1. Gießener Allgemeine
  2. Sport
  3. Lokalsport

Mit Verletzungssorgen nach Bochum

Erstellt:

Von: Sebastian Kilsbach

Kommentare

_1SPOLSPORT17-B_095326_4c
Gießens Cheftrainer »Frenki« Ignjatovic stellt sein Basketball-ProA-Team auf Sonntaggastgeber VfL Bochum ein. © Harald Friedrich

Am Sonntag gastieren die Gießen 46ers in der zweiten Basketball-Bundesliga beim ProA-Vertreter VfL Bochum. Während der Verein unter der Woche auf höchster Ebene einen Führungswechsel vollzog, treiben das Team Verletzungssorgen um.

Hält die Serie der Gießen 46ers in der Basketball-ProA an? Das Team von Trainer »Frenki« Ignjatovic will am Sonntag um 17 Uhr beim VfL Bochum (live auf Sportdeutschland.tv) den dritten Sieg in Folge einfahren. Gießen plagen aber Verletzungssorgen.

Stefan Fundic (Oberschenkel) und Roland Nyama (Infekt) konnten diese Woche nicht am Training teilnehmen. Nach zwei Siegen in Folge wäre das eine empfindliche Schwächung. »Das Schöne am Sport ist: Wenn jemand fehlt, müssen andere in die Bresche springen. Da ist das ganz einfach«, kann sich Headcoach »Frenki« Ignjatovic einen kleinen Seitenhieb auf die Geschehnisse der letzten Tage nicht verkneifen. Der stellvertretende Geschäftsführer Jonathan Kollmar war vom Aufsichtsrat der 46ers am Dienstag offiziell als Nachfolger für den erkrankten und entlassenen Sebastian Schmidt ernannt worden.

Auf die Stimmung der Mannschaft habe das keinen Einfluss, sagt Ignjatovic. Die Feierlichkeiten nach dem Sieg über Kirchheim wollten fast kein Ende nehmen. Lange nach Spielschluss kam ein strahlender Luis Figge vor die Osthalle, wo er noch von einigen Fans empfangen wurde. »Wir haben jetzt zwei Tage frei gekriegt«, strahlte der gebürtige Paderborner über beide Ohren. Ob Sieg Nummer drei folgt, wird sich am Sonntag in der Bochumer Rundsporthalle zeigen. Es wäre der erste Dreierpack für den Verein seit Oktober 2018! Sportdeutschland.tv überträgt die Partie im Stream.

Die Lage: Gießen fährt als Tabellendritter zum Viertletzten. Die Siege über Schwenningen und Kirchheim glückten jeweils vor heimischen Fans. Die Osthalle ist in dieser Saison endlich wieder eine Festung. Fans und Team sind nach nur vier Spielen, die allesamt gewonnen wurden, zu einer Einheit verschmolzen. Auswärts indes konnten die Mittelhessen erst einen Sieg einheimsen, dem drei Niederlagen gegenüberstehen. Bochum konnte noch kein Heimspiel für sich entscheiden, schrammte aber mehrfach nur haarscharf an Punktgewinnen vorbei. Zuletzt erwischte man einen rabenschwarzen Tag und ging in Karlsruhe mit 79:103 baden.

Personelles : Unter normalen Umständen würden die 46ers als Favorit antreten. Sollten Fundic und Nyama aber wirklich fehlen, werden die Karten neu gemischt. »Jeder weiß, wie wichtig sie für uns sind.« Eine Prognose will Ignjatovic nicht wagen. Fundic war im letzten Viertel des gewonnenen Kirchheim-Spiels längere Zeit mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Parkett liegen geblieben. Er versuchte, den Schmerz herauszulaufen, konnte aber nicht mehr mitwirken. Gegenwärtig befindet er sich in physiotherapeutischer Behandlung. Auch Karlo Miksic humpelte in der Partie vom Parkett. Der nachverpflichtete Guard ist mittlerweile aber wieder fit. Die Teamintegration laufe auf Hochtouren.

Mit Nyama und Fundic würden auf einen Schlag über 20 Punkte im Offensivsystem der 46ers fehlen. Noch schwerer zu kompensieren ist, was Fundic mit seiner Spielintelligenz und Einsatzkraft den Mittelhessen gibt.

Der nur zwei Meter große Center ist mit 10,9 Rebounds im Schnitt pro Spiel zweitbester in dieser Kategorie ligaweit. Fundics Antizipation beim Kampf um lose Bälle lässt ihn wie einen menschlichen Staubsauger wirken. An den Pranken des 28-jährigen Serben ist unterm Brett kein Vorbeikommen.

Der Gegner: Bochum schaffte 2021 erstmals den Aufstieg in die ProA. Man hielt die Klasse im Anschluss souverän auf Rang 13. Gecoacht wird das Ruhrpott-Team vom Spanier Felix Banobre, auf den Ignjatovic große Stücke hält. Das Leistungsgefälle des VfL von Spieltag zu Spieltag ist die große Variable.

Davon zeugt der überraschende 79:76-Sieg, der Bochum auswärts bei Tabellenführer Tübingen glückte. Dreh- und Angelpunkt ist Conley Jacob Garrison mit 17 Punkten, fünf Assists und über sechs Rebounds pro Begegnung. Auf der Guardpositon führt der 153-fache BBL-Spieler Niklas Geske Regie. 13 Punkte und 7 Assists steuert der Aufbauspieler allabendlich bei.

Das sagt Ignjatovic: Es ist mit den Ausfällen wie es ist. Wir müssen uns vorbereiten auf eine sehr gute Mannschaft. Sie sind gut gecoacht und organisiert, haben eine gute Mixtur aus erfahrenen Deutschen und erfahrenen Ausländern. Letztes Jahr hielten sie souverän die Klasse. Diese Saison läuft es mal richtig gut und mal richtig schlecht. Wir sind gewarnt und hoffen, am Wochenende einigermaßen komplett auflaufen zu können. Nach zwei Siegen haben wir viel Selbstvertrauen.

Auch interessant

Kommentare