Mit hängenden Schultern – und dem wahrscheinlichen Ende der Playoff-Träume. Gießens Spielmacher Braydon Hobbs beim Gang in die Kabine nach der Niederlage gegen Tübingen. (Foto: mv)
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Mit hängenden Schultern – und dem wahrscheinlichen Ende der Playoff-Träume. Gießens Spielmacher Braydon Hobbs beim Gang in die Kabine nach der Niederlage gegen Tübingen. (Foto: mv)

Mihailovic nicht zu stoppen bei der Niederlage der 46ers

(mv) Punkt um Punkt sammelte Vladimir Mihailovic. 32 Zähler waren es, als die Schlusssirene ertönte, davon allein 13 im Schlussabschnitt– und es war aller Voraussicht nach das Ende der Gießener Playoff-Träume in der Basketball-Bundesliga, die den Walter Tigers Tübingen am Freitagabend mit 86:90 (41:39) unterlagen.

Dabei hatten sich die Gießen 46ers vor 3589 Zuschauern in der Osthalle gar nicht schlecht angestellt, lange Zeit geführt, offensiv mit gutem Zusammenspiel ein ansehnliches Basketballspiel gezeigt, aber in der Verteidigung oftmals die nötige Konsequenz vermissen lassen. "Wir hatten das Spiel eigentlich ab Mitte des zweiten Viertels im Griff, aber die individuelle Klasse von Mihailovic hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht", fasste Wucherer die Partie prägnant zusammen. Und zugegebenermaßen, die Gießener lagen zwischenzeitlich fast schon komfortabel vorne, konnten sich kurz nach der Pause mit einem 7:0-Run auf 48:39 absetzen und schienen schon auf die Siegerstraße einzubiegen.

Aber der montenegrinische Flügelspieler kam ihnen immer wieder in die Quere: Fast schon von der Mittellinie feuerte er Distanzschüsse ab, die butterweich in den 46ers-Korb segelten, verschliss gleich mehrere Verteidiger und blieb eiskalt an der Freiwurflinie. Spätestens nach Beginn des Schlussviertels war die Partie wieder völlig offen, mit gut acht Minuten auf der Uhr glichen die Schwaben zum 61:61 aus.

Und wie schon in der Vorwoche in Ulm, als man im zweiten Viertel kein Mittel gegen Da’Sean Butler fand, konnten die Gießener auch dieses Mal den besten Mann des Gegners an diesem Abend nicht stoppen: "Vielleicht ist der Tank inzwischen nicht mehr halbvoll, sondern eher halbleer", meinte dann auch Wucherer nach der Partie.

Und so gelang es den Gästen in der Schlussphase, mit mehr Willen zu agieren, sich erst die Führung zu erkämpfen und nach den Punkten von Garlon Green 15 Sekunden vor dem Ende zum 86:80 den Sieg letztendlich an der Freiwurflinie perfekt zu machen. Die Tigers und ihre mitgereisten Fans jubelten, während man den Gießener Spielern durchaus anmerkte, dass ihnen die Niederlage nahe ging – auch ihnen war wohl klar, dass die Chance auf die Playoffs spätestens nach Freitagabend allenfalls noch theoretischer Natur ist.

Lange Zeit zum Nachdenken haben TJ DiLeo und seine Kollegen allerdings nicht: Schon am morgigen Sonntag geht es für die Gießener weiter: Um 17 Uhr wartet die Partie bei den MHP Riesen Ludwigsburg auf die 46ers. Die Barockstädter, die gestern Abend in Hagen gewannen, rangieren derzeit auf dem fünften Tabellenplatz und kämpfen noch um das Heimrecht in den Playoffs. Keine leichte Aufgabe, aber Wucherer blickte am Freitagabend optimistisch in die Zukunft: "Wenn ich sehe, wie sich mein Team präsentiert hat, gegen eine Mannschaft die ums Überleben kämpft, dann werde ich von Minute von Minute stolzer. Wir sollten die letzten neun Tage genießen und hoffen, mit schönem Spiel in den letzten drei Spielen noch den ein oder anderen Sieg einfahren zu können."

Unterdessen hat nach Informationen dieser Zeitung der amerikanische Flügel Dwayne Evans einen Vertrag bei den 46ers unterzeichnet. Derzeit ist der 1,96 Meter große Evans noch beim Zweitligisten Gladiators Trier aktiv und befindet sich mit seiner Mannschaft derzeit noch im Halbfinale der Pro-A-Playoffs gegen Jena. Mit 16 Punkten im Schnitt und fast neun Rebounds pro Partie rangiert der Absolvent der University of Saint Louis unter den besten Spielern der Pro A.

Mit einer Bestätigung der Personalie wird allerdings nicht vor dem Ausscheiden der Trierer aus dem laufenden Wettbewerb gerechnet.

Gießen 46ers: Tadda (5), Polas Bartolo (15), Olaseni (11), Wells (10), Braimoh (8), Hobbs (7), DiLeo (6), Palm (11), Lischka (3), Wragge (7), Zazai (3), Schoo (n.e.).

Walter Tigers Tübingen: Jordan (5), Green (14), Mihailovic (32), Buford (11), Agva (6), Sanders (3), Fitzpatrick (9), Radosavljevic (10), Nadifeji, Albus.

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