Marscheck verpasst Endkampf

(jth) Unter dem Motto "Von B(erlin) über B(raunschweig) nach B(arcelona)" waren im Eintracht-Stadion in Braunschweig die 110. Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften ausgeschrieben. Doch nicht nur die DM-Titel hatten die Athleten im Visier, sondern auch das Lösen der Tickets für die EM in Barcelona. Die amtierende Weitsprung-Vizemeisterin Beatrice Marscheck vom LAZ Gießen kam nicht in Tritt und verpasste im Weitsprung den Einzug in den Endkampf.

(jth) Unter dem Motto "Von B(erlin) über B(raunschweig) nach B(arcelona)" waren im Eintracht-Stadion in Braunschweig die 110. Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften ausgeschrieben. Doch nicht nur die DM-Titel hatten die Athleten im Visier, sondern auch das Lösen der Tickets für die EM in Barcelona. Die amtierende Weitsprung-Vizemeisterin Beatrice Marscheck vom LAZ Gießen kam nicht in Tritt und verpasste im Weitsprung den Einzug in den Endkampf.

Für Marscheck ging es darum, ihre gezeigten Vorleistungen über 100 m und dem Weitsprung im Feld der nationalen Spitze zu bestätigen und sich dort zu behaupten. Mit der 100-m-Zeit von 12,06 sec lieferte die Sportstudentin am Samstag keine neue Saisonbestleistung ab, hatte jedoch die ideale Vorbelastung für den Weitsprungwettkampf. Doch dieser war dann für die Studentin nicht wie im letzten Jahr mit der Vizemeisterschaft die Krönung, denn mit 6,08 m konnte sie sich als 13. nicht für das Finale der besten acht Springerinnen qualifizieren.

Am Samstag stand für die Lehramtsstudentin zunächst einmal der Vorlauf über die 100 m auf dem Programm. Ihr wurde der dritte Vorlauf und Bahn drei zugelost. Um 17 Uhr ging es los.

"Ich hatte eigentlich ein super Laufgefühl, der Start war optimal, denn ich hatte die beste Reaktionszeit, doch bei 60 m verkrampfte ich ein wenig und kam nicht mehr in Tritt und konnte die entstandene Lücke zur Spitze nicht mehr verringern. Es herrschte ein gewaltiger Gegenwind, es war ein Kampf ohne Ende. Über die Zeit reden wir nicht mehr. Jetzt gilt die ganze Konzentration auf Sonntag, denn hier will ich im Weitsprung auf das Treppchen springen", erklärte Marscheck nach ihren 12,06 sec.

Den Vorlauf gewann Yasmin Kwadwo (TV Wattenscheid) in 11,69 sec vor Cathleen Tschirch (TSV Bayer Leverkusen/ 11,92 sec).

"›Bea‹ hat einen etwas unglücklichen Auftritt im Sprint gehabt, sie ist fit für den Weitsprung. Die ›Deutschen‹ haben ihre eigenen Gesetzte. Wir wollen bereits im ersten Sprung eine schnelle Anlaufgeschwindigkeit entwickeln und werden den neuen Anlauf einsetzen. Setzt ›Bea‹ beim Absprung den Fuß aktiv von oben auf das Brett, wäre es optimal und könnte gleich einen guten Start bedeuten", versprühte ihr Trainer Markus Czech Zuversicht.

Am Sonntag stand der im Vorfeld erwartete Weitsprung-Krimi auf dem Programm. Gleich sechs Kandidatinnen klopfen an die EM-Norm von 6,60 m, die bisher nur von Bianca Kappler zweimal erfüllt wurde. Auf dem Aufwärmplatz hatte man den Eindruck, dass Trainer Markus Czech nervöser ist als seine Athletin. "›Bea‹ ist gut drauf und wurde noch mal vom HLV-Physio behandelt. Sie kann ihren Vizetitel aus dem Vorjahr verteidigen und sich in der nationalen Spitze etablieren. Erstes Etappenziel ist jedoch, in das Finale zu kommen, hierzu ist schon eine Weite von 6,40 nötig", waren die Worte von Czech kurz vor dem Wettkampf.

Doch es lief nicht besonders für Marscheck. Ihr erster Versuch landete nur bei 6,06 m. "Wir haben hier mit wechselnden Winden zu kämpfen, auf diese Bedingungen müssen sich alle Athletinnen erst einmal einstellen", erklärte der Trainer. Der zweite Versuch war ungültig. Im dritten wurde alles auf eine Karte gesetzt. Die Studentin forderte im letzen Versuch noch mal die Zuschauer auf, einen rhythmischen Takt vorzugeben. "Kurz vor dem Ablauf kam noch mal eine Windböe auf, und ich ging sicherheitshalber einen Fuß zurück, so verschenkte ich aber am Brett 30 cm", analysierte sie nach ihren 6,08 m.

Marscheck blieb so als 13. der Endkampf verwehrt. "Es war nicht unser Wochenende, wir sind natürlich enttäuscht über das Abschneiden. Jetzt möchte ›Bea‹ noch mal bei den ›Süddeutschen‹ ihre Saisonbestleistung von 6,56 m unter Beweis stellen", blickt Trainer Markus Czech schon nach vorne.

Den Wettbewerb gewann in einem spannenden Finale Bianca Kappler (LC Rehlingen), die sich mit 6,59 m durchsetzte. Rang zwei sicherte sich Nadja Käther. Die Hamburgerin sprang im fünften Versuch 6,50 m weit, verpasste damit aber die zweite EM-Normerfüllung um zehn Zentimeter. Gar nicht erst in den Endkampf kam Sosthene Moguenara. Die Wattenscheiderin verließ als Neunte mit 6,21 m frühzeitig das Stadion.

Da aber keine andere Springerin die EM-Norm schaffte, kann die im Tschad geborene Weitspringerin davon ausgehen, mit in Barcelona dabei zu sein. Bronze ging an Melanie Bauschke (LG Nike Berlin). Die beste deutsche Weitspringerin des Vorjahrs kam auf 6,47 m.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare