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Kira Kirchgessner vom RFV Lich holt sich im Sattel von Charity bei ihrem Heimspiel den Sieg im M**-Springen mit Stechen.

Reiten

Mit Balance und Rhythmus

  • VonPetra Pickenhahn
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Reizvoll ist der Parcours in Lich. Der Reit- und Fahrverein bietet gute Platzverhältnisse und spannenden Springsport. Lokalmatadorin Kira Kirchgessner holt sich den Sieg im schwersten Wettbewerb

Rhythmus heißt das Zauberwort. »Das sind ganz normale Distanzen zwischen den Sprüngen«, betont Parcourschef Markus Nau am Samstag beim Turnier des Reit- und Fahrvereins in Lich. »Sind Pferd und Reiter in der Balance, kommen sie ohne Probleme ins Ziel«, sagt er über das M*-Springen, eine Wertungsprüfung der Mittelhessen-Tour.

Diese Art von Harmonie präsentiert die erst 14-jährige Lea Hein. Die junge Landeskader-Reiterin von der RSG Fasanenhof lässt ihre Stute Locomotion gleichmäßig galoppieren, bleibt konzentriert und geht elastisch in der Bewegung des Pferdes mit. Sie wählt an Sprung vier die Alternative mit Wassergraben. Ein kleines Extra in dieser Prüfung: Die Starter können wählen zwischen einer kurzen Wendung über den überbauten Wassergraben und dem etwas längeren Weg über einen daneben stehenden Steilsprung. Auch die zweifache Kombination an der langen Seite und die darauffolgende Distanz sind für Hein auf Locomotion kein Problem. In der schnellsten Zeit von 58,6 Sekunden holt sie sich damit als jüngste Teilnehmerin den Sieg in der großen Tour der Springsportförderung Hessen. Mit einem strahlenden Lächeln führt sie die Ehrenrunde an. Auf Rang drei landet Altmeister Wolfgang Seidler vom RFV Holzheim/Grüningen im Sattel von Cover Girl. Das Paar ist ebenfalls fehlerfrei unterwegs, mit 64,18 Sekunden aber langsamer.

Auch Kira Kirchgessner vom turnierausrichtenden Reit- und Fahrverein Lich wählt am Sonntag die Alternative mit Wasser, ihre Stute Charity scheut davor nicht zurück. Beim schwersten Wettbewerb des Wochenendes, einem Springen der Klasse M**, geht ein ordentlicher Schauer nieder.

Kirchgessner und ihre elfjährige Stute ficht das nicht an. Couragiert meistern sie den Normalparcours und ziehen ins Stechen ein. Als Einzige mit zwei Null-Fehler-Ritten sichern sich die beiden die goldene Schleife.

Gold gibt es auch für Rieke Fuchs auf Lord’s Chili, Finia Friebertshäuser auf Now or Nevers Pokemon, Tom Stauber auf Saltkrokan und Michelle Döpfer auf Hawinia. Die vier vom RSC Hungen siegen in der ersten Runde des Oberhessen-Mitte-Cups, einem Team-Springen der Klasse A*.

Einschränkungen kaum spürbar

Die coronabedingten Einschränkungen sind am Wochenende kaum zu spüren. Diszipliniert halten sich Reiter und Gäste an die Auflagen. Lob gibt es von allen Seiten für die Platzverhältnisse. »Wir haben im letzten Jahr den Boden von einer Fachfirma aufarbeiten lassen«, informiert Petra Ohly vom Veranstalter. Die Mühen und Ausgaben haben sich gelohnt, denn trotz des Regens bleibt das Geläuf griffig.

Das wird sich auch am kommenden Wochenende auszahlen, wenn auf der Licher Anlage In der Bäune die Dressurreiter wortwörtlich ins Rampenlicht treten. Bei der Kür unter Flutlicht gilt dann wieder: Rhythmus heißt das Zauberwort.

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