Der Gießener Elias Goer wird mit 21,01 Sekunden über 200 m Vierter bei den deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Braunschweig. FOTO: EIBNER
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Der Gießener Elias Goer wird mit 21,01 Sekunden über 200 m Vierter bei den deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Braunschweig. FOTO: EIBNER

Mayer wieder ausgebremst

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Lisa Mayer ist erneut ausgebremst worden. Bei der Leichtathletik-DM in Braunschweig haben muskuläre Probleme im Oberschenkel die Endlauf-Teilnahmen über 100 und 200 Meter verhindert. Der Leidensweg der Sprint-Gazelle aus Langgöns geht weiter.

Sie waren der Höhepunkt des Leichtathletik-Jahres 2020, die deutschen Meisterschaften in Braunschweig. Das erste und einzige Mal ging es in diesem Jahr um Medaillen - und eine davon brachte das Sprintteam Wetzlar mit nach Hause.

Die Farbe ist Silber und sie gehört ab sofort Rebekka Haase - der neuen deutschen Vizemeisterin über die 100 Meter. Mit ihren Vorleistungen war Haase als Mitfavoritin nach Braunschweig gereist, stellte sie doch die schnellste Zeit aller Athletinnen in dieser Saison. Im Finale kam es dann auch zum Zweikampf zwischen ihr und der deutschen Hallenmeisterin Lisa Marie Kwayie, die in 11,30 Sekunden knapp vor Haase (11,34) über die Ziellinie kam.

"Wie verhext"

Zum Comeback angetreten war die Langgönserin Lisa Mayer - für sie war es der erste Start bei einer DM seit drei Jahren. Die Freude über das Rennen wurde aber wieder getrübt, denn muskuläre Probleme - allerdings nicht am Beuger - machten einen Start in den Finals nicht möglich. Trotz der "ausgebremsten" 11,57 Sekunden im Halbfinale über 100 Meter, die für den Endlauf gereicht hätten, musste die 24-Jährige nach allen Versuchen der Physiotherapeuten die Segel streichen. Auch für die 200 Meter am Sonntag.

"Es ist wie verhext", erklärte Mayer am Montag auf der Rückfahrt vom Arztbesuch in München, "ich war super drauf, bin körperlich eigentlich fit - und dann macht nach 20, 30 Metern der Muskel zu. Es hat bis ins Bein hineingezogen. Da war nix mehr zu machen."

Die nunmehr dreijährige Leidenszeit mit Verletzungen und Absagen geht weiter. Eingehende Gespräche im Trainer-, Physio- und Ärzteteam müssen jetzt einmal mehr Aufschluss über die Verletzungsanfälligkeit geben und zu notwendigen Schlussfolgerungen führen. Bei der Untersuchung am Montag in München hat sich herausgestellt, das keine größere Verletzung vorliegt, was bei der deutschen Sprint-Hoffnung wenigsten wieder für etwas bessere Laune sorgte. "Ich lasse mich nicht unterkriegen, auch wenn es für den Kopf gut gewesen wäre, nach den Absagen 2018 und 2019 wieder einmal einen großen Wettkampf durchzustehen", gibt sich Mayer kämpferisch.

Was in diesem Jahr noch möglich ist, kann die Staffel-Weltmeisterin von 2017 aktuell nicht sagen. Der Blondschopf ist trotz der Verletzungsproblematik durch die Erkenntnisse ihrer Trainingsleistungen aber selbstbewusst genug, um zu prophezeien, "die 11,0 draufzuhaben".

Gute 21,01 von Goer

Am zweiten DM-Tag traten noch einmal zwei Sprintteam-Athleten über die doppelte Sprintdistanz an: Haase und der Gießener Elias Goer. Beide liefen auf Rang vier. Für Haase blieb die Uhr bei 23,28 Sekunden stehen, Goer absolvierte in seinem ersten echten Männerjahr die halbe Stadionrunde in 21,01 Sekunden. Da Goer über 200 Meter in den bisherigen Läufen der Saison keine Zeit unter 21 Sekunden gelang, waren die 21,01 im Finale in Anbetracht einer schwierigeren Vorbereitung durchaus passabel. Der Titel ging bei den Frauen in 23,07 Sekunden an Jessica-Bianca Wessolly, bei den Männern setze sich mit Steven Müller (Friedberg) ebenfalls ein (mittel-)hessischer Sprinter durch (20,79).

Wertvolle Erfahrung sammelten unterdessen die jungen Sprinterinnen Lara Tornow und Antonia Dellert, wobei Letztere mit 11,66 Sekunden im Vorlauf knapp an ihre persönliche Bestleistung heranlief (11,59).

Einen zufriedenen Eindruck machte Michael Pohl bei den Männern - obwohl ihm gerade der junge Wolfsburger Deniz Almas in einer sensationellen Zeit von 10,09 Sekunden den deutschen Meistertitel abgenommen hatte. Für Pohl blieb in 10,35 Sekunden Rang fünf - eine Zeit und eine Platzierung, die sich im Laufe einer schwierigen "Corona-Saison" und unterschiedlichen Trainingsmöglichkeiten abgezeichnet hatte. Für Pohl wäre es ein Erfolg, in dieser Saison noch einmal die Schallmauer von 10,30 Sekunden durchbrochen zu haben.

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