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Neuauflage: Anadin Suljakovic (12) und die HSG Wetzlar müssen heute die im Oktober abgebrochene Bundesliga-Partie beim Bergischen HC und dessen Spielmacher Linus Arnesson (rechts) nachholen.

HSG Wetzlar

Mit Punkten in den Bus steigen

  • Ralf Waldschmidt
    VonRalf Waldschmidt
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In der Handball-Bundesliga hat die HSG Wetzlar bisher viermal als Verlierer das Parkett in fremden Hallen verlassen. Im fünften Anlauf heute beim Bergischen HC (18.30 Uhr) soll es klappen.

Benjamin Matschke, der Trainer der HSG Wetzlar, bringt die Aufgabe im heutigen Bundesliga-Wiederholungsspiel beim Bergischen HC (18.30 Uhr, Klingenhalle Solingen) auf den Punkt: »Meine Mannschaft hat es mittlerweile verdient, mit einem oder zwei Punkten in den Bus zu steigen.« Aufgrund eines medizinischen Notfalls auf der Tribüne war es am 16. Oktober zum Abbruch der Bundesliga-Partie beim Bergischen HC gekommen, beim Stand von 21:19 für die HSG Wetzlar und einem bereits zugesprochenen Siebenmeter hatte in der 51. Minute die Chance auf eine Drei-Tore-Führung bestanden. Die Grün-Weißen wollen heute in Solingen die nächste Chancen nutzen.

Die Statistik: Der Bergische HC hat in dieser Saison noch keines seiner fünf Heimspiele verloren. Drei Siege und zwei Unentschieden haben den Oberbergischen bislang acht Punkte in Solingen bzw. Wuppertal eingebracht. Die HSG Wetzlar unterdes ist in ihren vier Auswärtspartien punktemäßig komplett leer ausgegangen.

Der direkte Bundesliga-Vergleich zwischen beiden Teams ist bei sieben Wetzlarer Siegen, zwei Unentschieden und sieben Niederlagen derzeit unentschieden. Von den acht Auswärtspartien wurden zwei gewonnen, es gab zwei Unentschieden und vier Niederlagen.

Der Bergische HC stellt mit bislang nur 276 Gegentreffern in elf Begegnungen eine der stärksten Abwehrreihen der Liga, die HSG Wetzlar seit vergangenem Donnerstag mit Lenny Rubin (65) den besten Feldtorschützen im Oberhaus.

Das Personal: Nach dem erfolgreichen Comeback von Rückraumspieler Alexander Feld nach halbjähriger Verletzungspause steht den Mittelhessen allein Routinier Filip Mirkulovski wegen seines Bänderrisses nicht zur Verfügung. BHC-Coach Sebastian Hinze muss auf jeden Fall auf seinen schwedischen Kreisläufer Max Darj (Bauchmuskelzerrung) und Mittelmann Thomas Babak (Rückenprobleme) verzichten. Der Rückraumlinke Lukas Stutzke, der gegen Erlangen überzeugend auftrat und dabei gleich sechs Treffer markierte, hat sich eine Zerrung zugezogen. Der Einsatz des Nationalspielers ist fraglich.

Positive Wetzlarer Entwicklung: Gegen Balingen/Weilstetten hatte die hoch stehende, bewegliche 6:0-Abwehr der HSG Wetzlar etliche gewollte Ballgewinne, neutralisierte gezielt HBW-Torjäger Vladan Lipovina und nutzte auch wieder weitgehend ihre Chancen. Zudem befreiten sich Stefan Cavor mit couragierten Abschlüssen und Till Klimpke mit einem guten Abwehr-Torwart-Spiel von ihren kleinen Tiefs. Und vor allem holten sich die Rubin und Co. ihr Selbstvertrauen sowohl über gelungene Abwehr-- als auch über erfolgreiche Angriffsaktionen.

Das sagt Trainer Sebastian Hinze (Bergischer HC): Das abgebrochene Duell vor gut fünf Wochen war komplett offen mit vielen Führungswechseln. »Seitdem hat sich bei beiden Mannschaften ein wenig geändert«, äußert sich Hinze in der »Wuppertaler Rundschau«. »Wetzlar hat häufiger mit Olle Forsell Schefvert im Innenblock agiert und damit auf eine Abwehr gesetzt, die mehr im Raum agiert.« Im Angriff habe Wetzlar, so Hinze in der WR, zwei Dinge, die er mittlerweile etwas lieber spiele. »Das erste Spiel war geprägt von Einzelaktionen und zwei starken Abwehrreihen«, so Hinze, »für uns ist es natürlich aber auch wichtig, das Abwehr-Gegenstoß-Paket auf die Platte zu bringen und darüber ein gutes Gefühl zu bekommen.« Denn Wetzlar verfüge über eine der »körperlich stärksten Abwehrreihen der Liga«.

Das sagt Benjamin Matschke (Trainer HSG Wetzlar): »Der Bergische HC hat eine klare Struktur und trägt die Handschrift von Sebastian Hinze. Sie spielen ein hohes Tempo und haben ein gutes Umschaltspiel, da wollen wir dagegen halten«, lässt sich der Coach auf der HSG-Homepage zitieren und ergänzt im GAZ-Gespräch: »Die Abwehr steht hoch, aktiv im Raum, antizipiert gut und provoziert Fehler beim Gegner.« Im Angriff spielt in den Augen des Wetzlarer Trainers Linus Arnesson auf der Mitte eine ähnlich tragende Rolle wie in seinem Team Magnus Fredriksen, Christopher Rudek im Tor sowie Rückraum-Linkshänder David Schmidt hat man ebenfalls auf der Rechnung - »und die schon sehr laute Solinger Klingenhalle«.

Die Corona-Lage: »Toi, toi, toi!« Bei der HSG Wetzlar gibt man sich erleichtert, noch keine aktuellen Corona-Fälle zu beklagen. Wie es nach der Partie am Dienstag beim Bergischen HC weiter geht, steht allerdings noch nicht ganz fest, da für die SG Flensburg/Handewitt, wo man am kommenden Sonntag anzutreten hat, die jüngste Partie bei der TSV Hannover-Burgdorf coronabedingt vom Spielplan abgesetzt wurde. Eine Entscheidung wird im Laufe des Tages erwartet.

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