Erst als ich im Reck-Finale stand, kamen die Gedanken: Es könnte ja noch einmal was mit einer Medaille werden." Und als klar war, dass es zu einer Medaille reichen wird, "habe ich zu meinem Vater gesagt: Ich will dieses Gold jetzt endlich haben."

Wie geht es weiter mit dem Wetzlarer Turner? Zunächst einmal wird sich der 28-Jährige weiterhin seinem Studium an der Sporthochschule Köln widmen. "Ich habe zuletzt weniger Kurse belegt, um für Olympia trainieren zu können. Ich denke, dass ich noch zwei, drei Semester brauche. Ich turne zudem weiterhin in der Bundesliga für die KTV Obere Lahn. Und damit ist der Tag schon wieder voll." An den Olympischen Spielen wird Hambüchen nicht mehr teilnehmen, die Weltmeisterschaft 2019 in Stuttgart reizt ihn dagegen noch. Irgendwann wird der Ausnahmeturner in die berufliche Zukunft starten. Zuletzt erwähnte er bereits, dass er sich vorstellen könne, Trainer, Lehrer oder Journalist zu werden. Auch das Sportmanagement wäre denkbar. Vater Wolfgang hält es für möglich, dass sein Sohn langfristig in der Heimat bleibt. "Er wird sicher einige Optionen haben, das kann auch hier in der Region sein."

+++ Mehr zum Thema lesen Sie am Samstag in der Gießener Allgemeinen Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare