Mittelhessen räumen in Baunatal mächtig ab

(klb) Mit 22 Sportlern aus drei Vereinen im Nachwuchsbereich und weiteren 24 über zwölf Jahre aus sechs Vereinen war der Turngau Mittelhessen am Wochenende bei den hessischen Mehrkampfmeisterschaften in Baunatal vertreten. Im Jahnkampf (Turnen, Leichtathletik, Schwimmen), im Deutschen Mehrkampf (Turnen und Leichtathletik), im Leichathletischen Mehrkampf, im Schwimmmehrkampf, im Friesenkampf (Schießen, Kugelstoßen, Laufen, Fechten, Schwimmen) sowie im Schleuderballwerfen und Steinstoßen wurden die Hessischen Meister ermittelt.

Gleichzeitig galt es für alle Sportler ab zwölf Jahren, die Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften zu erturnen. Sehr erfolgreich kehrten die Akteure des Turngaus Mittelhessen aus Nordhessen zurück. So konnten 18 Hessenmeistertitel, vier Vizemeistertitel und fünf dritte Plätze erturnt werden. Eine tolle Bilanz für Mittelhessen, wo der Mehrkampf einen hohen Stellenwert genießt.

Für viele Sportler der 700 Teilnehmer war Baunatal mit seinen drei Wettkampfstätten an unterschiedlichen Orten noch vom Hessischen Landesturnfest bekannt. Das Turnen fand beim TV Hoof statt, der Schwimmen in Baunatal und die Leichtathletik im Parkstadion. Die Ausrichter hatten für gute Bedingungen gesorgt, und das Wetter spielte zum Großteil mit, wenn auch die Temperaturen nicht gerade sommerlich waren.

Jahnwettkämpfe: Im Jahn-Neunkampf der Männer 20 erreichte Oliver Reuter (TV Watzenborn-Steinberg) mit 94,68 Punkten den ersten Platz. Er zeigte zumeist ausgeglichene Leistungen, musste aber aufgrund einer Verletzung am Sprung auf seinen schwierigen Tsukahara verzichten und konnte auch beim 100-m-Sprint sowie beim Weitsprung nicht seine volle Leistungsfähigkeit erbringen. Insbesondere durch gute Noten beim Kunstspringen (10,68 Punkte) sowie solide 10,20 m beim Kugelstoßen qualifizierte er sich sicher für die Deutschen Mehrkampfmeisterschaften.

Er gewann mit 94,68 Punkten vor Lucca Burschel (Ober-Ramstadt) und Joel Rinkart (Eintracht Frankfurt). Moritz Weber (TV Großen-Linden) wurde mit einem deutlichen Abstand von 15 Punkten Hessenmeister im Jahn-Sechskampf der M16/17 und sicherte sich auch die Qualifikation für die "Deutschen". Bereits beim Kunstspringen zeigte sich, dass die eingeübten Sprünge (11/2 Salto vorwärts gehechtet und Delphinkopfsprung) von den Sprungrichtern sehr gute Wertungen erhielten. Die anschließenden 100-m-Freistil absolvierte Weber in ausgezeichneten 1:10 Sekunden, sodass er mit insgesamt 19,05 Punkten das Schwimmbad verließ. Beim Turnen zeigte sich, dass der Lindener eine Woche zuvor den Deutschland Cup geturnt hatte. Die leicht abgespeckten Übungen (Barren und Boden) konnten er sehr sauber vortragen, was die Kampfrichter mit 12,20 und 12,60 belohnten. Es folgten die leichtathletischen Disziplinen. Mit 10,52 Punkten für 12,70 im 100-m-Lauf war er zufrieden. Der TSV Odenhausen/Lahn schickte Peer Koch (M14/15), der seine Boden- und Barrenübungen überzeugend turnte und auch in der Leichtathletik punktete. Allerdings musste er im Kunstspringen mit einer geringen Punktzahl zufrieden sein.

Am Ende belegte er mit 51,38 Punkten Platz vier und qualifizierte sich ebenfalls für die "Deutschen". Im Jahn-Neunkampf der Frauen Ü30 waren Katja Leib (TSV Krofdorf-Gleiberg) und Annika Jonas (TV Großen-Linden) angetreten. Nach erneut konstanten Leistungen in acht der neun Disziplinen sicherte sich Katja Leib mit 81,79 Punkten den Titel und auch die Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften. Besonders zufrieden war sie mit dem Turnen, in dem sie insgesamt 33,30 Punkte erzielte, sowie mit ihrer Schwimmzeit von 1:20 über die 100 m Freistil, die 9,90 einbrachte. Rang drei belegte Annika Jonas, die in der Leichtathletik mit zwei ungültigen Weitsprüngen Punkte einbüßte. Besonders zufrieden aber war auch sie mit ihrer Schwimmstrecke (100 m Brust: 1:42), für die sie 9,17 Punkte erhielt. Svenja Reuter (TV Watzenborn-Steinberg) erkämpfte sich den obersten Podestplatz und die Qualifikation im Jahnkampf der W18/19. Sie absolvierte in dieser Altersklasse erstmalig einen Jahn-Neunkampf und hob sich vor allem bei den leichtathletischen Disziplinen von der Konkurrenz ab. Mit 13,46 Sekunden im 100-m-Sprint, 9,53 m im Kugelstoßen und 4,87 m im Weitsprung zeigte sie tolle Leistungen.

Insgesamt sicherte sie sich mit 95,99 Punkten den Titel der Hessenmeisterin. Im Jahn-Sechskampf der W12/13 erreichte Lena Dassler vom TV Großen-Linden Platz 14 mit 39,62 Punkten. Alexander Lüdtke vom TSV Allendorf/Lahn war der einzige männlich Nachwuchssportler des Turngaus im Jahnkampf. Er startet in der M10/11, konnte nach guten Leistungen am Barren (13,70 Punkte), dem weitesten Ballwurf (29, 50m) mit Rang fünf und insgesamt 48,67 Punkten zufrieden sein. Im Jahnkampf der Schülerinnen W10/11 mussten die beiden Krofdorferinnen Dominique Schuster und Hanna Henrich nur die Darmstädterin Buschinger an sich vorbeiziehen lassen. Mit 57,53 Punkten holte Dominique den Vizetitel vor Hanna Henrich (54,39 Punkte). Ebenfalls in diesem Wettkampf startete Nina Weiß vom TV Großen-Linden, die Platz zwölf mit 48,68 Punkten belegte. Einen Überraschungserfolg gab es im Jahn-Sechskampf der W8/9. Hier siegten ganz unerwartet drei Lindener Mädchen: Hannah Ulfert wurde mit 51,41 Punkten Hessenmeisterin vor ihren Vereinskameradinnen Annelie Landeck (50,52) und Clara Wüsten (49,14).

Deutsche Mehrkämpfe: Im Deutschen Achtkampf der Männer Ü30 startete Till Schäller vom TV Großen-Linden und wurde mit 67,64 Punkten Hessischer Meister. Die meisten Punkte holte Schäller am Sprung (11,75), im 100-m-Lauf (9,87) und im Weitsprung (10,38 Punkte). Christoph Klein und Daniel Tilli (beide TSV Allendorf/Lahn) sowie Marc Jelli und Max Hachenmeister (beide TV Großen-Linden) waren die mittelhessischen Teilnehmer im Deutschen Achtkampf der Männer 20. Mit 1,5 Punkten Vorsprung und dank guter leichtathletischen Leistungen gewann Klein den Wettkampf (89,31), wurde Hessenmeister und qualifizierte sich für die Deutschen Meisterschaften. Einen ebenfalls starken Wettkampf turnte Daniel Tilli. Mit Rang drei und 79,60 Punkten bescherte er sich ebenfalls die Qualifikation für die "Deutschen". Marc Jelli belegte mit 68,52 Punkten Rang fünf vor Vereinskollege Max Hachenmeister (58,20). Beide punkteten besonders am Sprung und im 100-m-Lauf. Für Hannes Drescher (TSV Krofdorf-Gleiberg) und Tim Pfeiffer (TV Großen-Linden) ging es in erste Linie um die Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften in der Altersklasse M16/17 bzw. 14/15. Beide wurden Hessenmeister. Der amtierende Deutsche Meister Hannes Drescher begann seinen Wettkampf mit guten 12,45 Punkten am Boden und bekam für seine abgespeckte Reckübung 10,60 Punkte und 12,40 Zähler für seine solide Barrenübung.

Für Tim Pfeiffer begann der Wettkampf am Barren (11,90); Auch am Reck präsentierte er sich gut in Form (10,40) und brachte auch seine saubere geturnte Bodenübung mit 12,30 Punkten gut zum Abschluss. Trotz schlechter Bedingungen erreichte Drescher eine gute Laufzeit von 12,48 Sekunden. Ein guter Kugelstoß (14,60 m) und ein knieschonender Weitsprung mit 5,34 m rundeten für ihn den Wettkampf ab. Pfeiffer legte mit einen guten Weitsprung (5,03m) hin und setzte sich im Kugelstoß (10,23 m) in Szene. Beide erreichten sicher ihr Wettkampfziel: die Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften. Tim Pelekoorne vom TSV Allendorf/Lahn startete im Deutschen Sechskampf M12/13 Jahre. Starke Leistungen zeigte er in der Leichtathletik. Besonders mit seinem Kugelstoß von 8,14 m war er der Beste seines Wettkampfes. Pech hatte er im Turnen; so erhielt er für seine Barrenübung nur 5,70 Punkte. Am Ende kam er auf Rang vier mit 42,42 Punkten. Den Vizetitel im Deutschen Achtkampf der Frauen W20 sowie die Qualifikation für die Deutschen erreichte Annalena Riedel (TV Watzenborn-Steinberg) mit 88,93 Punkten. Sie zeigte in allen acht Disziplinen solide Leistungen und musste am Ende nur der mehrfachen Deutschen Meisterin Miriam Kalhöfer den Vortritt lassen.

Ihre besten Resultate erzielte sie am Sprung mit 12,15 Punkten und im 100-m-Lauf mit umgerechnet 10,87 Punkten. Im Deutschen Achtkampf W18/19 starteten Sarah und Anna Schäfer. Sarah Schäfer zeigte wie gewohnt saubere Übungen in den turnerischen Disziplinen und erzielte am Sprung mit 12,70 Punkten ihre höchste Wertung. In den leichtathletischen Disziplinen konnte sie sich im Vergleich zum Vorjahr enorm steigern, sodass sie am Ende mit 80,08 Punkten neben der angestrebten Qualifikationspunktzahl auch einen sehr guten zweiten Platz erreichte. Anna Schäfer freute sich über den dritten Rang im gleichen Wettkampf, konnte aber mit 74,59 Punkten die Qualifikationsanforderungen für die Deutschen Mehrkampfmeisterschaften nicht erfüllen. Ihre stärkste Disziplin war Sprung mit 11,85 Punkten im Turnen und der 100-m-Lauf mit 9,07 Punkten. Vom TSV Krofdorf-Gleiberg nahm Denise Döring im Deutschen Sechskampf W14/15 teil. Mit 52,49 Punkten belegten sie am Ende Rang 14. Lorena Wagner vom TV Großen-Linden (18./54,14Punkte) und Lisa-Marie Keiner (20./36,47) vom TSV Allendorf/Lahn vertraten den Turngau Mittelhessen im Deutschen Sechskampf der W 12/13. Bei dem Deutschen Sechskampf der Schüler M10/11 Jahre traten für den TV Großen-Linden Nico und Lukas Horvath, Leon Arbter und Jan Spiegl an.

Schon beim Turnen zeigte der zweifache Titelverteidiger Nico Horvath wieder seine Klasse. Mit 14,40 Punkten am Barren setzte er sich von seinem Verfolger Ovie Ayomanor aus Frankfurt ab. Im der Leichtathletik konnte er seinen Vorsprung mit 40 Metern im Weitwurf und einem Weitsprung von 4,20 m ausbauen und erhielt nun schon im dritten Jahr in Folge den Hessenmeistertitel. Seine Bruder Lukas erturnte sich den dritten Rang dank eines Wurfes über 35 Meter und konstanter starker Leistungen in den anderen Disziplinen. Leon Arbter belegte mit guter turnerischer Leistung Rang acht. Jan Spiegel erreichte den neunten Rang. Frederik Hotte vom TV Großen Linden sowie fünf Turner des TSV Allendorf-Lahn traten im Deutschen Sechskampf der Schüler 8/9 Jahre an. Hotte präsentierte die beste Bodenübung (13,30 Punkte) und den weitesten Sprung (3,54 m) sowie den zweitschnellste Lauf und eine Topleistungen am Barren, Reck und im Ballweitwurf. Am Ende wurde er verdient Hessenmeister mit 60,32 Punkten. Bester Allendorfer Turner war Ammour Adam, der die beste Barrenübung (13,30 Punkte) turnte und am Ende Rang Sechs erreichte. Der Barren war mit 13,20 Punkten auch das stärkste Gerät von Anakin Luke Werner, der mit 53,26 Punkten Rang 11 vor seinem Vereinskameraden Marco Klaus (52,42 Punkte) belegte.

Klaus punktete vor allem am Barren, Reck und im Ballwurf. Auf Platz 15 kam mit Fynn Steinmüller mit 51,77 Punkten. Im Deutschen Sechskampf der 10/11-Jährigen turnten die Allendorferinnen Lena Schäfer, Sylvie Biedenkapp und Nele Pellekoorne. Für diese Mädchen war es die erste Hessische Meisterschaft dieser Art. Auch wenn sie nicht in allen Disziplinen ihre gewohnte Leistung abrufen konnten, waren sie am Ende mit ihrem Abschneiden zufrieden. Im größten Teilnehmerfeld des Tages (61 Starterinnen) erreichten Lena Schäfer Rang 34 (59,64), Silvie Biedenkapp Rang 45 (57,80) und Nele Pelekoorne Rang 54 (56,29. Bei den jüngsten Deutschen Mehrkämpfern, der Schülerinnen 8/9 Jahre, schickte der TSV Allendorf/Lahn zwei Turnerinnen ins Rennen. Antonia Schäfer erreichte den zwölften Platz mit 57,48 Punkten, ihre Vereinskameradin Greta Luh belegte Rang 32 mit 46,91 Punkten.

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