Die heimischen Golfer sind in die verkürzte Saison gestartet, den Auftakt machte die Golfjugend der Region Mitte. FOTO: FRIEDRICH
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Die heimischen Golfer sind in die verkürzte Saison gestartet, den Auftakt machte die Golfjugend der Region Mitte. FOTO: FRIEDRICH

Metsch mit Topleistung

  • vonRichard Albrecht
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(ria). Nachdem die Landesregierung grünes Licht für den sportlichen Wettkampfbetrieb gegeben hatte, sind nun auch die Golfer in ihre allerdings stark reduzierte Saison gestartet. Und das ausgerechnet im Jubiläumsjahr des Hessischen Golfverbandes, der sein 50-jähriges Bestehen ganz anders begehen wollte.

Den Auftakt bestritt die Golfjugend der Region Mitte in Friedberg, natürlich unter starken Einschränkungen. Abstandsregeln waren einzuhalten, Körperkontakt war untersagt und somit fand das obligatorische Händeschütteln zu Beginn und am Ende der Runde nicht statt. Um Gruppenbildungen zu vermeiden, gab es zum Abschluss weder das gemeinsame Essen noch eine Siegerehrung. Dazu war von den drei Gruppen nur die 18-Loch-Challenge am Start, und das noch mit stark reduziertem Teilnehmerfeld.

Davon ließen sich die Nachwuchsgolfer aber nur mäßig beeindrucken, profitierten von guten äußeren Bedingungen und lieferten trotz der nicht optimal verlaufenen Saisonvorbereitung bereits ausgezeichnete Ergebnisse ab. Für das Highlight sorgte zweifellos Luca Metsch vom GC Winnerod (Handicap 7), der mit einer Even-Par-Runde (Platzstandard 72 Schläge) im Clubhaus ankam und mit einem Schlag Vorsprung die Bruttowertung gewann. Mit Luis Laurito, Lorenz Kuhn (beide 75), Finn Knoblauch (83, alle Licher GC) sowie Julius Weber (83, GC Winnerod) schafften es weitere Akteure der hiesigen zwei Golfclubs unter die Top-Ten des 44-köpfigen Teilnehmerfeldes.

In der Nettowertung triumphierte Nelson Jakobi (Licher GC) mit fantastischen 56 Stablefordpunkten, der damit seine Spielvorgabe (41) um 20 Schläge unterbot. In dieser Wertung kam Luca Metsch auf den dritten Platz, Lorenz Kuhn wurde geteilter Fünfter.

Mit einem Gesamtergebnis von 188 Nettoschlägen (drei gewertete Spieler) gewann der Licher GC die Tageswertung und übernahm die Tabellenführung vor dem Bad Homburger GC (203) und dem GC Winnerod (206).

Die 9-Loch-Challenge- und die First-Drive-Tour tragen ihre Spiele in dieser Saison nicht an den gleichen Tagen wie die 18-Loch-Challenge-Tour aus und bestreiten ihren Auftakt am kommenden Wochenende.

Deutsche Golfliga gecancelt

Vor dem Saisonstart mussten die Golfer allerdings bittere Pillen schlucken. Als Erstes fiel die Deutsche Golfliga der Corona-Pandemie zum Opfer. Diese hatte den straffsten Zeitplan, ohne Möglichkeiten zu Verlegungen. Am 21. Juni hätte bereits der dritte von fünf Spieltagen ausgetragen werden sollen. Da die Verantwortlichen aber für die Planungssicherheit der Teams eine mehrwöchige Vorlaufzeit haben wollten, wurde mit der Absage von Spieltag drei die gesamte Saison gecancelt. Inzwischen wurde auch der Plan verworfen, für die Erstligisten ein Finalturnier anzusetzen. Bitter für die hiesigen Clubs, denn die Herrenteams aus Winnerod und Lich hatten im vergangenen Jahr in ihren Ligen den Aufstieg geschafft.

Vor allem die Winneröder fieberten ihrem Regionalliga-Debüt in der DGL entgegen, das einige Veränderungen gebracht hätte. Ab der Regionalliga werden nämlich nicht nur acht Einzel, sondern auch vier Viererpartien im Zählspielmodus absolviert, also zwei Runden pro Spieltag, was angesichts der Entfernungen ohne vorzeitige Anreise und Übernachtung nicht machbar gewesen wäre. Entsprechend hatte der GC Winnerod seinen Kader verstärkt und sich besonders über die Rückkehr von Daniel Tack gefreut, der zuletzt im Bundesliga-Team des GC Frankfurt den Schläger geschwungen hatte. Jetzt müssen sich die Spieler in Geduld üben und ihre Form für das nächste Jahr konservieren.

Altersklassen setzen aus

Den zweiten Rückschlag gab es für die hessischen Golfer, als der Hessische Golfverband in Absprache mit den Spielleitern der Clubs die Ligaspiele der Altersklassen für dieses Jahr aussetzte. Wegen fehlender Planungssicherheit gab es Anfang Juni eine Videokonferenz. Zu diesem Zeitpunkt musste man davon ausgehen, dass der zweite von vier Spieltagen (13. Juni) nicht durchführbar ist. Die Spielleiter sollten abstimmen, ob die Ligen abgesagt oder an einem Spieltag auf neutralem Boden absolviert werden sollten. Eine knappe Mehrheit votierte für die Absage. Somit wird im Mannschaftswettbewerb neben den Jugendspieltagen in diesem Jahr nur die Hessenliga ausgespielt, die auf den 3./4. Oktober verschoben wurde. Hier kommt es dann in Liga drei zum Derby zwischen Lich und Winnerod.

Silvia Kuhl, Mannschaftsführerin der AK-50-Damen aus Lich, die letztes Jahr den Aufstieg in die 2. Hessenliga gefeiert hatten, hatte für dieses Votum wenig Verständnis: "Wir sind sportlich ambitionierte Golfer und sind sehr enttäuscht, dass es keine Mehrheit für den einen Spieltag auf neutralem Boden gab. In unseren Augen eine völlig unverhältnismäßige Maßnahme, auf einem Golfplatz sollte der Sicherheitsabstand kein Problem darstellen." Etwas anders sieht dies Marco Danisch vom GC Winnerod: "Für unsere Clubmannschaft wäre es ein Highlight gewesen, sich in der Regionalliga zu beweisen und weiterzuentwickeln. Für mich hätten aber Einzelspieltage zu keinem fairen Wettbewerb geführt und den Ligen viel von ihrer Attraktivität genommen. Diese Entscheidungen waren in meinen Augen alternativlos, hätten aber früher gefällt werden können." Für das Derby in der Hessenliga wollte Danisch sich dann nicht auf einen Tipp festlegen: "Natürlich sind wir als Regionalligakader Favorit und unsere Jungen brennen darauf, aber Matchplay ist unberechenbar und die Licher haben schon oft bewiesen, dass sie sich auf dieses Format verstehen."

Auftakt in Winnerod

Am kommenden Wochenende eröffnet der GC Winnerod mit den diesjährigen Golftagen (Freitag bis Sonntag) mit gleich drei Turnieren seine Turniersaison.

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