Medaillen für Strack und Laurenz

(jth) Die beiden Athleten des LAZ Gießen, Ann-Christin Strack (Stammverein MTV 1846 Gießen) und Costa Laurenz (ebenfalls MTV), sorgten bei den deutschen Leichtathletik-Jugendmeisterschaften in Mönchengladbach für einen Paukenschlag. Sie holten gleich vier Medaillen an die Lahn.

Strack sicherte sich die Deutsche Vizemeisterschaft über 100 m Hürden und Bronze über 100 m der U20. Laurenz machte es der Vereinskameradin nach und wurde Zweiter über 200 m und Dritter über 100 m – ebenfalls in der U20.

Bereits am ersten Tag überraschten die beiden bei der DM. "Ann-Christin Strack wird am Freitag über 100 m eine Vorbelastung für Samstag angehen. Ein vorderer Platz ist nicht zu erwarten. Ich hoffe auf eine neue Bestzeit, so bei 12,10 sec", mutmaßte Trainer Markus Czech. Strack lief im Vorlauf gute 12,18 sec und qualifizierte sich als Vierte sicher für das Finale. Hier knackte die Ostschülerin dann erstmalig die Zwölf-Sekunden-Marke und belegte mit neuer Bestzeit 11,96 sec sensationell den dritten Platz. Es siegte Alexandra Burghardt (LAZ Inn/11,72) vor Katharina Grompe (LG Dortmund/11,89). Die Zeit von Strack stellt zugleich einen neuen Kreisrekord dar, denn die alte Marke von Virginia Drescher (Gießener LG) aus dem Jahre 1968 wurde mit einer Handzeit von 11,8 sec in den Statistiken geführt. Da bei einer elektrischen Zeitmessung 0,24 sec im Vergleich zur Handmessung "gutgeschrieben" werden, ist der Uraltrekord geknackt.

Für Laurenz, der über die Sprintstrecken schon im Vorfeld zur nationalen Spitze zählte, ging der Wettkampf am Freitag mit 10,84 sec im Vorlauf sehr vielversprechend los: Im Zwischenlauf konnte er mit 10,80 sec die drittschnellste Zeit vorweisen. "Über die 100 m ist ein Platz im Endlauf das erklärte Ziel. Ich erwarte bei guten Bedingungen eine Bestleistung im Bereich von 10,75 sec", so die Zielsetzungen von Trainer Czech.

Im Finale hatte dann die Startpistole Ladehemmungen, dreimal schnellten die Läufer ohne Kommando aus den Blöcken. Doch Laurenz konnte dieser Nervenkitzel nichts anhaben. Er hämmerte dann die Zielgerade in der von Trainer Czech prognostizierten Bestzeit von 10,75 Sekunden herunter und sicherte sich hinter dem Favoriten Patrick Domogala (MTG Mannheim/10,57 sec) und Robert Polkowski (LT DSH Köln/10,68 sec) die Bronzemedaille.

Ann-Christin Strack musste dann am Samstagmorgen bereits um 10.25 Uhr wieder in den Startblock, zum 100-m-Hürden-Vorlauf. Trainer Czech sah bereits im Vorfeld gute Chancen. "Ziel ist erst einmal der Endlauf. Wenn ›Anni" normal durchkommt, sollte das bei ihrem derzeitigen Leistungsniveau kein Problem darstellen. Ist sie im Endlauf, heißt das eindeutige Ziel Medaille – vielleicht schafft sie noch einmal eine Bestzeit", mutmaßte Czech.

Im dritten Vorlauf setzte sie mit 13,83 gleich ein erstes Ausrufezeichen und qualifizierte sich ohne Problem für den Zwischenlauf. Zeitgleich in 13,76 sec mit der U20-WM- Teilnehmerin Alexandra Burghardt (LAZ-Inn) zog die Abiturientin als Zwischenlaufschnellste sicher ins Finale ein.

Hier übertraf Strack dann noch mal alle Erwartungen, den trotz eines Sturzes kurz vor dem Ziel konnte sie mit neuer Bestzeit von 13,60 sec ihren eigenen Kreisrekord (13,70) von diesem Jahr deutlich toppen. Lohn war die deutsche Vizemeisterschaft hinter der souveränen Siegerin Alexandra Burghardt (13,45 sec).

Die Jahresschnellste und Vierte der U20-WM, Franziska Hofmann (LAC Erdgas Chemnitz), verzichtete nach dem Aufwärmen aufgrund von Kniebeschwerden auf einen Start.

