Maykel Samun rettet einen verdienten Punkt

(fro) Dank eines Last-Minute-Treffers von Maykel Samun sicherte sich der VfB 1900 Gießen am Samstag in der Verbandsliga Mitte ein 1:1-Remis gegen den FV Biebrich 02.

Damit fand eine nach dem Wechsel bei tropischen Temperaturen durchgeführte Aufholjagd der Gießener ein verdientes Ende. »Dieses Unentschieden ist wie ein gefühlter Sieg. Die Mannschaft hat sich in der zweiten Halbzeit für ihren hohen Aufwand am Ende belohnt«, freute sich VfB-1900-Trainer Stefan Hassler.

Beide Mannschaften hielten sich nicht mit langem Abtasten auf, sondern legten los wie die Feuerwehr. Atanas Paliakov überlief nach zwei Zeigerumdrehungen Pierre Chabou und strebte alleine der 1:0-Führung entgegen. VfB-1900-Keeper Florian Säglitz blieb lange stehen und konnte den Schuss zur Ecke lenken. Auf der Gegenseite verpasste Erkan Hasan die Führung, als er nach einer Flanke von Ngolo Ouattara das Leder neben den Pfosten setzte (5.). Maximilian Ott musste nach einer Viertelstunde mit Verdacht auf Handbruch vom Feld. Die Gäste störten nun früh den Spielaufbau der Gießener. So verlagerte sich das Geschehen immer mehr in die VfB-1900-Hälfte. Und es schien nur eine Frage der Zeit, wann die Hassler-Elf einen Gegentreffer hinnehmen würde. In der 38. Minute war es so weit. Nach einer Ballstafette über Can Domenic Hachenberger und Camilo Rivera schob FV-Torjäger Volkan Zer den Ball mit einem Schlenzer zum 1:0 ins Netz.

»Bis zu diesem Zeitpunkt haben wir unterirdisch schlecht gespielt. Wir hatten einen schwachen Spielaufbau, die Laufbereitschaft hatte gefehlt und das Chancenplus lag klar aufseiten der Biebricher«, analysierte Stefan Hassler.

Der Fußball-Lehrer reagierte noch vor der Pause und brachte mit Maykel Samun einen weiteren Stürmer (40.) Zwei Minuten später hatte Samun bereits den Ausgleich auf dem Fuß. Ein harmloser Schuss von Volkan Vural wurde durch David Meurer vor die Füße des VfB-1900-Stürmers abgefälscht. Samun hatte freie Bahn, entschied sich aber für einen überhasteten Schuss, den FV-Torwart Bischoff parieren konnte. »Ich erhoffe mir, dass er nach dem Wechsel die nötige Ruhe vor dem Tor haben wird«, glaubte Hassler beim Gang in die Kabinen dennoch fest an den Erfolg seiner Wechselmaßnahme.

Beide mit offenem Visier

Nach der Pause agierten beide mit offenem Visier. Der VfB 1900 war um den Ausgleich bemüht und erarbeitete sich reihenweise gute Torchancen. Allerdings boten sich den Gästen immer wieder Konterchancen. Gino Parson scheiterte nach Pass von Oliver Pusch an Torwart Julian Bischoff (46.). Atanas Paliakov vergab auf der Gegenseite (48.), ehe nach einer Ecke ein Kopfballtreffer von Volkan Zer die Anerkennung durch Schiedsrichter Fabian Bierau verwehrt wurde (51.). Ein Kopfball von Andrew Iyasere strich am Pfosten vorbei (55.). Bei einem Kopfball von Maykel Samun rettete Östereich auf der Linie, Iyasere vergab die Nachschusschance (59.). Während Paliakov an VfB-1900-Keeper Säglitz scheiterte (64.), schrammte ein Schuss von Samun um Haaresbreite am Torpfosten vorbei (66.). Biebrichs Torwart Bischoff konnte sich bei Schüssen von Maro (67.) und Gino Parson (69.) auszeichnen. Die Vorentscheidung zugunsten der Gäste verhinderte Säglitz, der gegen Volkan Zer klärte (76.). Iyasere (79.) und Maro (85.) vergaben weitere Gelegenheiten. Das Tor schien wie vernagelt, denn auch nach einem von Bischoff abgeklatschten Schuss von Sören Schneider schaffte es Volkan Vural nicht, den Ball am bereits geschlagenen FV-Torwart vorbeizubringen (87.

). Kurz vor dem Ende behielt Maykel Samun die von seinem Trainer erhoffte Ruhe. Nach langem Ball von Sören Schneider und Kopfballverlängerung von Sergej Maro ließ der Torjäger in aller Seelenruhe einen Gegenspieler im Fünfmeterraum ins Leere laufen und schob das Leder zum 1:1-Endstand ins Netz (89.).

»Nach dem Wechsel haben wir endlich den Hahn aufgedreht. Die Konterchancen des FV lagen in der Natur der Sache. Wir mussten hinten öffnen und hätten auch ins offene Messer laufen können. Wir hatten im Abschluss viel Pech. Ich freue mich, dass es am Ende noch geklappt hat«, meinte Hassler.

VfB 1900 Gießen: Säglitz; Ott (ab 17. Schneider), Chabou, Ranke, Pusch (ab 77. Miftari), Hasan, Vural, Ouattara (ab 40. Samun), Parson, Maro, Iyasere.

FV Biebrich 02: Bischoff; Östereich, Meurer, Rivera, Pilger, Maurer, Maus, Hachenberger (ab 76. Christ), Altas (ab 67. Baghramian), Paliakov (ab 81. Orkun Zer), Volkan Zer.

Im Stenogramm: Schiedsrichter: Bierau (Biedenkopf). – Zuschauer: 150. – Torfolge: 0:1 (38.) Volkan Zer, 1:1 (89.) Samun.

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