Frederik Griesbach TVH-Trainer
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Frederik Griesbach TVH-Trainer

"Mehr geht immer"

  • vonMarkus Röhrsheim
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(mro). Mit der Besetzung des Trainerstuhls hatte der TV 05/07 Hüttenberg viele überrascht. Frederick Griesbach, mittlerweile 31 Jahre alt, kam vom Drittligisten VfL Pfullingen und war somit m letzten Sommer zweitjüngster Handball-Zweitligatrainer. Im Gespräch mit dieser Zeitung fasst er die zurückliegende Saison zusammen und blickt nach vorne.

Herr Griesbach, wie zufrieden sind Sie rein sportlich mit der Saison?

Darüber habe ich schon viel nachgedacht. Es ist schwer. Es fühlt sich irgendwie noch nicht fertig an. Als ob es mitten im Nichts aufgehört hat. Klar kann man bei der Platzierung nicht unbedingt zufrieden sein. Aber ich denke, dass das Hinspiel in Ferndorf ein Wendepunkt war. Ab da bis jetzt war es in vielen Spielen okay. Aber wir haben auch nur in wenigen Spielen das Maximum herausgeholt. Auch die extreme Verletzungsphase in der Vorrunde haben wir sehr gut gemeistert. Ich finde, dass wir seit Ferndorf auf dem aufsteigenden Ast und auf dem richtigen Weg waren.

Ein neuer Trainer stößt immer auch einen Prozess an. Was konnten Mannschaft und Umfeld von Ihren Vorstellungen und Veränderungsplänen schon umsetzen ? Wo besteht Verbesserungspotenzial ?

Wir sind ein Zweitligist. Also kann man sich theoretisch auf allen Ebenen verbessern. Mehr geht immer. Grundsätzlich haben wir wieder eine gute Abwehr gestellt. Auch wenn es da natürlich auch noch Optimierungsbedarf gibt. Auf der anderen Seite gibt es vieles, was wir besser machen müssen. Darüber könnte ich lange reden. Auf alle Fälle ist das: Angriffseffektivität, Abschlussverhalten, individuelles Entscheidungsverhalten. Aber ich denke, dass wir als Mannschaft einen Schritt nach vorne gemacht haben. Merlin Fuß hat in seiner ersten Aktiven-Spielzeit extrem viel Spielzeit bekommen und das gut gemacht. Dominik Plaue hat in der Rückrunde endlich die Leistung gezeigt, die wir von ihm brauchen. Und Moritz Zörb und Tomáš Sklenák haben gezeigt, wie wichtig sie für die Mannschaft sind.

Trotz aller Vorbereitung auf die Aufgabe 2. Liga. Gab es auch Überraschungen?

Ja, klar. Man denkt in der höheren Liga ist alles viel professioneller. Aber das ist gar nicht unbedingt so. Und das hat nichts hier mit Hüttenberg zu tun. Ich glaube, das wird auch in der 1. Liga vereinzelt so sein.

Wie geht man in eine Sommerpause, die verfrüht ist und man nicht weiß, wie lange sie dauert?

Es ist aktuell eine komische Situation für alle. Aber wir wollen nicht jammern. Es gibt größere Probleme. Wir müssen positiv damit umgehen, denn wir können es nicht beeinflussen. Die Spieler sind im Urlaub. Keiner weiß, wie lange. Da sie in Kurzarbeit sind, darf ich ihnen auch keine Aufgaben geben. Aber ich denke, jeder weiß, dass er sich auf einem vernünftigen körperlichen Level halten muss. Für den einen oder anderen ist es auch ganz positiv, denn man kann mal die ganzen Wehwehchen auskurieren. Von der Kaderstruktur haben wir einige Abgänge zu kompensieren. Wir verlieren sicherlich Qualität und auch Führungsspieler. Aber ich denke, das ist uns gut gelungen.

Wie wird das Team aussehen?

Wir werden eine noch jüngere Mannschaft haben mit einem stärkeren regionalen Touch. Wir werden, wie wohl dreiviertel der Liga, auch das Ziel Klassenerhalt haben. Mein Traum ist es, dass wir am besten aus den Startlöchern kommen, wenn es wieder los geht. Ich bin guter Dinge, dass wir zukünftig mehr als Mannschaft auftreten werden. Das hat nicht immer so funktioniert. Wir müssen die Hüttenberger Tugenden vertreten. Und das muss eine Selbstverständlichkeit sein - das muss man nicht extra herausheben. Ich denke, die Vorbereitung wird sicherlich einen Tick länger ausfallen. Und ich reche auch damit, dass die gesamte Liga auf einem guten Kraftlevel sein wird, da wohl viele aktuell in diesem Bereich arbeiten. Alle haben viel Zeit, zum Nachdenken und kreative Lösungen zu finden. Vielleicht ergibt sich dadurch auch die eine oder andere gute Entwicklung für den Handball. Ich bin weiter guter Dinge, denn es gilt, sich in allen Bereichen zu verbessern. Wer hart arbeitet wird auch belohnt. FOTO: RAS

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