"Leider verhinderte der Strauchler an der letzten Hürde und mein Sturz eine noch schnellere Zeit", bilanzierte Strack, die sich Schürfwunden zugezogen hatte. "Das Wochenende hat sehr viel Spaß gemacht. Vor allem, dass Costa und ich auf Platz drei und zwei kamen, hat für eine ziemlich gute Stimmung gesorgt. Ich bin mit meinen Leistungen zufrieden. Natürlich wäre die Hürdenzeit ohne Sturz noch ein Stück besser gewesen, aber ich bin sehr zuversichtlich, dass ich dieses Jahr noch einmal schneller laufe. Über die 100-m-Zeit freue ich mich sehr, weil meine alte Bestzeit mittlerweile zwei Jahre alt ist. Die wurde langsam mal fällig. Es ist ein Wahnsinnsgefühl, auf dem Treppchen zu stehen. Ich habe es sehr genossen", erzählte Ann-Christin Strack.

Für den Langgönser Laurenz war die Vorgabe von Trainer Czech über die 200-m-Distanz klar definiert. "Das Erreichen des Endlaufes ist aufgrund seiner starken Vorleistung mit 21,39 sec eigentlich ein Muss. Im Endlauf ist eine Medaille dann das erklärte Ziel. Wenn Costa an seine Bestleistung heranläuft oder diese gar verbessern kann, dann kann er eigentlich nur von dem U20-WM-Teilnehmer und zurzeit bestem Jugendsprinter, Patrick Domogala von der MTG Mannheim, geschlagen werden", konstatierte Czech.

Die Vorgaben setzte der Schüler der Friedrich-Feld-Schule dann in seinem Vorlauf mit 21,53 sec hinter dem Vorlaufschnellsten Patrick Domogala (21,37) ausgezeichnet um und zog als zweitschnellster in das Finale ein. Mit 21,46 sec holte sich Laurenz dann auch wie vom Trainer prognostiziert im Endlauf die Silbermedaille hinter Domogala (21,28 sec). "Ich wäre gerne Bestleistung gelaufen, Silber ist okay", bilanzierte Laurenz.

Für Trainer Markus Czech waren die deutschen Jugendmeisterschaften das erfolgreichste Wochenende in der Vereinsgeschichte mit vier Medaillen. "Der erste Tag mit den Kurzsprints war als Vorbelastung für die eigentlich besseren Disziplinen gedacht. Dieses Vorhaben entwickelte sich aber schon zu einem ersten Blitzlicht mit jeweils Bestleistungen und zwei bronzenen Medaillen. Diese Erfolge gaben genügend Rückenwind für den zweiten Tag", erklärt er und fügte an: "Über die Hürden hat ›Anni" bereits im Vorlauf einen konzentrierten Eindruck hinterlassen und lief entspannt zum Sieg. Im Zwischenlauf traf sie bereits auf die spätere Siegerin und konnte zeitgleich mit 13,76 sec ihrer zweitschnellsten je gelaufenen Zeit über die Ziellinie laufen. Im Endlauf kam es dann zum Showdown. ›Anni" auf Bahn vier und Burghardt auf sechs. Nach bereits vier Hürden war klar, dass diese beiden Akteurinnen die ersten Plätze unter sich ausmachen würden. Burghard hatte bis zur siebten Hürde noch einen leichten Vorsprung, machte aber dann einen kleinen Fehler, und ›Anni" kämpfte sich heran. Leider touchierte sie die letzte Hürde, strauchelte und stürzte nur einen knappen Meter vor dem Ziel.

Trotz dieses Unfalls rettete sie einen Silberrang mit neuer Bestleistung. Etwas geschockt und auch ein wenig traurig über die eventuell verfehlte Chance, Deutsche Meisterin werden zu können, konnte sie sich später aber freuen. Mit dieser Leistung hat sie sich auch für die DM der U23 für einen Endlaufplatz empfohlen."

Positiv fiel auch das Fazit von Trainer Czech über Costa Laurenz aus: "Er konnte seine Form der letzten Wettkämpfe nicht nur bestätigen, sondern zeigte sich in Bestform. Mit einem von Rückenwind unterstützen Vorlauf zeigte er bereits seine Ambitionen auf eine Medaille als Zweitschnellster. Im Endlauf war er noch bis 180 m sehr stark im Rennen, verkrampfte danach leicht und konnte das hohe Tempo nicht ganz halten. Mit einem zweiten Platz hinter dem absoluten Favoriten Patrick Domogala und einer Zeit knapp über seiner Bestleistung kann er mit diesem Wochenende sehr zufrieden sein."

Zudem überzeugte Felix Repp von der LG Langgöns-Oberkleen über die 400 m Hürden der U18 und sicherte sich mit neuen Wetzlarer Kreisrekord von 55,98 sec den Finaleinzug. Hier konnte der Schützling von Trainer Klaus Sommerlad im B-Finale mit 56,69 sec und Platz drei nicht an die Vorlaufleistung anknüpfen.

"Ich freue mich über den neuen Kreisrekord im Vorlauf. Im B-Finale war es durchwachsen, da ich den Rhythmus nicht richtig hinbekommen habe, doch ich bin mit dem elften Rang in der Summe zufrieden", konstatierte Felix Repp.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare