Meisterliche Leistung des Tabellenführers aus Kleenheim

(jms) Am Ende stand die SG Kleenheim freudestrahlend auf dem Spielfeld der Dutenhofener Sporthalle. Endlich war das geschafft, was in den vergangenen drei Jahren gründlich in die Hose gegangen war. "Auswärts bei dieser HSG Dutenhofen/Münchholzhausen zu gewinnen, ist für uns etwas ganz Besonderes", meinte dann auch SGK-Co-Trainer Bodo Schindel nach dem überragenden 33:25 (19:15)-Auswärtssieg vor 700 Zuschauern in diesem Spitzenspiel der Handball-Oberliga.

(jms) Am Ende stand die SG Kleenheim freudestrahlend auf dem Spielfeld der Dutenhofener Sporthalle. Endlich war das geschafft, was in den vergangenen drei Jahren gründlich in die Hose gegangen war. "Auswärts bei dieser HSG Dutenhofen/Münchholzhausen zu gewinnen, ist für uns etwas ganz Besonderes", meinte dann auch SGK-Co-Trainer Bodo Schindel nach dem überragenden 33:25 (19:15)-Auswärtssieg vor 700 Zuschauern in diesem Spitzenspiel der Handball-Oberliga. Für den souveränen Spitzenreiter, der den ersatzgeschwächten Tabellenzweiten in dessen Halle phasenweise vorführte, ist der Aufstieg in die 3. Liga nach dieser Leistung keine Utopie mehr.

Das SGK-Trainerduo Walter Don und Bodo Schindel bejubelte ausgelassen den Triumph, kehrte aber schnell wieder zur Tagesordnung zurück. "Wir haben keinen Plan für die 3. Liga in der Tasche. Am Kader würde sich nichts verändern. Ein Aufstieg wäre für uns nicht unbedingt gut", meinte Schindel, als sich seine Spieler noch jubelnd in den Armen lagen. Vor allem in den ersten 20 Minuten zeigte die SGK, warum sie den ersten Platz in Hessens höchster Liga einnimmt. Spielstark, präsent in den Zweikämpfen und gut im Abschluss - Kleenheim überzeugte durch Können im gebundenen Spiel und Raffinesse sowie Dynamik in der ersten und zweiten Welle.

Auf nahezu jeden gewonnenen Ball in der Abwehr folgte eine Chance. Meist zeichnete der wieselflinke Rechtsaußen Florian Eisenhardt für Treffer aus diesen "einfachen Chancen" verantwortlich. Der Rechtshänder auf Rechtsaußen narrte ein ums andere Mal den etwas überfordert wirkenden Dutenhofener Schlussmann Alexander Scholz, dem sein Trainingsrückstand nach seiner Verletzungspause noch deutlich anzumerken war. Er kam nicht an seine eigentliche Leistungsfähigkeit heran.

In der neunten Minute bejubelten die vielen Gästefans eine komfortable 6:1-Führung. Den Treffer hatte der bärenstarke Abwehrstratege Jörg Müller nach einem präzisen Wurf in den Winkel erzielt. "Natürlich war die Anfangsphase wegweisend für den Kleenheimer Sieg. Ich ziehe den Hut vor der Leistung des Gegners. Doch ich darf auch meine Mannschaft nicht vergessen, die trotz der angespannten personellen Situation Moral bewiesen und wieder ins Spiel zurückgefunden hat. Das war für mich durchaus ein positives Signal", blickte Dutenhofens Übungsleiter Thomas Wallendorf mit gemischten Gefühlen auf das Geschehene zurück.

Nach Eisenhardts Turbo-Antritt und Schlenzer ins kurze Eck (12:4/16.) war eigentlich schon die Vorentscheidung gefallen. Doch Dutenhofen steckte nicht auf und kam durch drei Treffer infolge binnen 80 Sekunden vor der Pausensirene auf 15:19 heran. Fabian Kraft von Halbrechts, Thimo Wagner im Gegenstoß und Philipp Schneider nach einem Kleenheimer Abwehrfehler hatten für die HSG erfolgreich gezeichnet. Ausschlaggebend für die klare Steigerung war auch der Wechsel im Tor. Ben Christian, der schon zuvor im Testspiel der Bundesligamannschaft gegen Schaffhausen zwischen den Pfosten gestanden hatte, parierte in diesem Zeitraum fünf Bälle. Doch die SGK zeigt sich nun auch nervenstark. Als Schneider zum 18:20 (36.) verkürzt hatte und alles wieder möglich war, kam der Gegner mit vier brillanten Spielzügen aus der Deckung. Beim 24:19 durch SGK-Spielmacher Dennis Köhler setzte Kleenheim einen empfindlichen Nadelstich. Vor allem Keeper Matthias Lang - mit teils spektakulären Paraden - hielt dem Don-Team in dieser entscheidenden Phase den Rücken frei.

Beim von Tim Spengler verwandelten Siebenmeter zum 28:21 (50.) war die Partie dann entschieden, und Kleenheim konnte einen wichtigen Auswärtssieg bei der Wetzlarer Bundesligareserve feiern. "Das genießen wir jetzt", meinte Schindel, der sich gar nicht ausmalen wollte, welche Probleme bei einem Aufstieg in die dritte Liga auf Kleenheim zukommen würden. Ein Luxusproblem, um das einige andere Klubs die SGK beneiden würden.

HSG Dutenhofen/Münchholzhausen II: Scholz, Christian; Wallwaey (1), Sasse, Kraft (2), Schuchmann, Schaus (5/1), Schneider (6), Loh (2), Sandu (2/2), Agel, Thimo Wagner (3), Grundmann (4/1).

SG Kleenheim: Lang, Eckhardt; Straßheim (1), Hanika, Spengler (4/4), Keil (5), Müller (3), Eisenhardt (8), Dominik Wagner (1), Rehorn, Reusch (1), Wohlrab (2), Köhler (8).

Im Stenogramm: Schiedsrichter: Akbag/Karadas (HSG Zwehren). - Zuschauer: 700. - Zeitstrafen: 8:12 Minuten. - Siebenmeter: 6/4:6/4.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare