vre_5-B_102119_4c
+
Denkt mit 49 Jahren noch immer nicht ans Aufhören: Sebastian Smolkiewicz von der FSG Lollar/Staufenberg.

Mit 49 Jahren noch immer hungrig

Es gibt nicht viele Fußballer, die jenseits der 40 Jahre noch aktiv im Verein gegen das runde Leder treten. Bei vielen hört die Laufbahn spätestens mit Mitte 30 auf. Nicht jedoch bei Sebastian Smolkiewicz, der mit seinen 49 Jahren immer noch regelmäßig für die FSG Lollar/Staufenberg aufläuft.

Sebastian Smolkiewicz von der FSG Lollar/Staufenberg ist ein Phänomen. Mit seinen 49 Jahren denkt er noch lange nicht daran, seine fußballerische Laufbahn zu beenden. »Smoli«, der einst in jungen Jahren auch im polnischen Profifußball aktiv war, schnürt aktuell sowohl für die erste als auch für die zweite Mannschaft der FSG die Fußballschuhe. Bevor Smolkiewicz 2003 in Staufenberg anfing zu kicken, war er bereits bei Hellas Gießen und dem 1. SC Gießen-Sachsenhausen (Landesliga) aktiv.

»Normalerweise spiele ich jetzt in Lollar noch in der Ersten. Aber ich habe mit dem Trainer gesprochen, dass er lieber die jungen Spieler einsetzen soll. Und wenn er mich braucht, stehe ich bereit«, berichtet der Routinier. Daher kickt Smolkiewicz, der ursprünglich aus Polen stammt und seit 1993 in Deutschland lebt, diese Spielzeit vor allem in der Kreisliga B Gießen für die Lollarer. Und mit seinen 49 Jahren ist er dabei kein unbedeutender Akteur. Nein, er führt mit zwölf erzielten Treffern aus acht Einsätzen die Torjägerliste der Liga an.

Als Grund, warum der eingefleischte Eintracht Frankfurt-Fan mit fast 50 Jahren immer noch nicht ans Aufhören denkt, gibt er zwei Gründe an: »Ich war früher in Polen Profifußballer, habe da unter anderem beim GKS Glinik Gorlice in der 3. Liga gespielt. Aber auch mal in der 1. Liga bei Kattowitz für drei Monate mittrainiert. Und da mein Vater auch bis 50 Jahre Fußball gespielt hat, liegt das wohl in der Familie.«

Kürzlich wurde er im Zuge des 100-jährigen Jubiläum des GKS nach Polen eingeladen und durfte beim Freundschaftsspiel gegen Wisla Krakau auflaufen.

Seine Schuhe an den Nagel hängen will »Smoli« demnach noch lange nicht. »Die Hauptsache dabei ist doch, dass es Spaß macht und ich noch Kraft habe und gesund bin. Für die Alte Herren ist noch Zeit«, erklärt er grinsend.

Von seiner Gesundheit bzw. seinen zahlreichen Verletzungen kann Smolkiewicz lange Geschichten erzählen. Vom Meniskusriss, Kreuzbandriss bis hin zum doppelten Bandscheibenvorfall war schon alles mit dabei. Glücklicherweise konnten all diese Verletzungen ohne Operation wieder auskuriert werden.

So lässt sich der Staufenberger weder vom Alter noch von seinen vielen Verletzungen den Spaß am Fußball verderben. »Man nennt mich auch den polnischen Panzer«, wirft er lachend ein. »Aber meine Frau macht sich da schon immer Sorgen, da ich ja oft nach dem Spiel mit meinen Verletzungen ins Krankenhaus musste. Sie sagt dann immer. ›Mach das Siegtor und komm gesund nach Hause.‹ Mein Motto ist dabei, dass ich spielen muss, um gesund und fit zu bleiben.« Aus diesem Grund hat er während der Coronapandemie auch weiterhin individuell trainiert. »Das war schon eine schlimme Zeit. Aber ich bin richtig hungrig und habe mit meinem zukünftigen Schwiegersohn ein bisschen Eins gegen Eins gespielt oder bin Joggen gegangen.« Dabei vermisst »Smoli« in Gießen besonders die Wälder, in denen er in Polen immer gelaufen ist. »Der Asphalt hier tut meinen Knochen nicht gut und ist auch gerade wegen meiner vielen Verletzungen nicht besonders fördernd.«

Lange Läufe durch polnische Wälder

Besonders gerne erinnert er sich unterdessen an die zahlreichen Duelle gegen TuBa Pohlheim zurück, in denen er schon viele Tore erzielte. Kein Wunder, denn im Aufeinandertreffen letzte Saison in der Kreisliga A wurde er zehn Minuten vor Ende beim Stand von 2:4 eingewechselt. Eine Viertelstunde später stand es 5:4 für Lollar/Staufenberg. Oldie »Smoli« hatte mal soeben drei Treffer aus dem Fuß/Kopf geschüttelt und seine FSG zum Sieg geführt. Somit dürfen sich alle FSG-Fans auf noch viele weitere Spiele mit Sebastian Smolkiewicz freuen. Solange er Spaß am Fußball hat und sein Körper mitspielt, will er weiterhin am Ball bleiben.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare