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Der Jubel über den Heimsieg gegen TuS N-Lübbecke ist noch nicht ganz verklungen, da müssen Anadin Suljakovic und die Bundesliga-Handballer der HSG Wetzlar am Sonntag beim SC DHfK Leipzig den nächsten Versuch unternehmen, auch auswärts zu punkten.

Mit Nehmerqualitäten

  • Ralf Waldschmidt
    VonRalf Waldschmidt
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Die HSG Wetzlar startet den nächsten Versuch, in der Handball-Bundesliga das erste Auswärtsspiel der Saison zu gewinnen. Beim SC DHfK Leipzig ist dies kein unmögliches, aber ein schweres Unterfangen.

Als Wetzlars Trainer Benjamin Matschke am Mittwoch beim 4:7-Rückstand nach zwölf Minuten und beim 19:19-Gleichstand nach 44 Minuten gegen TuS N-Lübbecke seine Auszeiten nahm, bangten die 2000 Zuschauer im Bundesliga-Heimspiel noch um die beiden Punkte. Danach aber führten die Grün-Weißen mit 16:13 (35.) und dann wieder mit 25:21 (50.) - beide Ergebnis-Rückschläge waren weggesteckt. Das Team um Top-Torschütze Stefan Cavor hatte wiederholt Nehmerqualitäten gezeigt. Diese werden auch am Sonntag um 16 Uhr beim SC DHfK Leipzig gefragt sein, wenn man erstmals in dieser Saison auswärts Punkte mitnehmen möchte.

Wetzlarer Auffälligkeiten: In nahezu jeder Partie übernehmen andere Akteure Veranwortung. Beim 29:25 über Kiel-Bezwinger Lübbecke waren dies Torhüter Anadin Suljakovic mit einem Dutzend Paraden, Neu-Kreisläufer Tomislav Kusan mit seiner Körperlichkeit, Olle Forsell-Schefvert mit seinen Allround-Fähigkeiten; Rechtsaußen Domen Novak mit seinen todsicheren Abschlüssen sowie Emil Mellegard in der offensiven Deckung. Dadurch wächst das Selbstbewusstsein und das Vertrauen in die taktischen und personellen Umstellungen des Coaches.

Die Form der Leipziger: Die Messestädter haben in eigener Halle zuletzt drei überdeutliche Siege gegen TVB Stuttgart, FrischAuf Göppingen und TSV Hannover-Burgdorf gelandet. Nach dem dem personellen Umbruch im Sommer geschuldeten durchwachsenen Saisonstart mit Heimniederlagen gegen die Füchse Berlin und die Rhein-Neckar Löwen sowie dem Unentschieden gegen den HSV Hamburg hat das Team von Trainer André Haber seine Form mittlerweile stabilisieren und das Punktekonto mit 9:9 Zählern ausgleichen können. Der eigenen Zielsetzung nach ein ausreichender, aber nicht ganz befriedigender Zwischenstand.

Die tragenden Säulen beim SC DHfK: Einmal das emotionale, stark pushende Publikum. Zudem die Trainer-Handschrift, die die Leipziger einen schnellen Ball mit viel Gegenstoß und extrem aktiver Verteidigung spielen lässt. Beim 32:25-Heimerfolg am Donnerstag gegen TSV Hannover-Burgdorf erzielte die Flügelzange Lucas Krzikalla/Lukas Binder alleine 15 Treffer. Auf der Mitte ist Jung-Nationalspieler Luca Witzke enorm durchsetzungsstark, Lovro Jotic glänzt mit seinene Kreisanspielen zu Zwei-Meter-Riese Maciej Geballa und im Tor steht mit Jung-Nationalspieler Joel Birlehm der Senkrechtstarter der vergangenen Saison, der ab 2023 aber seine Zelte bei den Rhein-Neckar Löwen aufschlagen wird.

Zielsetzung der HSG Wetzlar: In der Messestadt soll es endlich mit dem ersten Auswärtspunkt der Saison klappen. Die Anreise erfolgt deshalb bereits heute Vormittag, das Abschlusstraining steigt am Nachmittag in Leipzig. Der Kader ist komplett, der Mittwoch hat nur die eine oder andere kleine Blessur hinterlassen. »Die technischen Fehler müssen wir weiter reduzieren«, weiß Trainer Matschke, dass Leipzig förmlich nach diesen giert, um über den direkten Gegenstoß zu leichten Toren zu gelangen. Die HSG Wetzlar indes hatte gegen TuS N-Lübbecke nur zwei Fehlwürfe im gebundenen Angriff - ein Topwert, den es in Leipzig zu halten gilt.

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