Mit Kampfsieg auf Rang zwei

  • vonSebastian Kilsbach
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(sks). Beim 85:77 (43:38) beim Tabellenletzten Erfurt mussten sich die Gießen 46ers Rackelos strecken. Durch den Sieg hält der Basketball-Drittligist (ProB) aber Kontakt zu Spitzenreiter Coburg.

Fast wäre es ein Spieltag wie aus dem Bilderbuch für die Rackelos geworden. Mit Dresden und Ulm patzten zwei direkte Konkurrenten im Kampf um die Tabellenführung. Auch Spitzenreiter Coburg musste gegen Oberhaching bis in die Schlussphase zittern, behielt am Ende aber die Oberhand. Die Franken stehen damit zwei Punkte vor den Rackelos alleine ganz oben. Gießen wiederum hat nun zwei Punkte Abstand auf Ulm und Dresden.

Für die Mittelhessen ist das keine sinnlose Zahlenklauberei. Nur zu gerne würde das Farmteam am Ende als Hauptrundenerster ins Ziel gehen. »Wir sollen uns so weit wie möglich oben platzieren - und dafür muss man so ein Spiel wie heute einfach gewinnen«, erklärte Coach Lutz Mandler nach dem harten Duell gegen die Erfurter Löwen.

Der verletzungsgebeutelte Tabellenletzte erwischte einen absoluten Gruselstart. »Wir mussten dadurch immer einem Rückstand hinterherrennen. Wenn wir anfangs nicht schlafen, könnten wir umgekehrt auch mal führen«, monierte Erfurts Forward Tobias Bode. 15 Punkte durch Tim Uhlemann im Auftakt-Quarter unterbanden das aber. Als Donte Nicholas auf 18:6 stellte (7.), hingen die Thüringer gehörig in den Seilen. Eine zur Viertelmitte genommene Auszeit sorgte aber für verspätete Besserung. Im Rebounding fuhren die Löwen jetzt die Krallen aus.

»Sie haben klare Größenvorteile, gegen die wir uns durchgekämpft haben«, blickte Mandler zurück. Die körperliche Robustheit des Rackelo-Gegners machte es nötig, dass sich die 46ers-Reserve auf die dominante Kernrotation besinnen musste. Uhlemann, Nicholas, Johannes Lischka und Tim Köpple einte, dass sie alle über 30 Minuten auf der Platte standen. 82 von 85 Punkten entfielen auf das Führungsquartett der Mittelhessen.

Das führte dazu, dass fittere Erfurter auf Tuchfühlung blieben. Kurz vor der Pause kippte die Führung kurz, bevor Köpple es von außen einschlagen ließ. Der Guard war es auch, der sechs Sekunden vor dem Ende in langen Schritten über das gesamte Parkett rannte und nach Finte den Buzzer zum 43:38-Pausenstand einlötete.

Erfurt erwischte nach dem Seitenwechsel offensiv den besseren Start, konnte sich defensiv dann aber immer weniger behaupten. Zwei Dreier des heiß gelaufenen Ricky Prince verhinderten nicht, dass die Rackelos jetzt eine zweistellige Führung etablierten. Vor allem Nicholas setzte sich an beiden Enden des Courts geschickt in Szene. In der 27. Minute erbeutete der US-Amerikaner zunächst den Ball, machte das Spiel dann schnell - und bediente vorne Uhlemann, der nur abzulegen brauchte (60:49).

Spielentscheidend war dann aber die starke Abwehrleistung im Schlussabschnitt. Auf ein Comeback hoffende Erfurter mussten bis in die 33. Minute auf den nächsten Feldkorb warten. Nicholas düpierte das Schlusslicht ein ums andere Mal mit schnellen Drives zum Korb. Zwei Dreier durch Bode in der Crunchtime ließen die Hausherren nochmals auf 73:79 heranschnuppern. Nicholas blieb aber cool und legte nach Freiwürfen und Zug zum Brett auf 83:73 vor. »Er hat heute einen tollen Job gemacht«, lobte da auch Mandler. Weiter geht’s am Sonntag im Duell gegen die Ulmer OrangeAcademy.

Gießen: Ziring, Köpple (12), Amaize, Schneider, Uhlemann (26), Lischka (20), Nicholas (24), Schweizer, Brach (3), Maruschka.

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